nep-ger New Economics Papers
on German Papers
Issue of 2026–05–04
sixteen papers chosen by
Roberto Cruccolini, Ludwig-Maximilians Universität München


  1. Erholung erneut auf dem Prüfstand: IW-Konjunkturumfrage Frühjahr 2026 By Grömling, Michael
  2. Der Öffentliche Gesundheitsdienst als Arbeitgeber: Multiprofessionell, digital und beteiligungsorientiert in die Zukunft? By Reiter, Renate; Riese, Dorothee; Ewert, Benjamin; Klenk, Tanja; Lückenbach, Caspar; Kurrek, Dennis
  3. Fake News By Beck, Hanno; Prinz, Aloys
  4. Wie steht es um die Chancengerechtigkeit in Deutschland? Der Status quo von Diversity and Inclusion in der deutschen Beschäftigtenlandschaft By Feith, Annika; Fickler, Florian
  5. Kommunale Bürgerumfrage 2023 By Stadt Leipzig, Amt für Statistik und Wahlen
  6. Lösungsansätze für die regionale Wertschöpfungskette Nordseekrabbe By Schröder, Arne; Klever, Christin; Knöpfel, Tim; Niemann, Melina; Lasner, Tobias; Altmann, Brianne Andrea; Wolgast, Thiemo; Schütz, Aurelia; Bayer, Elisa; Risius, Antje; Döring, Ralf
  7. Mensch vs. KI im Immobilien-Investment Management: Entscheidungsprozesse zur Bewertung von Investmentopportunitäten und Konzeption eines KI-Entscheidungsagenten By Will, Niklas; Rock, Verena
  8. Verdichtung des Stichprobengitters der Waldzustandserhebung ermöglicht robustere Aussagen zu Nebenbaumarten und Schadursachen By Knapp, Nikolai T.; Dietrich, Viktoria; Dühnelt, Petra-Elena; Bielefeldt, Judith; Wellbrock, Nicole
  9. Ein Jahrhundert wöchentlicher Arbeitszeitverkürzungen By List, Ludwig; Dammerer, Quirin
  10. Analyse der Begutachtungsdaten privatversicherter Pflegebedürftiger und mögliche Implikationen für die gesetzliche Pflegeversicherung By Arentz, Christine; Winter, Henri; Simon, Jan-Henrik
  11. Kraftstoffpreise unter Druck: Handelbare Entlastung statt pauschaler Rabatte By Zombek, Max; Schmal, W. Benedikt
  12. Transformationsrisiken messbar machen: Technologische, kommerzielle und systemische Reife als Gradmesser für Transformationsrisiken und -unsicherheiten By Fußhöller, Lukas; Küper, Malte
  13. Abhängigkeit des Mittelstands von Zulieferungen aus China By Holz, Michael; Kranzusch, Peter; Pahnke, André; Rieger-Fels, Markus; Suprinovič, Olga; Wolter, Hans-Jürgen
  14. Resilienz im KRITIS-Dachgesetz: Eine kritische Analyse By Röhl, André
  15. Ökonomische Folgen autoritären Regierens am Beispiel Ungarn. Zur Parlamentswahl 2026: Ungarische Standortentwicklung im regionalen Vergleich By Radunz, Alexander
  16. Fiskalregel oder Fiskalchaos? Ein Plädoyer für eine einfache Fiskalregel für den Euroraum By Jost, Thomas; Seitz, Franz

  1. By: Grömling, Michael
    Abstract: Die kurzfristigen Perspektiven für die deutsche Wirtschaft waren in den vergangenen Wochen erneut von erheblichen Verunsicherungen und Risiken geprägt. Mit dem Krieg im Nahen Osten sieht sich die gesamte Weltwirtschaft mit zusätzlichen Gefahren konfrontiert. Neben den Energieproblemen im Gefolge des Krieges in der Ukraine bestehen erneute Versorgungsrisiken kombiniert mit Energiepreiseffekten auf der Erzeugerund Konsumebene. Zusätzlich entstehen Sorgen hinsichtlich der industriellen Lieferketten und der eigenen Produktionsfähigkeiten. Die nicht überwundene wirtschaftliche Krise in Deutschland zeigt sich nach wie vor in der insgesamt schlechten Geschäftslage der deutschen Unternehmen. Der Saldo aus positiven und negativen Lagebewertungen auf Basis der IW-Konjunkturumfrage vom März 2026 ist weiterhin deutlich im negativen Bereich. Nur gut 14 Prozent der Unternehmen sprechen von einer besseren Geschäftssituation als vor einem Jahr, knapp 43 Prozent von einer Verschlechterung. In der Industrie, der privaten Dienstleistungswirtschaft und in der Bauwirtschaft wird die aktuelle Lage unterm Strich negativ bewertet. Die Geschäftserwartungen der Unternehmen für das Jahr 2026 haben sich zuletzt wieder deutlich verschlechtert: Nur 21 Prozent der befragten Firmen rechnen 2026 mit einer höheren Produktion als im Vorjahr, dagegen haben 35 Prozent schlechtere Produktionserwartungen. Damit befindet sich die deutsche Wirtschaft in der längsten Phase negativer Unternehmenserwartungen seit 20 Jahren und es ist auch weiterhin kein echter Stimmungsumschwung in den deutschen Unternehmen und eine Konjunkturwende mit einer ausgeprägten Aufschwungsqualität zu erkennen. Die hohen Anpassungslasten in der deutschen Industrie durch Transformation und geopolitische Hemmnisse belasten weiterhin das Investitionsklima. Der Anteil der Industriebetriebe, die 2026 mit niedrigeren Investitionen planen, ist mit 42 Prozent nach wie vor rund doppelt so hoch wie der Anteil mit höheren Investitionen (19 Prozent). Die Erwartungswerte der privatwirtschaftlichen Dienstleister liegen auf ähnlichem Niveau und bringen die gesamte Investitionsschwäche in Deutschland klar zum Ausdruck. Über alle Branchen hinweg rechnen 21 Prozent mit höheren und 39 Prozent mit niedrigeren Investitionsbudgets im Jahr 2026. Bei den Beschäftigungserwartungen liefern alle drei großen Wirtschaftsbereiche keinen positiven Befund. Der Rückgang in der Industrie wird sich fortsetzen: 37 Prozent planen mit weniger und nur 14 Prozent der Industriefirmen mit mehr Personal. Bei den privaten Dienstleistern gehen 22 Prozent von mehr Personal, jedoch 28 Prozent von weniger Beschäftigten aus. Am weitesten ausgeglichen sind die Beschäftigungspläne in der Bauwirtschaft, wo 22 Prozent von mehr, allerdings 26 Prozent von weniger Mitarbeitern ausgehen.
    Keywords: Konjunktur, Unternehmensbefragung, Investitionen, Beschäftigung
    JEL: C82 E32 I15
    Date: 2026
    URL: https://d.repec.org/n?u=RePEc:zbw:iwkrep:340169
  2. By: Reiter, Renate; Riese, Dorothee; Ewert, Benjamin; Klenk, Tanja; Lückenbach, Caspar; Kurrek, Dennis
    Abstract: Die Corona-Pandemie hat den Öffentlichen Gesundheitsdienst als dritte Säule des Gesundheitswesens in den Fokus öffentlicher und politischer Debatten gerückt, auch durch den milliardenschweren "Pakt für den Öffentlichen Gesundheitsdienst" von 2020. Die damit und auch über den Pakt hinaus angestoßenen Modernisierungsprozesse sind jedoch noch weitgehend unerforscht. Auf der Grundlage einer Befragung der kommunalen Gesundheitsbehörden in Deutschland präsentiert dieses Working Paper Befunde zur Modernisierung des Öffentlichen Gesundheitsdienstes in den Bereichen Personal, Organisation, Digitalisierung und Governance. Es finden sich Ansatzpunkte für eine programmatische Modernisierung, während Bestehendes an vielen Stellen pfadabhängig weiterentwickelt wird.
    Keywords: Gesundheit, Behörden, Modernisierung, Verwaltung, Personal
    Date: 2026
    URL: https://d.repec.org/n?u=RePEc:zbw:hbsfof:340161
  3. By: Beck, Hanno; Prinz, Aloys
    Abstract: Fake News sind kein Randphänomen, sondern ein Milliardengeschäft mit gravierenden Folgen für Demokratie, Wirtschaft und Gesellschaft. Der Pforzheimer Beitrag Nr. 189 "Fake News" von Hanno Beck und Aloys Prinz untersucht, wie sich falsche Informationen von Meinungen und Propaganda abgrenzen lassen und warum ihre Verbreitung durch soziale Medien, Algorithmen und psychologische Effekte begünstigt wird. Er beleuchtet die Rolle von Politik, Wissenschaft, Journalismus, Influencern und Bots, analysiert monetäre wie gesellschaftliche Kosten und diskutiert Strategien wie Faktenchecks, Strafverfolgung und Medienerziehung.
    Keywords: Fake News, Desinformation, Fehlinformation
    Date: 2026
    URL: https://d.repec.org/n?u=RePEc:zbw:pfobei:340154
  4. By: Feith, Annika; Fickler, Florian
    Abstract: Vielfalt ist in der deutschen Arbeitswelt längst Normalität: Über 80 Prozent der Beschäftigten erfüllen mindestens ein, fast die Hälfte mehrere Vielfaltsmerkmale. Trotz des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes bestehen Benachteiligungen fort - besonders bei Personen mit nicht-christlicher Religionszugehörigkeit, aber auch bei Beschäftigten mit hohem oder niedrigem Alter, mit Behinderungen oder chronischen Erkrankungen, mit Zuwanderungsgeschichte, bei Frauen sowie LSBTIQ*-Personen. Betroffene schätzen ihre Karrierechancen als schlechter ein, berichten häufiger von Mobbing und vermeiden es, Aspekte ihrer Identität offen zu zeigen. Die Studie zeigt Handlungsbedarf auf und empfiehlt, Vielfalt und Chancengleichheit strukturell zu verankern und eine inklusive Organisationskultur zu fördern.
    Keywords: Inklusion, Teilhabe, Diskriminierung, Organisationskultur, Vielfalt
    Date: 2026
    URL: https://d.repec.org/n?u=RePEc:zbw:hbsfof:340164
  5. By: Stadt Leipzig, Amt für Statistik und Wahlen
    Abstract: Bei der Kommunalen Bürgerumfrage handelt es sich um eine Mehrthemenbefragung (Omnibusbefragung). Die inhaltlichen Schwerpunkte ergeben sich aus den Informations­bedürfnissen der Stadtverwaltung. Der vorliegende Ergebnisbericht wertet ausgewählte Fragestellungen der Kommunalen Bürgerumfrage 2023 grafisch und textlich aus.
    Date: 2024–12–17
    URL: https://d.repec.org/n?u=RePEc:osf:socarx:sh8du_v1
  6. By: Schröder, Arne; Klever, Christin; Knöpfel, Tim; Niemann, Melina; Lasner, Tobias; Altmann, Brianne Andrea; Wolgast, Thiemo; Schütz, Aurelia; Bayer, Elisa; Risius, Antje; Döring, Ralf
    Abstract: Das vom Land Niedersachsen geförderte Forschungs- und Entwicklungsvorhaben "Entwicklung von Lösungs-ansätzen für die regionale Wertschöpfungskette Nordseekrabbe", kurz "Alternative Krabbenwertschöpfung", hatte zur Aufgabe, Lösungsansätze für eine regionale Wertschöpfungskette in der Krabbenfischerei zu entwickeln und diese hinsichtlich ihrer Nachhaltigkeit nach wissenschaftlichen Kriterien zu bewerten. Es sollte eine innovative Krabbenschältechnik im Vergleich zu anderen technischen Lösungen, inklusive Bau und Testung von Prototypen, untersucht werden. Zusätzliche Projekteinhalte waren betriebswirtschaftliche Analysen innovativer Entschälungsstrategien im Vergleich mit der Handentschälung in Nordafrika, eine Analyse der technischen Effizienz der niedersächsischen Krabbenfischereibetriebe und schließlich eine Analyse des Markt- und Absatzpotentials für regional entschälte Krabben sein. Letztes sollte unter Betrachtung der Umwelt- und Nachhaltigkeitskriterien sowie des Verbraucherwissens und der Verbraucherpräferenzen einschließlich der Analysen der Produktqualität betrachtet werden. Momentan werden 80-90% der deutschen Fänge durch nur zwei niederländische Großhändler abgenommen, die auch die Entschälung per Hand in Marokko finanziell und logistisch organisieren, die entschälten Krabben re-importieren sowie in Richtung Einzelhandel und Gastronomie vermarkten. Aufgrund dieser bestehenden Marktstrukturen und fehlender alternativer Absatzwege sind die einzelnen Fischereibetriebe abhängig von diesen Großhändlern und ihnen gegenüber in schwachen Verhandlungspositionen. Die kontaktlose maschinelle Entschälung mittels Druckes funktioniert im Prinzip; allerdings ist die Hochskalierung herausfordernd und im Projekt deswegen nicht abschließend erreicht worden. Hier wird weitere Entwicklungsarbeit nötig sein, auch um letztlich die Wirtschaftlichkeit des Betriebs von auf der neuen Technik beruhenden Entschälmaschinen beurteilen zu können und damit ihren möglichen Beitrag zu einer regionalen Wertschöpfung. Bereits existierende, mechanisch arbeitende Maschinen können dies wegen technischer Unzulänglichkeiten und den daraus folgenden hohen Arbeitskosten sowie geringer Fleischausbeute nicht leisten und sind zumindest regional nur in sehr eng begrenzten Nischenmärkten rentabel. Aufgrund in den letzten Jahren nicht möglicher Rücklagenbildung der Fischereibetriebe sind ihre Investitionsmöglichkeiten in den Aufbau von eigenen Entschälkapazitäten allerdings sehr eingeschränkt wie auch die Bereitschaft dazu unter den herrschenden Unsicherheiten (inkl. die Einsetzbarkeit der neuen Technik oder die möglichen Reaktionen der Großhändler auf solche Versuche). Schon relativ geringe Mengen an regionaler Entschälung, auch um nicht in Konkurrenz zu den Großhändlern zu treten, könnten aber bei entsprechend gegebener Wirtschaftlichkeit der kontaktlosen Technik die Profitabilität der Krabbenfischereibetriebe erhöhen. Des Weiteren gibt es deutliche Hinweise, dass Steigerungen der Effizienz einzelner Betriebe im Fang, obwohl bereits relativ hoch, möglich sind. So operieren Betriebe, die keine Fischerei im Winter betreiben, Fahrzeuge mit modernen Rumpfmaterialien nutzen oder deren Eigner Mitglied einer Erzeugerorganisation sind, effizienter. Eine höhere technische Effizienz geht einher mit höheren Gewinnen. Eine Vermarktung von aus regional anfallenden Krabbenschälresten hergestellte Produkte im Hobbybereich (Garten, Heimtierfutter, Angelei) ist ebenfalls möglich und könnte weitere Erlöse erzielen. Für Konsumierende ist die Krabbe ein typisches Nordseeprodukt und oft aus dem Urlaub bekannt; Regionalität inkl. der Krabbenverarbeitung ist ihnen wichtig und äußert sich in einer gewissen Mehrzahlungsbereitschaft. Dabei wird aber eine maschinelle Entschälung oft skeptisch gesehen und Krabben, die mit den bereits existierenden Maschinen mechanisch, d.h. per Kontakt, entschält werden, schnitten in Aussehen und Konsistenz bei Konsumierenden im Vergleich zu in Marokko handentschälten Nordseegarnelen schlecht ab. Allerdings ist bei vielen Verbraucherinnen und Verbrauchern der Informationsbedarf zur Nordseekrabbe und ihren Verarbeitungswegen noch hoch. Schlussfolgernd zeigte sich im Detail, wie eine regionale Wertschöpfungskette als ein wichtiger Baustein helfen könnte, die wirtschaftliche Situation der Krabbenfischerei zu verbessern, wobei eine Hochskalierung und Wirtschaftlichkeitsprüfung der neuen kontaktlosen Technologie noch aussteht.
    Abstract: The research and development project 'Development of solutions for the regional North Sea brown shrimp value chain', or 'Alternative brown shrimp added value' for short, funded by the state of Lower Saxony, had the task of developing solutions for a regional value chain in brown shrimp fishing and evaluating them in terms of their sustainability according to scientific criteria. The aim was to investigate an innovative crab shelling technique in comparison with other technical solutions, including the construction and testing of prototypes. Additional project content included business analyses of innovative peeling strategies compared to manual peeling in North Africa, an analysis of the technical efficiency of brown shrimp fishing companies in Lower Saxony, and finally an analysis of the market and sales potential for regionally peeled brown shrimps. The latter was to be considered in light of environmental and sustainability criteria as well as consumer knowledge and preferences, including analyses of product quality. Currently, 80-90% of German landings are purchased by just two Dutch wholesalers, who also organise the manual peeling in Morocco financially and logistically, re-import the peeled brown shrimps and market them to retailers and restaurants. Due to these existing market structures and the lack of alternative sales channels, individual fishing companies are dependent on these wholesalers and are in a weak negotiating position towards them. Contactless mechanical peeling using pressure works in principle; however, upscaling is challenging and has therefore not been conclusively achieved in the project. Further development work is necessary here, also to ultimately assess the economic viability of operating peeling machines based on the new technology and thus their potential contribution to regional added value. Existing mechanical machines cannot achieve this due to technical shortcomings and the resulting high labour costs and low meat yield, and are only profitable in very limited niche markets, at least regionally. However, due to the inability of fishing companies to build up financial reserves in recent years, their investment opportunities in developing their own shelling capacities are very limited, as is their willingness to do so given the prevailing uncertainties (including the usability of the new technology and the possible reactions of wholesalers to such attempts). Even relatively small amounts of regional shelling, also in order not to compete with wholesalers, could increase the profitability of brown shrimp fishing companies if the contactless technology will be economically viable. Furthermore, there are clear indications that increases in the efficiency of individual fishing companies are possible, even though it is already relatively high. For example, companies that do not fish in winter, use vessels with modern hull materials or whose owners are members of a producer organisation operate more efficiently. Higher technical efficiency goes hand in hand with higher profits. It is also possible to market products made from regional brown shrimp shelling residues in the hobby sector (gardening, pet food, fishing), which could generate additional revenue. For consumers, brown shrimps are a typical North Sea product and often familiar from holidays; regionality, including brown shrimp processing, is important to them and is reflected in a certain willingness to pay more. However, mechanical peeling is often viewed with scepticism, and brown shrimps that are peeled mechanically, i.e. by contact, using existing machines score poorly with consumers in terms of appearance and consistency compared to North Sea brown shrimps that are peeled by hand in Morocco. However, many consumers still have a high need for information about North Sea brown shrimps and how they are processed. In conclusion, it was shown in detail how a regional value chain could serve as an important building block in improving the economic situation of brown shrimp fishing companies, although upscaling and economic feasibility testing of the new contactless technology are still pending.
    Keywords: Nordseekrabbe, kontaktlose Entschälung, Wertschöpfungskette, Regionalität, Effizienzanalyse, Wirtschaftlichkeit, Brown shrimps, contactless peeling, value chain, regionality, efficiency analyses, economic viability
    Date: 2026
    URL: https://d.repec.org/n?u=RePEc:zbw:jhtire:340157
  7. By: Will, Niklas; Rock, Verena
    Abstract: Das Thema KI-gestützter Entscheidungsunterstützung im Immobilien-Investmentmanagement wird derzeit vor allem im Kontext von Effizienz, Standardisierung und Automatisierung diskutiert. Die vorliegende Arbeit analysiert daher Unterschiede in Argumentationslogik, Gewichtung zentraler Entscheidungsfaktoren und dem Auftreten heuristischer Muster zwischen menschlichen Entscheidungsgruppen und Large Language Models (LLMs). Die Arbeit untersucht drei Forschungsfragen: (1) Wie unterscheiden sich Human- und KI-Bewertungen von Investmentopportunitäten in Bezug auf Entscheidungsdeterminanten und Heuristiken? (2) Welche Heuristiken zeigen sich bei menschlichen Entscheidergruppen und inwiefern repliziert oder variiert KI diese Muster? (3) Welche Anforderungen lassen sich daraus für einen KI-basierten Entscheidungsagenten zur Prozessunterstützung ableiten? Zur Einordnung des Forschungsstandes wurde zunächst eine strukturierte Literaturanalyse durchgeführt; die Forschungsfragen wurden anschließend primär empirisch beantwortet. Methodisch basiert die Arbeit auf einer standardisierten Online-Befragung im experimentellen Zwei-Gruppen-Design mit manipulierten Investment-Teasern zur Prüfung von Anchoring, Framing, Representativeness, Herding und Overconfidence. Ergänzend wurden acht LLMs unter identischer Teaser- und Fragebogenlogik getestet; Experteninterviews dienen der Kontextualisierung und der Ableitung praxisnaher Gestaltungsprinzipien. Die Ergebnisse zeigen in der Humanbefragung heuristikkonsistente Muster: Preisanker verschieben Kaufpreisindikationen (Expert:innen reagieren konservativer als Studierende), Framing beeinflusst Tonund Risikowahrnehmung, Representativeness prägt Trendannahmen, während Herding insgesamt selten bleibt und Überkonfidenz nur schwach ausgeprägt ist. In den KI-Tests treten modellabhängige Muster auf: Mehrere Modelle sind ankersensitiv, Framing wirkt durchgängig auf Wahrnehmungsebene und teils auch auf die Investitionsentscheidung; Representativeness zeigt ein vergleichsweise robustes Profil, Herding ist nicht zu beobachten, während Überkonfidenz in Form hoher Entscheidungssicherheit bei einzelnen Modellen erkennbar ist. Für die Praxis wird ein KI-Entscheidungsagent konzipiert, der die Screening-Phase durch strukturierte Aufbereitung von Teaser-Informationen, konsistente Ableitung zentraler Parameter und transparente Begründungslogik unterstützt. Durch gezieltes Prompt Engineering zielt der Agent darauf ab, heuristikbedingte Verzerrungen zu reduzieren und robustere, konsistentere Bewertungen zu fördern. Im Human-in-the-Loop-Ansatz verbleibt die finale Entscheidung beim Investmentteam; der Agent erhöht Vergleichbarkeit und Qualität der Entscheidungsgrundlagen im Deal-Screening. Insgesamt leistet die Arbeit einen Beitrag zur Einordnung von Human-vs.-KI-Entscheidungslogiken im Immobilien-Investmentmanagement und zeigt, wie empirische Befunde in ein praxistaugliches Agentenkonzept für das Deal-Screening überführt werden können.
    Abstract: The role of AI-supported decision support in real estate investment management is increasingly discussed in the context of efficiency, standardization, and automation. This study therefore examines differences in reasoning logic, the weighting of key decision factors, and the occurrence of heuristic patterns between human decision-makers and Large Language Models (LLMs). The analysis addresses three research questions: (1) How do human and AI-based evaluations of real estate investment opportunities differ with respect to decision determinants and heuristics? (2) Which heuristics can be observed among human decision-makers, and to what extent do AI models replicate or vary these patterns? (3) What requirements can be derived for a KI-based decision agent designed to support investment screening processes? To contextualize the research landscape, a structured literature review was conducted first; the research questions were subsequently addressed primarily through empirical analysis. Methodologically, the study is based on a standardized online survey using an experimental two-group design with manipulated investment teasers to test Anchoring, Framing, Representativeness, Herding, and Overconfidence. In addition, eight LLMs were tested using identical teaser and questionnaire logic. Expert interviews were conducted to contextualize the findings and derive practice-oriented design principles. The results show heuristic-consistent patterns in the human sample: price anchors shift indicated purchase prices (experts react more conservatively than students), framing affects tone perception and risk perception, and representativeness shapes trend expectations, while herding behavior remains rare and overconfidence appears only weakly pronounced. In the AI tests, model-dependent patterns emerge: several models are sensitive to anchors, framing consistently affects perception and in some cases also the investment decision, and representativeness shows a comparatively robust profile. Herding behavior is not observed, while overconfidence appears in some models in the form of high decision confidence. For practical application, the study develops a KI-based decision agent that supports the early screening phase by structuring teaser information, consistently deriving key decision parameters, and providing transparent reasoning for evaluations. Through targeted prompt engineering, the agent aims to reduce heuristic-related distortions and promote more robust and consistent assessments. Within a human-inthe-loop framework, the final investment decision remains with the investment team, while the agent improves the comparability of opportunities and the quality of decision foundations in deal screening. Overall, the study contributes to a better understanding of human versus AI decision logics in real estate investment management and demonstrates how empirical findings can be translated into a practical agent-based concept to support deal screening processes.
    Keywords: Immobilienbewertung, Management-Informationssystem, Investitionsentscheidung, Künstliche Intelligenz
    Date: 2026
    URL: https://d.repec.org/n?u=RePEc:zbw:iiwmps:340170
  8. By: Knapp, Nikolai T.; Dietrich, Viktoria; Dühnelt, Petra-Elena; Bielefeldt, Judith; Wellbrock, Nicole
    Abstract: In der Waldzustandserhebung (WZE) wird jedes Jahr die Vitalität der wichtigsten Waldbaumarten erfasst, um deren langjährige Entwicklung zu dokumentieren und mögliche Schäden, welche sich in erhöhter Kronenverlichtung äußern, erkennen zu können. Die Ansprache der Bäume findet hierzu an Stichprobenpunkten statt, die in einem regelmäßigen Gittermuster über Deutschland verteilt angeordnet sind. Für den Waldzustandsbericht der Bundesregierung wurden in der Vergangenheit ausschließlich Daten von Stichprobenpunkten ausgewertet, welche im Abstand von 16 km voneinander entfernt liegen, auf dem sogenannten 16×16-Gitter. Die Bundesländer erheben in der Regel für ihre Waldzustandsberichte Daten von zusätzlichen Flächen auf einem dichteren Stichprobengitter, dem sogenannten 8×8-Gitter. Diese 8×8-Daten liegen dem Bund allerdings für die Vergangenheit nur für ausgewählte Jahre vor, in denen auf diesem Gitter auch die Bodenzustandserhebung (BZE) stattgefunden hat. Zukünftig soll der Waldzustandsbericht des Bundes alle 8×8-Daten berücksichtigen. Durch den größeren Stichprobenumfang sollen die Schätzfehler reduziert werden, um insbesondere robustere Aussagen über die weniger häufig vorkommenden Nebenbaumarten und über die wichtigsten Schadursachen machen zu können. Wichtigste Schätzgrößen für die einzelnen Baumarten sind die mittlere Kronenverlichtung, der Anteil der Waldfläche mit deutlicher Kronenverlichtung über 25% und der Anteil der Waldfläche, der von einer bestimmten Schadursache betroffen ist. Die Schätzunsicherheiten für diese Größen können jeweils als Standardfehler angegeben werden. Bei der Berechnung der Standardfehler müssen allerdings einige Aspekte des Stichprobendesigns berücksichtigt werden. Zum einen handelt es sich um eine Klumpenstichprobe und zum zweiten müssen die Stichprobenpunkte verschieden stark gewichtet werden, da die räumliche Anordnung der Punkte auf dem 8×8-Gitter in einigen Bundesländern variiert. Hierfür wird ein räumliches Gewichtungsverfahren basierend auf einer Voronoi-Kachelung eingeführt. Anhand der vorliegenden 8×8-Daten aus den Jahren der BZE, 2006-2008 und 2022-2024, wurde analysiert wie sich die Ergebnisse, abhängig davon, ob nur 16×16-Daten oder ob alle 8×8-Daten in die Auswertung einfließen, unterscheiden. Dabei zeigte sich insbesondere bei den Nebenbaumarten, dass sich die Standardfehler der Schätzungen mit der umfassenderen Datengrundlage des 8×8-Gitters reduzieren. In einzelnen Fällen lagen die 16×16-Werte auch merklich neben den 8×8-Werten. Insgesamt zeigte sich für die überwiegende Mehrheit der Baumarten für den Zeitraum 2022-2024 eine Verschlechterung im Kronenzustand gegenüber 2006-2008. Für welche Baumarten man diese Verschlechterung als statistisch signifikant bezeichnen kann, wurde anhand der Konfidenzintervalle der Schätzwerte bestimmt. Anhand der 8×8-Daten lassen sich für eine größere Anzahl von Baumarten signifikante Verschlechterungen feststellen, als mit den 16×16-Daten. Die wichtigsten Schadursachen unterscheiden sich von Baumart zu Baumart und verschiedene Schadursachen zeigen sehr unterschiedliche zeitliche Verläufe. Auch hier helfen die zusätzlichen Daten des 8×8-Gitters die Standardfehler zu reduzieren und höhere Schätzgenauigkeiten zu erzielen. Die Studie dokumentiert das Gewichtungs- und Berechnungsverfahren für Schätzwerte und Standardfehler für die Ergebnisse der Waldzustandserhebung. Sie verdeutlicht die Vorteile der Berücksichtigung aller Daten des 8×8-Gitters für bundesweite Aussagen über den Waldzustand. Eine genauere Erfassung von Vitalitätstrends auch für weniger häufige Baumarten ist vor allem angesichts des voranschreitenden Klimawandels und der nötigen Waldanpassung von großem Interesse.
    Abstract: The Crown Condition Survey (WZE) records the vitality of the most important forest tree species every year in order to document their long-term development and identify potential problems that manifest themselves in increased crown defoliation. The trees are assessed at sampling points arranged in a regular grid pattern across Germany. In the past, the German government's Forest Condition Report exclusively evaluated data from sampling points located 16 km apart on the so-called 16×16 grid. The federal states usually collect additional data for their forest condition reports on a denser sampling grid, the so-called 8×8 grid. However, the federal government only has access to this 8×8 data for selected years in the past, during which the National Forest Soil Inventory (BZE) was also carried out on this grid. In future, the federal government's forest condition report will take all 8×8 data into account. The larger sample size is intended to reduce estimation errors, in particular to enable more robust statements to be made about less abundant tree species and the most important causes of damage. The most important condition variables for the individual tree species are the average crown defoliation, the proportion of the area with significant crown defoliation of over 25% and the proportion of the area affected by a specific cause of damage. The estimation uncertainties for these condition variables can be specified as standard errors in each case. However, when calculating the standard errors, several aspects of the sample design must be taken into account. Firstly, this is a cluster sample and, secondly, the sample points must be weighted differently because the spatial arrangement of the points on the 8×8 grid varies in some federal states. For this purpose, a spatial weighting method based on Voronoi tessellation is introduced. Using the available 8×8 data from the BZE years 2006-2008 and 2022-2024, an analysis was conducted to determine how the results differ depending on whether only 16×16 data or all 8×8 data are included in the evaluation. It was found that, particularly for less abundant tree species, the standard errors of the estimates were reduced with the more comprehensive data basis of the 8×8 grid. In individual cases, the 16×16 values also differed noticeably from the 8×8 values. Overall, the vast majority of tree species showed a deterioration in crown condition when the period 2022-2024 was compared to 2006-2008. The tree species for which this deterioration can be described as statistically significant were determined on the basis of the confidence intervals of the estimated values. The 8×8 data reveal significant deterioration for a larger number of tree species than the 16×16 data. The main causes of damage vary from tree species to tree species, and different causes of damage show very different temporal patterns. Here, too, the additional data from the 8×8 grid help to reduce standard errors and achieve higher estimation accuracy. The study documents the weighting and calculation methods used for estimates and standard errors for the results of the Crown Condition Survey. It highlights the advantages of considering all data from the 8×8 grid for nationwide statements on forest condition. A more accurate recording of vitality trends, particularly for less common tree species, is of great interest, especially in view of advancing climate change and the necessary adaptation of forests.
    Keywords: Waldzustandserhebung, Stichprobengitter, Gewichtungsverfahren, Nebenbaumarten, Schadursachen, Crown Condition Survey, Sampling Grid, Weighting Approach, Less Common Tree Species, Damage Causes
    Date: 2026
    URL: https://d.repec.org/n?u=RePEc:zbw:jhtiwp:340158
  9. By: List, Ludwig; Dammerer, Quirin
    Keywords: Wirtschaft, Gesellschaft
    Date: 2026–04–22
    URL: https://d.repec.org/n?u=RePEc:clr:mwugar:272
  10. By: Arentz, Christine; Winter, Henri; Simon, Jan-Henrik
    Abstract: Hintergrund: Seit Einführung des neuen Pflegebedürftigkeitsbegriffs 2017 ist die Anzahl der Leistungsempfänger in der gesetzlichen Pflegeversicherung deutlich über das demografisch zu erwartende Ausmaß angestiegen. In der Folge sind die Beitragssätze in der Sozialen Pflegeversicherung und die Prämien in der Privaten Pflegepflichtversicherung wiederholt gestiegen. Dieser Beitrag analysiert die Charakteristika der Erstantragsteller in der privaten Pflegepflichtversicherung mit einem Fokus auf Pflegegrad 1, um Präventionspotentiale für die Versicherten und Reformelemente für die gesetzliche Pflegeversicherung zu identifizieren. Methodik: Die Datenerhebung erfolgte durch die Medicproof GmbH im Rahmen der Pflegebegutachtung der Privatversicherten in Deutschland, die von 2017-2023 einen Erstantrag auf Leistungen der Privaten Pflegepflichtversicherung stellten. Die Daten wurden in aggregierter Form zur Verfügung gestellt und mit deskriptiven Methoden ausgewertet. Ergebnisse: Über 70% der Erstanträge enden in einer Einstufung in Pflegegrad 1 oder 2. Versicherte in höheren Pflegegraden sind eher männlich und tendenziell jünger. Sie erhalten ein hohes Maß an professioneller Pflege, wohingegen Versicherte in Pflegegrad 1 zu 83% ausschließlich von privaten Pflegepersonen gepflegt werden. Versicherte in Pflegegrad 1 haben vor allem leichte Einschränkungen im Bereich der Mobilität. Daraus ergeben sich Einschränkungen im Bereich der Selbstversorgung und im Umgang mit Krankheits- und therapiebedingten Anforderungen. 30% der Pflegebedürftigen in Pflegegrad 1 werden bereits innerhalb eines Jahres hochgestuft, dabei verschlechtern sich vor allem die Mobilität sowie kognitive und kommunikative Fähigkeiten. Schlussfolgerung: Von dem erleichterten Zugang zu Leistungen der Pflegeversicherung profitieren in Pflegegrad 1 vor allem Pflegebedürftige mit leichten Einschränkungen, die vor allem Unterstützung bei der Selbstversorgung und dem Umgang mit Krankheits- und therapiebedingten Anforderungen benötigen. Diese Gruppe benötigt häufig noch keine inhärente pflegerische Unterstützung. Allerdings werden viele innerhalb eines Jahres aufgrund von Verschlechterungen in präventionssensitiven Bereichen in einen höheren Pflegegrad eingestuft. Die zunehmende finanzielle Beanspruchung der Pflegeversicherung unterstreicht die Notwendigkeit, Ressourcen bedarfsgerechter einzusetzen und Prävention als zentralen Bestandteil der Leistungserbringung zu stärken.
    Abstract: Background: In Germany, individuals in need of long-term care are entitled to benefits from the long-term care insurance system. In recent years, the number of beneficiaries has risen far beyond the level that could be expected from demographic trends. This development already places a considerable financial burden on the system and is projected to intensify further in the future. This study analyzes the characteristics of first-time applicants in the private long-term care insurance scheme, with a particular focus on Care Degree 1, in order to identify both preventive potential for insured individuals and possible reform elements for the insurance system. Methods: Data were collected by Medicproof GmbH in the context of care assessments for privately insured individuals in Germany who submitted a first-time application for long-term care insurance benefits between 2017 and 2023. The data was provided in aggregated form and analyzed using descriptive methods. Results: More than 70% of first-time applications result in classification into Care Levels 1 or 2. Individuals classified into higher care levels are more likely to be male and, on average, somewhat younger. They typically receive a substantial amount of professional care, whereas 83% of those in Care Level 1 are cared for exclusively by informal caregivers. Care Level 1 beneficiaries exhibit primarily minor mobility impairments, which in turn lead to limitations in self-care (Module 6) and in managing disease- and therapy-related demands (Module 5). Approximately 30% of individuals in Care Level 1 are reassigned to a higher care level within one year. The most pronounced increases in assessment scores occur in Module 1 (Mobility) and Module 2 (Cognitive and Communicative Abilities). Conclusion: The facilitated access to long-term care benefits primarily supports individuals in Care Level 1 with mild impairments who mainly require assistance with self-care and managing disease- and therapy-related demands. This group frequently does not yet require inherent nursing support. However, about 30% of them are reassigned to a higher care level within one year due to deterioration in prevention-sensitive domains. Given the substantial financial strain on the long-term care insurance system, it is advisable to allocate resources more strategically and to orient Care Level 1 more strongly toward preventive measures.
    Date: 2025
    URL: https://d.repec.org/n?u=RePEc:zbw:thkivw:340173
  11. By: Zombek, Max; Schmal, W. Benedikt
    Abstract: - Hohe Spritpreise belasten Haushalte und Unternehmen unmittelbar und insbesondere dort, wo Mobilität alternativlos ist. Weder der Tankrabatt noch ein denkbares "Klimageld" lösen dieses Problem überzeugend. - Dieser Policy Impuls schlägt deshalb mit handelbaren Steuervergünstigungen eine gangbare Alternative vor: Der Staat verteilt ein begrenztes digitales Kontingent an Entlastungsrechten, das entweder selbst beim Tanken genutzt oder an andere verkauft werden kann. - Das Modell verbindet zielgruppenorientierte Entlastung mit marktwirtschaftlicher Allokation. Wer wenig fährt, kann überschüssige Rechte veräußern und die Erlöse anderweitig nutzen; wer stärker auf Kraftstoff angewiesen ist, kann zusätzliche Rechte zukaufen. - Ordnungspolitisch liegt der Vorteil dieser Lösungen gegenüber einer pauschalen Entlastung zudem darin, dass nicht jeder zusätzliche Liter subventioniert wird. Stattdessen bleibt Knappheit sichtbar, während die Entlastung fiskalisch begrenzt und bedarfsgerechter organisiert werden kann.
    Date: 2026
    URL: https://d.repec.org/n?u=RePEc:zbw:formoe:340188
  12. By: Fußhöller, Lukas; Küper, Malte
    Abstract: Die Dekarbonisierung der deutschen Industrie erfordert grundlegende Veränderungen der Produktionsprozesse. Viele der dafür benötigten Technologien sind bislang jedoch noch nicht im industriellen Maßstab erprobt und mit erheblichen technologischen, infrastrukturellen und marktbezogenen Unsicherheiten verbunden. Diese Transformationsrisiken mindern die Investitionsattraktivität aus Sicht der Unternehmen und erschweren zugleich die Finanzierung entsprechender Projekte durch Banken, da sie die Stabilität erwarteter Cashflows beeinträchtigen und das Kreditausfallrisiko erhöhen. Eine wirksame Transformationsfinanzierung muss daher gezielt an den zugrunde liegenden Risikofaktoren ansetzen. Die Studie untersucht dazu bestehende Reifegradkonzepte als Instrumente zur systematischen Erfassung von Risiken industrieller Dekarbonisierungstechnologien. [...] Auf Basis einer vergleichenden Analyse entwickelt die Studie eine eigene Methodik zur Erfassung von Transformationsrisiken in der Industriedekarbonisierung. Im Mittelpunkt steht eine Systematik zentraler Risikodimensionen in den Bereichen Energieinfrastruktur, Industrieunternehmen und Absatzmärkte, die durch politisch-regulatorische Rahmenbedingungen und gesellschaftliche Akzeptanz übergreifend beeinflusst werden. Zur Erhöhung der Nachvollziehbarkeit und Vergleichbarkeit werden die identifizierten Risikodimensionen nicht nur qualitativ beschrieben, sondern durch quantitative Indikatoren operationalisiert. Auf diese Weise lassen sich Transformationsrisiken systematisch messen und technologieübergreifend bewerten. Damit liefert die Studie einen Ansatz, Transformationsrisiken der industriellen Dekarbonisierung systematisch, vergleichbar und quantitativ zu erfassen und schafft die Grundlage, diese gezielt zu adressieren und privates Kapital effektiver zu mobilisieren.
    Abstract: The decarbonization of German industry requires fundamental transformations of production processes. However, many of the necessary technologies have not yet been demonstrated at industrial scale and are associated with significant technological, infrastructural, and market-related uncertainties. These transformation risks reduce the attractiveness of investments from the perspective of firms and simultaneously impede the financing of such projects by banks, as they undermine the stability of expected cash flows and increase credit default risk. Effective transformation finance must therefore directly address the underlying risk factors. To this end, the study examines existing readiness frameworks as instruments for the systematic assessment of risks associated with industrial decarbonization technologies. [...] Based on a comparative analysis, the study develops a novel methodology for assessing transformation risks in industrial decarbonization. At its core is a structured framework of key risk dimensions across energy infrastructure, industrial firms, and end-use markets, which are cross-cuttingly influenced by political-regulatory conditions and societal acceptance. To enhance transparency and comparability, the identified risk dimensions are not only described qualitatively but also operationalized through quantitative indicators. This enables systematic measurement and cross-technology evaluation of transformation risks. The study thus provides an approach to systematically, comparably, and quantitatively assess transformation risks in industrial decarbonization, laying the foundation for addressing these risks in a targeted manner and more effectively mobilizing private capital.
    Keywords: Dekarbonisierung, Produktionsprozess, Technischer Fortschritt, Investitionsentscheidung, Entscheidung unter Unsicherheit, Kapitalbeschaffung
    JEL: G32 Q55 L60
    Date: 2026
    URL: https://d.repec.org/n?u=RePEc:zbw:iwkrep:340168
  13. By: Holz, Michael; Kranzusch, Peter; Pahnke, André; Rieger-Fels, Markus; Suprinovič, Olga; Wolter, Hans-Jürgen
    Abstract: Politische Bemühungen, Unternehmen zu einem sog. De-Risking in Bezug auf chinesische Zulieferungen zu veranlassen, zeigen bisher nur geringen Erfolg. Diese Studie untersucht auf Basis von Verbands- und Unternehmensinterviews mögliche Gründe für ein ausbleibendes De-Risking, insbesondere bei mittelständischen Unternehmen. Es zeigt sich, dass sich die Unternehmen der Risiken einer Abhängigkeit durchaus bewusst sind, dass Maßnahmen zur Abhängigkeitsreduktion aber an konkreten Hindernissen (z. B. regulatorische Hürden, Kosten) scheitern.
    Abstract: Political efforts to encourage companies to engage in a so-called de-risking with regard to Chinese suppliers have so far met with little success. Based on interviews with business associations and companies, this study examines possible reasons for the lack of de-risking, particularly among Mittelstand companies. It shows that these companies are well aware of the risks of dependency, but that measures to reduce their dependency are failing due to specific obstacles (e.g., regulatory hurdles, costs).
    Keywords: China, kritische Abhängigkeit, kritische Rohstoffe, De-Risking, Mittelstand, critical dependency, critical raw materials, de-risking, Mittelstand enterprises
    JEL: D22 F61 M21
    Date: 2026
    URL: https://d.repec.org/n?u=RePEc:zbw:ifmmat:340160
  14. By: Röhl, André
    Abstract: Das Workingpaper untersucht das KRITIS-Dachgesetz im Spannungsfeld von europarechtlicher Vorgabe, nationaler Sicherheitsgovernance und organisationalen Resilienzkonzepten. Im Mittelpunkt stehen fünf Unschärfen des Gesetzes, insbesondere mit Blick auf Resilienzverständnis, Schwellenwertlogik und Anlagenfokussierung. Es wird argumentiert, dass das KRITIS-DG ein wichtiger Schritt sei, der Beitrag zu einem kohärenten Verständnis gesellschaftlicher Resilienz jedoch noch begrenzt bleibe.
    Abstract: This working paper examines the KRITIS Framework Act within the context of European legal requirements, national security governance, and organizational resilience concepts. The focus is on five ambiguities in the law, particularly with regard to the understanding of resilience, threshold logic, and the focus on infrastructure. It is argued that the KRITIS Framework Act is an important step, but that its contribution to a coherent understanding of societal resilience remains limited.
    Date: 2026
    URL: https://d.repec.org/n?u=RePEc:zbw:nbswps:340198
  15. By: Radunz, Alexander
    Abstract: Viktor Orbáns FIDESZ hat nach 16 Regierungsjahren zum ersten Mal eine Wahlniederlage eingefahren. Vor allem wirtschaftliche Probleme als Folge eines autoritären und interventionistischen Regierungsstils haben den Ausschlag zum rasanten Aufstieg und Erdrutschsieg einer oppositionellen Protestpartei am 12. April 2026 gegeben. Dass die neue Mehrheit sogar für eine Zweidrittelmehrheit im Parlament reicht, verleiht dem Wahlausgang zusätzliche politische Tragweite. Er markiert nicht nur einen Regierungswechsel, sondern eröffnet erstmals seit 2010 die Möglichkeit, zentrale institutionelle und wirtschaftspolitische Machtstrukturen der Orbán-Ära grundlegend zurückzubauen. Dabei galt Ungarn unter der autoritären Politik Orbánsinnerhalb der EU lange Zeit als Sonderfall: wirtschaftlich global stark integriert, industriegetrieben und investorenfreundlich, zugleich jedoch politisch zunehmend zentralisiert, mit wachsenden Eingriffen in Märkte und Institutionen und einer immer stärker sichtbaren State Capture. Dieser Report analysiert die Leistungsfähigkeit des ungarischen Wirtschaftsmodells seit der erneuten Regierungsübernahme durch FIDESZ im Jahr 2010 im Vergleich zu Polen, Tschechien, der Slowakei (Visegrádländer, V4) und Rumänien. Im Fokus stehen Wachstum und Innovationsfähigkeit, Industrie- und Investitionsstruktur, Fiskal- und Arbeitsmarktpolitik sowie die Entwicklung des Preisniveaus. Im Kern steht dabei die Frage, inwieweit die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit Ungarns institutionell unterlegt ist oder ob sie in wesentlichen Teilen auf politisch vermittelten, strukturell fragilen Wachstumsmechanismen beruht.
    Abstract: This report analyzes Hungary's economic development since the return of the FIDESZ government in 2010, benchmarking its trajectory against the Visegrád countries and Romania. It addresses the central question of whether a populist-authoritarian governance model can sustain long-term economic performance. Methodologically, the analysis follows a most-similar-systems design and combines a detailed, indicator-based comparison of key economic dimensions, including industrial structure, foreign direct investment, trade integration, productivity, innovation capacity, financing conditions, labor market dynamics, and price developments. This granular approach allows for identifying structural divergences beyond aggregate macroeconomic trends. The findings indicate that Hungary has developed a distinct political-economic model ("Orbanomics") characterized by extensive state intervention, selective market regulation, and politically influenced resource allocation. While this model can generate short-term stabilization and investment impulses, it increasingly produces structural imbalances over time. These are reflected in persistently elevated inflation, rising financing costs, weaker productivity growth, and reduced investment dynamics. At the core of this development lies a cumulative trust mechanism: institutional deterioration raises risk premia, constrains capital formation, and weakens long-term growth potential.
    Keywords: Autoritarismus, Wahl, Wirkungsanalyse, Standortpolitik, Ungarn
    JEL: P16 E31 O43 E02 H70 D72
    Date: 2026
    URL: https://d.repec.org/n?u=RePEc:zbw:iwkrep:340167
  16. By: Jost, Thomas; Seitz, Franz
    Abstract: Die europäischen Regeln zur Begrenzung der Staatsverschuldung haben sich nicht bewährt. Das Regelwerk ist zu komplex, die Überwachung und Durchsetzung unterliegt politischen Einflussnahmen und eine wirkungsvolle Sanktionierung von Regelverstößen findet nicht statt. Wir analysieren vor diesem Hintergrund die generelle Effektivität fiskalischer Regeln. Dafür werten wir zunächst die Literatur zu diesem Thema aus. Daran anschließend stellen wir die Chronologie der Fiskalregeln in der EU seit Ende der 1980er Jahre dar und gehen dabei auch auf die jüngste Reform des Stabilitäts- und Wachstumspaktes ein. Nach diesen Ausführungen leiten wir eine einfache Regel in Übereinstimmung mit dem Vertrag über die Arbeitsweise der EU (AEUV) her, die dann für Simulationsrechnungen generell und mit den aktuellen Regelungen verwendet wird. Diese Regel setzt am Kernproblem der zu hohen Staatsverschuldung an, bewahrt die fiskalische Souveränität der Mitgliedsländer, ist transparent und kontrollierbar und entkoppelt der Geldpolitik von der Fiskalpolitik. Die Regel ist flexibel und prinzipiell in der Lage, übermäßig hohe Schuldenquoten innerhalb eines überschaubaren Zeitraums abzubauen.
    Abstract: European rules on limiting government debt have not proven effective. The rules are too complex, monitoring and enforcement are subject to political influence, and there are no effective sanctions for violations. Against this backdrop, we analyze the overall effectiveness of fiscal rules. To do so, we first evaluate the literature on this topic. This is followed by a chronology of fiscal rules in the EU since the late 1980s, including the most recent reform of the Stability and Growth Pact. Based on these findings, we derive a simple rule in accordance with the Treaty on the Functioning of the European Union (TFEU), which is then used for simulation exercises in general and with the current regulations. This rule addresses the core problem of excessive public debt, is transparent as well as controllable and decouples monetary policy from fiscal policy. The rule is flexible and, in principle, capable of reducing excessively high debt ratios within a manageable period of time.
    Keywords: Konvergenzkriterien, Staatsverschuldung, Fiskalregeln, Stabilitäts- undWachstumspakt
    JEL: E62 E65 F45 H63
    Date: 2026
    URL: https://d.repec.org/n?u=RePEc:zbw:hawdps:340155

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