| Abstract: |
Die Erstellung qualitativ hochwertiger Benchmarkings für die Forschung
betriebswirtschaftlicher Fachbereiche ist von hoher praktischer Relevanz. Den
Studierenden, aber auch dem wissenschaftlichen Personal und der
Hochschulpolitik, wird auf diese Weise ermöglicht, die Leistungen von
Fachbereichen zu vergleichen und besonders forschungsstarke Standorte zu
identifizieren. Den Fachbereichen wird die Möglichkeit geboten,
Verbesserungspotenziale zu identifizieren und gegebenenfalls von
leistungsstärkeren Fachbereichen zu lernen. Das Centrum für
Hochschulentwicklung (CHE) veröffentlicht alle drei Jahre Rankings von
Hochschulen zu einzelnen Studienfächern. Hierbei werden verschiedene
Leistungsindikatoren, beispielsweise zu der Anzahl und Qualität von
Publikationen, den Promotionen und Habilitationen sowie den Forschungsgeldern
herangezogen. Basierend auf den Daten des CHE aus dem Jahr 2008 sowie einem
kürzlich veröffentlichten neuen CHE-Ranking (2011) wird in dem vorliegenden
Aufsatz ein auf die Forschung der individuellen Fachbereiche bezogenes und auf
die quantitativen Daten des CHE gestütztes relatives Effizienz-Benchmarking
der Fachbereiche erstellt. Im Gegensatz zu einem rein Output-bezogenen
Effektivitätsranking analysiert die vorliegende Effizienzanalyse die
Leistungsfähigkeit der Fachbereiche bei der Transformation und Gewichtung von
Forschungsinput (z.B. Professoren, Forschungsgelder und Promotionen) in
Forschungsoutput (Publikationen). Je mehr Forschungsoutput mit dem gegebenen
Forschungsinput erzielt wird (und vice versa), desto leistungsfähiger ist der
jeweilige Fachbereich und desto höher ist sein Effizienzwert. Ein für eine
solche Analyse geeignetes und in dem vorliegenden Aufsatz verwendetes
Verfahren ist die Data Envelopment Analysis (DEA). Es zeigt sich, dass
zwischen den Effizienzrankings der Fachbereiche keine erheblichen Unterschiede
zwischen den Jahren 2008 und 2011 bestehen. Deutliche Unterschiede ergeben
sich jedoch bei einem Wechsel der Leistungsindikatoren (Outputfaktoren) von
nationalen zu internationalen Publikationen, die mit den Forschungsgeldern,
den Promotionen und Habilitationen als Inputfaktoren erzeugt werden. Für einen
Großteil der untersuchten Fachbereiche ergibt sich ferner ein erhebliches
Potenzial für Steigerungen der Forschungseffizienz. Um diese zu realisieren,
werden für jeden ineffizienten Fachbereich operationale individuelle
Output-Ziele (Publikationsziele) und effiziente Benchmark-Fachbereiche als
Orientierung vorgegeben. -- |