nep-ger New Economics Papers
on German Papers
Issue of 2026–05–25
six papers chosen by
Roberto Cruccolini, Ludwig-Maximilians Universität München


  1. FIW-Jahresgutachten 2026 Die österreichische Außenwirtschaft By Harald Oberhofer; Elisabeth Christen; Vasily Astrov; Robert Stehrer; Martin Ertl; Adrian Wende; Klaus Weyerstraß
  2. Donut-Ökonomie By Claudius Gräbner-Radkowitsch; David J. Petersen
  3. Konzept zur standortangepassten Honorierung der F.R.A.N.Z.-Maßnahmen in den F.R.A.N.Z.-Regionen: Entwicklung eines Regionalmodells zur Honorierung von Agrarumweltmaßnahmen By Röder, Norbert; Krämer, Christine
  4. Deutschkenntnisse und Arbeitsmarktintegration: Die Hälfte der Betriebe fordert bei Einstellungen mindestens ein B2-Sprachniveau (German Language Skills and Labor Market Integration: Half of All Establishments Require at Least a B2 Language Level for Hiring) By Keita, Sekou; Kubis, Alexander
  5. Strukturwandel und Spezialisierung von Regionen: Branchenvielfalt erhöht die strukturelle Widerstandsfähigkeit (Structural change and regional specialization: sectoral diversity increases structural resilience) By Alm, Bastian; Fuchs, Michaela; Sujata, Uwe; Weyh, Antje
  6. Wie ein Solidarbeitrag in der PKV die Finanzierungsprobleme und Ungerechtigkeiten in der Gesundheitsversorgung reduzieren könnte By Boysen-Hogrefe, Jens; Schmidt, Ulrich

  1. By: Harald Oberhofer; Elisabeth Christen; Vasily Astrov; Robert Stehrer; Martin Ertl; Adrian Wende; Klaus Weyerstraß
    Abstract: Das Jahr 2025 war von Donald Trumps protektionistischer Handelspolitik und der damit einhergehenden handelspolitischen Unsicherheit geprägt. Mit dem Ausbruch des Kriegs zwischen den USA und Israel auf der einen und dem Iran auf der anderen Seite Ende Februar 2026 rückte der Nahe Osten in den Fokus der weltwirtschaftlichen Entwicklungen. Die Blockade der Straße von Hormus löste einen Energiepreisschock aus, der die globale Konjunkturerholung dämpft und insbesondere energieimportierende Volkswirtschaften belastet. Vor diesem Hintergrund schrumpften die österreichischen Warenexporte im Jahr 2025 nominell um 0, 5% und real um 1, 1%, während die Warenimporte real um 4, 8% zulegten. Die Warenhandelsbilanz verschlechterte sich um 8, 8 Mrd. € auf ein Defizit von 6, 6 Mrd. €.
    Keywords: international trade, Austrian Foreign Trade, Economic Outlook Austria, exports
    Date: 2026–05
    URL: https://d.repec.org/n?u=RePEc:wsr:fiwjag:y:2026:m:05
  2. By: Claudius Gräbner-Radkowitsch (Department of Plural Economics, Europe University Flensburg, Germany; Institute for Comprehensive Analysis of the Economy, Johannes Kepler University Linz, Austria); David J. Petersen (Department of Plural Economics, Europe University Flensburg, Germany)
    Abstract: Die von Kate Raworth entwickelte Donut-Ökonomie markiert eine konzeptionelle Wende in der Klimadebatte, indem sie das Ziel eines grünen BIP-Wachstums durch ein vieldimensionales Verständnis von sozial-ökologischem Wohlstand ersetzt. Kern des Ansatzes ist das visuelle Modell einer doppelten Grenze: Ein innerer Ring definiert soziale Mindeststandards, während ein äußerer Ring die ökologischen Belastbarkeitsgrenzen des Planeten markiert. Der daraus resultierende „safe and just space“ dient als multidimensionaler Kompass für eine regenerative und distributive Wirtschaft. In der Praxis wird dieses Modell, koordiniert durch das Doughnut Economics Action Lab (DEAL), zunehmend auf kommunaler Ebene – etwa durch Instrumente wie das „City Portrait“ – zur Steuerung von Transformationsprozessen eingesetzt. Die Stärke des Konzepts liegt in seiner hohen Anschlussfähigkeit und Kommunikationskraft, doch wird kritisch angemerkt, dass die konzeptionelle Offenheit auch Risiken birgt. So können hinter einer scheinbar objektiven Indikatorik handfeste Macht- und Verteilungsfragen verschwinden, was die Gefahr einer Depolitisierung oder eines rein symbolischen „Doughnut-Washings“ befördert. Letztlich erweist sich die Donut-Ökonomie als wertvoller Orientierungsrahmen, dessen transformative Wirkung jedoch maßgeblich von der politischen Konsequenz in der lokalen Anwendung abhängt.
    Date: 2026–03
    URL: https://d.repec.org/n?u=RePEc:set:wpaper:5
  3. By: Röder, Norbert; Krämer, Christine
    Abstract: Im Rahmen des F.R.A.N.Z.-Projekts ("Für Ressourcen, Agrarwirtschaft und Naturschutz mit Zukunft") wurde eine Studie durchgeführt, um die Effizienz der Umsetzung von Agrarumweltmaßnahmen in Deutschland zu steigern. Hintergrund der Studie ist, dass Agrarumweltmaßnahmen bisher selten in Regionen mit intensiver Landwirtschaft umgesetzt wurden. Durch eine stärkere Regionalisierung der Prämien können tendenziell mehr Flächen in Regionen mit intensiver Landwirtschaft erreicht werden, ohne das Budget zu erhöhen. Für die Analyse wurden die Unterschiede der Deckungsbeiträge je Hektar auf Gemeindeebene für das Jahr 2020 auf Basis frei verfügbarer Daten ermittelt. Hierzu wurde ein bestehendes Modell weiterentwickelt. Dabei zeigen sich große regionale Unterschiede in den Deckungsbeiträgen. Insbesondere für verschiedene Agrar- umweltmaßnahmen im Ackerbau wie Blühstreifen, Extensivgetreide und Feldvogelinseln wurden die damit verbundenen Kosten in Abhängigkeit von der intendierten Inanspruchnahme und den angesetzten Lohnkosten berechnet. Es zeigt sich, dass die Teilnahmekosten maßgeblich von den Opportunitätskosten der verdrängten Kulturen beeinflusst werden. Dies erklärt, warum die Kosten für die einzelnen Maßnahmen meist ein sehr ähnliches räumliches Muster aufweisen. Der verwendete Ansatz eignet sich, um die Kosten einer Teilnahme an einer Vielzahl von Agrarumweltmaßnahmen räumlich differenziert abzuschätzen. Wie erwartet, variieren die Kosten von Agrarumweltmaßnahmen stark zwischen den Regionen und hängen maßgeblich von der Intensität der landwirtschaftlichen Produktion ab. Eine regionale Prämiendifferenzierung kann die Effizienz des Mitteleinsatzes für Agrarumweltmaßnahmen verbessern. Mit Hilfe von Verwaltungsdaten (z. B. Daten des Integrierten Verwaltungs- und Kontrollsystems (InVeKoS)) wäre eine noch differenziertere Betrachtung möglich.
    Abstract: As part of the F.R.A.N.Z. project ("For resources, agriculture and nature conservation with a future") a study was conducted to increase the efficiency of the implementation of agri-environmental measures in Germany. The background to the study is that agri-environmental measures have so far rarely been implemented in regions with intensive agriculture. Greater regionalisation of payments would tend to reach more land in regions with intensive agriculture without increasing the overall budget. For the analysis, the differences in gross margins per hectare at the municipal level for the year 2020 were determined on the basis of freely available data. An existing model was further developed for this purpose. This revealed large regional differences in gross margins. In particular, for various agri-environmental measures in arable farming, such as flower strips, extensive cereals and farmland bird plots, the associated costs were calculated as a function of the intended enrolment rate and the assumed labour costs. It can be seen that the opportunity costs of the replaced crops significantly influenced the participation costs in agri-environmental measures. This explains why the costs for the individual measures generally follow a very similar spatial pattern. The approach used is suitable for estimating the costs of participating in a variety of agri-environmental measures on a spatially differentiated basis. As expected, the costs of agri-environmental measures vary greatly between regions and depend largely on the intensity of agricultural production. Regional differentiation of payments can improve the efficiency of the use of funds for agri-environmental measures. The utilisation of administrative data, such as that stored in the integrated accounting and control systems, would enable a more detailed analysis.
    Keywords: Agrarumweltmaßnahmen, regionale Prämiendifferenzierung, Biodiversität, gemeinsame Agrarpolitik, agri-environmental measures, regionally differentiated payment rates, biodiversity, commonagricultural policy
    JEL: Q18 Q24 Q57
    Date: 2026
    URL: https://d.repec.org/n?u=RePEc:zbw:jhtiwp:341105
  4. By: Keita, Sekou (Institute for Employment Research (IAB), Nuremberg, Germany); Kubis, Alexander (Institute for Employment Research (IAB), Nuremberg, Germany)
    Abstract: "In the coming years, Germany will rely more heavily on immigration to meet the demand for workers and skilled labor. However, many immigrants initially have only limited German language skills. The latest data from the IAB Job Vacancy Survey show that a large proportion of companies require at least a B2 language level for new hires. Under certain conditions, however, companies also consider candidates with lesser German language skills - for example, if they are taking language course or if the job requirements allow for it." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
    Keywords: Bundesrepublik Deutschland ; ausländische Arbeitnehmer ; Auswirkungen ; berufliche Integration ; Determinanten ; Deutsch als Fremdsprache ; Einwanderer ; Personalauswahl ; Personaleinstellung ; Qualifikationsanforderungen ; IAB-Stellenerhebung ; IAB-Stellenerhebung ; sektorale Verteilung ; Sprachbarriere ; Sprachkenntnisse ; Unternehmen ; 2025-2025
    Date: 2026–04–27
    URL: https://d.repec.org/n?u=RePEc:iab:iabkbe:202607
  5. By: Alm, Bastian (BMWE); Fuchs, Michaela (Institute for Employment Research (IAB), Nuremberg, Germany); Sujata, Uwe (Institute for Employment Research (IAB), Nuremberg, Germany); Weyh, Antje (Institute for Employment Research (IAB), Nuremberg, Germany)
    Abstract: "We analyze structural change in Germany and its counties between 1993 and 2024. Thereby, special focus is put on regional differences in the degree of specialization on specific sectors and on its relation with regional structural change. We discuss the relevance of our findings for upcoming changes in German regional policy measures." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
    Date: 2026–05–21
    URL: https://d.repec.org/n?u=RePEc:iab:iabkbe:202609
  6. By: Boysen-Hogrefe, Jens; Schmidt, Ulrich
    Abstract: * Der vorliegende Beitrag diskutiert die Finanzierungsprobleme der gesetzlichen Krankenversicherung und die Gerechtigkeitsdebatte um das duale System aus GKV und PKV. Statt die PKV abzuschaffen, schlagen die Autoren einen Solidarbeitrag für privat Versicherte vor. * Hintergrund ist, dass gutverdienende Personen oberhalb bestimmter Einkommensgrenzen in die PKV wechseln können und sich damit teilweise dem solidarischen Ausgleich der GKV entziehen. Dies erscheint ungerecht, weil gutverdienende GKV-Mitglieder weiterhin hohe Beiträge leisten, während vergleichbare PKV-Mitglieder oft niedrigere Prämien zahlen. * Der Solidarbeitrag soll sich daran orientieren, welchen Beitrag ein gutverdienen- des GKV-Mitglied zur Finanzierung des Systems leistet, also an der Differenz zwischen Beitrag und durchschnittlichen Gesundheitsausgaben. Dabei müssen Alter, Geschlecht und Familienstand berücksichtigt werden, da diese Faktoren die durchschnittlichen Gesundheitskosten stark beeinflussen. * Der Vorschlag würde die Einnahmen der GKV stärken, mehr Gerechtigkeit schaffen und zugleich die Vorteile des dualen Systems erhalten. Damit kann er als politisch möglicher Mittelweg zwischen Bürgerversicherung und vollständigem Erhalt des bisherigen Systems angesehen werden.
    Abstract: * This contribution discusses the financial problems of Germany's statutory health insurance system and the fairness debate surrounding the dual system of public and private health insurance. Instead of abolishing private health insurance, the authors propose a solidarity contribution from privately insured individuals. * The main issue is that high-income earners can switch to private insurance and thereby partly avoid contributing to the redistributive system of statutory health insurance. This is presented as unfair because high-income members of the public system continue to pay high contributions, while comparable privately insured people may pay lower premiums. * The proposed solidarity contribution would be based on the amount a high-income member of statutory insurance would normally contribute to the system, i.e. the difference between the premium and the average health costs. Thereby age, gender and family status must be taken into account because these factors influence average healthcare costs substantially. * The reform is intended to strengthen the finances of statutory health insurance, increase fairness and preserve the advantages of Germany's dual healthcare system. It can therefore regarded as a politically feasible compromise between a citizens' insurance model and the unchanged continuation of the current system. It can therefore regarded as a politically feasible compromise between a citizens' insurance model and the unchanged continuation of the current system.
    Keywords: Solidarbeitrag, Private Krankenversicherung, Gesetzliche Krankenversicherung, Gesundheitsgerechtigkeit, solidarity contribution, private health insurance, statutory health insurance, healthcare fairness
    Date: 2026
    URL: https://d.repec.org/n?u=RePEc:zbw:ifwkpb:341107

This nep-ger issue is ©2026 by Roberto Cruccolini. It is provided as is without any express or implied warranty. It may be freely redistributed in whole or in part for any purpose. If distributed in part, please include this notice.
General information on the NEP project can be found at https://nep.repec.org. For comments please write to the director of NEP, Marco Novarese at <director@nep.repec.org>. Put “NEP” in the subject, otherwise your mail may be rejected.
NEP’s infrastructure is sponsored by the Griffith Business School of Griffith University in Australia.