|
on German Papers |
|
Issue of 2026–01–05
twelve papers chosen by Roberto Cruccolini, Ludwig-Maximilians Universität München |
| By: | Andreas Nastansky (Hochschule für Wirtschaft und Recht (HWR) Berlin) |
| Abstract: | Die Vermögenspreise – insbesondere die von Aktien und Immobilien − sowie die Zinssätze und die Zinsstruktur stellen zentrale Determinanten der Gewinne der Kreditwirtschaft dar. In diesem Beitrag werden die Wechselwirkungen zwischen diesen Faktoren und deren Auswirkungen auf die Profitabilität im deutschen Bankensektor seit dem Jahr 1991 näher betrachtet. Ziel ist es, die Mechanismen und Zusammenhänge zwischen diesen Variablen aufzuzeigen und auf der Grundlage einer ökonometrischen Analyse Implikationen für die Banksteuerung, Aufsichtsbehörden und Geldpolitik abzuleiten. Mithilfe eines ARDL-Regressionsmodells konnten statistisch signifikante Abhängigkeiten zwischen den Jahresüberschüssen deutscher Kreditinstitute und einer Reihe makroökonomischer Faktoren wie dem Deutschen Aktienindex, der Sparquote und dem Zinsspread sowie branchenspezifischer Faktoren wie die regulatorischen Vorgaben im Rahmen des Basel III-Prozesses aufzeigt werden. Die Diskussion der empirischen Ergebnisse zeigt, dass die finanzielle Solidität von Banken ein entscheidender Indikator für die Wirksamkeit geldpolitischer Maßnahmen und die Stabilität des Finanzsystems darstellt. |
| Keywords: | ARDL-Modell, Banken, Finanzstabilität, Profitabilität, Vermögenspreise |
| JEL: | C22 E44 G21 |
| Date: | 2025–12 |
| URL: | https://d.repec.org/n?u=RePEc:pot:statdp:60 |
| By: | Kuntscher, Manuela; Schmidt, Thomas |
| Abstract: | Im Sommer 2023 wurde zwischen dem Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) und 14 Unternehmen des Lebensmittelgroß- und -einzelhandels eine freiwillige Vereinbarung zur Reduzierung von Lebensmittelabfällen (LMA) geschlossen. Mit Unterzeichnung dieses Paktes gegen Lebensmittel- verschwendung (kurz Pakt) haben sich die Unternehmen dazu verpflichtet, ihre LMA bis 2025 um 30 % und bis 2030 um 50 % zu reduzieren. Diese Reduzierungsziele sind von jedem einzelnen Unternehmen zu erreichen und beziehen sich auf das jeweils individuell gewählte Basisjahr. Hierfür sind im Pakt Pflicht- und Wahlpflichtmaßnahmen festgelegt. Das Thünen-Institut wurde vom BMLEH mit der Berichterstattung beauftragt. Dazu übermitteln die Unternehmen jährlich Daten an das Thünen-Institut, welches diese auswertet und in anonymisierter und aggregierter Form in einem Ergebnisbericht veröffentlicht. Der erste Ergebnisbericht wurde im Dezember 2024 von Kuntscher und Schmidt veröffentlicht. Mit dem nun vorliegenden zweiten Ergebnisbericht wird das Monitoring des Paktes fortgeführt. Die Unternehmen liefern Daten zu Umsätzen und Abschreibungen, unterteilt in fünf Warengruppen. Abschreibungen umfassen Lebensmittel, die als nicht mehr verkaufsfähig aussortiert wurden. Zusätzlich sind die Unternehmen verpflichtet, mindestens einmal bis zum Jahr 2030 die Mengen an Lebensmitteln zu erfassen und zu berichten, die für den menschlichen Verzehr weitergegeben werden - beispielsweise in Form von Spenden an die Tafeln. Bis dahin erfolgt die Berechnung auf Basis einer Pauschale. Zudem besteht die Möglichkeit, die Mengen an Lebensmitteln zu melden, die als Futtermittel weitergegeben werden. Beide Formen der Weitergabe (als Lebensmittel und als Futtermittel) tragen zur Verringerung von LMA bei und somit zum Reduzierungsergebnis. Des Weiteren füllen die Unternehmen jährlich ein Formblatt aus, in dem die Umsetzung der Pflicht- und Wahlpflichtmaßnahmen dokumentiert wird. Zur Reduzierung der LMA setzen die Unternehmen neben fünf Pflichtmaßnahmen mindestens acht Wahlpflichtmaßnahmen um. Diesbezüglich steht eine Liste mit 36 verschiedenen Wahlpflichtmaßnahmen zur Auswahl, zudem ist die Anwendung individueller Maßnahmen zulässig. Die Daten zum Berichtsjahr 2024 wurden von allen teilnehmenden Unternehmen fristgerecht zum 1. Juli 2025 eingereicht. Insgesamt wurden 15 Datensätze mit Angaben zu Umsätzen und Abschreibungen, 14 Formblätter sowie ergänzende Nachweise zur Umsetzung der Pflicht- und Wahlpflichtmaßnahmen an das Thünen-Institut übermittelt und anschließend anonymisiert ausgewertet. Dabei erfolgte eine aggregierte Berechnung, gewichtet nach Umsatzzahlen der Unternehmen. Die gewichtete Gesamt-Abschreibungsrate über alle Warengruppen hinweg lag im Jahr 2024 mit 1, 78 % etwas über dem Vorjahreswert. In Warengruppen mit leicht verderblichen Lebensmitteln (Brot und Backwaren, Obst und Gemüse) fiel die Abschreibungsrate höher aus als in Warengruppen mit länger haltbaren Produkten. Die Weitergabe als Lebensmittel oder Futtermittel konnte leicht gesteigert werden, sodass etwas mehr als ein Viertel der Gesamt-Abschreibungsrate weitergegeben wurde. Der verbleibende Anteil wurde als LMA entsorgt. Der gewichtete Reduzierungserfolg über alle Unternehmen hinweg lag im Jahr 2024 bei 25 % und blieb damit auf dem Niveau des Vorjahres. Zwischen den Unternehmen zeigen sich jedoch deutliche Unterschiede: In acht Datensätzen konnte die Reduzierung gegenüber dem Vorjahr weiter verbessert werden, während sie in den übrigen sieben zurückging. Hauptursachen für den Rückgang waren vor allem eine gestiegene Gesamt- Abschreibungsrate und vereinzelt eine gesunkene Weitergabe von Lebensmitteln. Im Hinblick auf das Zwischenziel von 30 % Reduzierung bis 2025 zeigt der aktuelle Stand, dass neun Datensätze dieses Ziel bereits erreicht haben, während sechs noch darunter liegen. Zusammenfassung II Eine der Pflichtmaßnahmen ist, dass sich bis zum 1. Juli 2024 an 90 % der Geschäftsstandorten eine dauerhafte Kooperation mit mindestens einer Organisation zur Weitergabe von Lebensmitteln für den menschlichen Verzehr etabliert hat. Dieses Ziel haben neun Unternehmen bereits erreicht; drei weitere liegen mit über 80 % in Reichweite, während zwei Unternehmen derzeit bei rund 70 % oder knapp darunter liegen. Unternehmen, die das Ziel bislang nicht erfüllen, erstellten eine Zielsetzung zur künftigen Umsetzung. Die Anzahl der umgesetzten Wahlpflichtmaßnahmen stieg von 132 im Jahr 2023 auf 138 im Jahr 2024. Diese verteilten sich wie folgt: 48 an den Schnittstellen zu produzierenden und zuliefernden Betrieben, 43 in den Märkten oder im Online-Handel, 27 an den Schnittstellen zu Kund*innen, 17 zur Verbesserung der Weitergabe und drei individuelle Maßnahmen. Viele der umgesetzten Wahlpflichtmaßnahmen setzen an den Schnittstellen der Lebensmittelkette an, sowohl zu vorgelagerten Sektoren (Landwirtschaft, Verarbeitung) als auch zu nachgelagerten (Außer-Haus-Verpflegung, private Haushalte). Zur Erreichung der Reduzierungsziele ist es jedoch entscheidend, darüber hinaus gezielt Maßnahmen zu fördern, die direkt zur Verringerung der LMA im eigenen Unternehmen beitragen. Neben Strategien zur Senkung der Abschreibungen kann insbesondere der Ausbau der Weitergabe als Lebensmittel oder als Futtermittel einen wirksamen Beitrag leisten. Ergänzend wird eine vertiefte Datenanalyse auf Unternehmensebene empfohlen. Die Untersuchung der abschreibungsintensivsten Produktgruppen sowie eine Auswertung auf Filialebene können dabei wertvolle Erkenntnisse liefern, um gezielt neue Handlungsansätze zur Reduzierung von LMA zu eröffnen. |
| Abstract: | In the summer of 2023, a voluntary agreement to reduce food waste was concluded between the Federal Ministry of Agriculture, Food and Regional Identity and 14 food wholesale and retail companies. By signing this pact against food waste (Pact for short), the companies have committed to reducing their food waste by 30% by 2025 and by 50% by 2030. These reduction targets are to be achieved at company level and in relation to the individually selected base year. Mandatory and elective measures are specified in the pact for this purpose. The Thünen Institute was commissioned by the Federal Ministry of Agriculture, Food and Regional Identity to conduct the reporting. The companies hereto provide data to the Thünen Institute on an annual basis, after which the Thünen Institute analyzes the data and publishes it in an anonymized and aggregated report. The first monitoring report was published in December 2024 by Kuntscher and Schmidt. This second report continues the monitoring of the Pact. Companies submit information on sales and unsaleable groceries for five product groups. Unsaleable groceries include food products that have been sorted out and recorded by the companies as no longer saleable. In addition, the companies are required to measure and report the volume of food passed on for human consumption (e.g., food donations to food banks) at least by 2030. Until then, a fixed rate has been set for this purpose. Companies can also report the volume of food passed on for animal feed use. Both forms of passing (as food and as animal feed) contribute to the reduction of food waste and thus to the overall reduction achieved. Furthermore, companies fill out a form documenting the implementation of mandatory and elective measures. To reduce food waste, companies implement at least eight elective measures in addition to five mandatory measures. There is a list of 36 different elective measures to choose from, and application of individual measures is also permitted. The data for the 2024 reporting year was submitted by all participating companies on time, by July 1, 2025. A total of 15 data sets containing information on sales and unsaleable groceries, 14 forms and supplementary documents on the implementation of mandatory and elective measures were submitted and then analyzed by the Thünen Institute. For the aggregated calculation of the company data, the individual results were weighted according to sales. The weighted total rate of unsaleable groceries across all product groups was 1.78% in 2024, slightly above the previous year's figure. In product groups with perishable foods (bread and baked goods, fruit and vegetables), the rate of unsaleable groceries was higher than in product groups with longer-lasting products. The amount passed on as food or animal feed increased slightly, so that just over a quarter of the total rate of unsaleable groceries was passed on. The remaining part was disposed of as food waste. The weighted reduction success across all companies was 25% in 2024, remaining at the previous year's level. However, there are significant differences between companies: in eight data sets, the reduction improved further compared to the previous year, while in the remaining seven it declined. The main reasons for the decline were primarily an increase in the rate of unsaleable groceries and, in some cases, a decrease in the passing on of food. With regard to the intermediate target of a 30% reduction by 2025, the current status shows that nine data sets have already achieved this target, while six are still below it. The mandatory measures require that 90% of a company's locations enter into at least one long-term cooperation for the distribution of food for human consumption by July 1, 2024. Nine companies have already achieved this goal; three are within reach with over 80%, while two companies are currently at around 70% or just below. Companies that have not yet met the target have set a strategy for future implementation. Abstract IV The number of elective measures implemented rose from 132 in 2023 to 138 in 2024. These were distributed as follows: 48 at the interfaces with producing and supplying companies, 43 in the markets or in online sales, 27 at the interfaces with customers, 17 to improve distribution and three individual measures. Many of the implemented elective measures focus on the interfaces of the food chain - both upstream sectors (agriculture, processing) and downstream sectors (out-of-home consumption, private households). However, in order to achieve the reduction targets, it is crucial to promote measures that directly contribute to reducing food waste within companies themselves. In addition to strategies for reducing the rate of unsaleable groceries, the expansion of passing on as food or animal feed can make a particularly effective contribution. In addition, in-depth data analysis at company level is recommended. For example, they could identify, for each product group, which products are most frequently left unsaleable in order to take appropriate measures. An analysis at store level is also useful in order to take location-specific measures. Such detailed data analysis can provide valuable insights and open up new approaches for reducing food waste. |
| Keywords: | Lebensmittelabfälle, Lebensmitteleinzelhandel, Lebensmittelgroßhandel, Reduzierungsmaßnahmen, Monitoring, Food waste, retail, wholesale, reduction measures |
| Date: | 2025 |
| URL: | https://d.repec.org/n?u=RePEc:zbw:jhtiwp:333955 |
| By: | Scherf, Wolfgang |
| Abstract: | Das deutsche Unternehmensteuersystem verletzt elementare steuerliche Effizienz- und Gerechtigkeitsprinzipien. Hier wird ein pragmatisches Konzept vorgestellt, das die wesentlichen Mängel des heutigen Systems beseitigt und Rechtsform- und Wettbewerbsneutralität herstellt. |
| Date: | 2025 |
| URL: | https://d.repec.org/n?u=RePEc:zbw:jlufwa:333938 |
| By: | Mosch, Marc; Hennings, Christian; Schiereck, Dirk |
| Abstract: | Mit der zuletzt stark gestiegenen Zahl an Ad-hoc-Meldungen rückt das Tatbestandsmerkmal der erheblichen Kursbeeinflussung im Rahmen der Ad-hoc-Publizitätspflicht wieder stark in die öffentliche Diskussion. Um neue belastbare Evidenz zu liefern, werden mit einer Ereignisstudie sowie einer ergänzenden deskriptiven Einzelanalyse bereinigt 177 Ad-hoc-Mitteilungen deutscher DAX-Unternehmen aus den Jahren 2023 und 2024 ausgewertet. Die Ergebnisse zeigen, dass Ad-hoc-Meldungen am Ereignistag im Durchschnitt eine signifikante abnormale Rendite von -1, 02 % hervorrufen. Für die verschiedenen Inhaltsklassen ergeben sich bei positiven Meldungen durchschnittliche abnormale Renditen am Ereignistag zwischen +2, 31 % und +3, 33 %, während negative Meldungen Reaktionen von -1, 31 % bis -7, 12% auslösen. Die ergänzende Einzelanalyse zeigt, dass nur rund 38 % der Meldungen eine außergewöhnliche Kursreaktion ausgelöst haben. Die Spannweite der einzelnen Inhaltsklassen liegt hierbei zwischen 15, 4 % und 44, 7 %. Insgesamt zeigt die Untersuchung, dass insbesondere Meldungen zu Geschäftszahlen und Prognosen als erheblich kursbeeinflussend einzustufen sind. Meldungen zu Personalveränderungen und Dividenden erweisen sich hingegen als vergleichsweise wenig kursrelevant. Die gewonnenen Erkenntnisse stellen eine empirische Grundlage dar, um sowohl die Ad-hoc-Pflichtigkeit als auch die marktseitige Wirkung von Mitteilungen differenzierter zu beurteilen. |
| Date: | 2025–11–15 |
| URL: | https://d.repec.org/n?u=RePEc:dar:wpaper:158807 |
| By: | Sandra Bilek-Steindl; Julia Bock-Schappelwein; Thomas Url (WIFO) |
| Abstract: | Die Bevölkerungsprognose von Statistik Austria erwartet in Österreich ab 2025 einen Rückgang der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter (15 bis 64 Jahre). Diese Entwicklung wird auch von einem Wandel in der Bildungsstruktur der unselbständig Beschäftigten begleitet. Erstens sind nachrückende bzw. neu in den Arbeitsmarkt eintretende Kohorten schwächer besetzt und zweitens weisen sie höhere Bildungsabschlüsse auf. Aufbauend auf der Studie "Auswirkungen des Nicht-Handelns: Mögliche Kosten des altersbedingten Abgangs von Fachkräften" im Auftrag der Kammer für Arbeiter und Angestellte für Wien wird hier das Szenario ohne Ausgleichsmechanismen auf dem Arbeitsmarkt um regionale Aussagen ergänzt. In diesem Szenario wird angenommen, dass die bis 2029 ausscheidenden älteren Jahrgänge mit einem Lehrabschluss ausschließlich durch die nachrückenden jungen Geburtsjahrgänge mit einem Lehrabschluss nachbesetzt werden, wodurch sich eine Fachkräftelücke auftut. |
| Date: | 2025–12–17 |
| URL: | https://d.repec.org/n?u=RePEc:wfo:rbrief:y:2025:i:14 |
| By: | Poeplau, Christopher; Harbo, Laura Sofie; Schneider, Florian; Schiedung, Marcus; Don, Axel; Heilek, Stefan; Dechow, René; Vasylyeva, Elli; Heidkamp, Arne; Prietz, Roland; Flessa, Heinz |
| Abstract: | Die Dynamik von organischem Bodenkohlenstoff (Corg) spielt eine wichtige Rolle für die atmosphärische CO2- Konzentration und ist somit Bestandteil nationaler Treibhausgasinventare. Auch für die Bodenfruchtbarkeit ist Corg essentiell. Im Auftrag des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat hat das Thünen-Institut für Agrarklimaschutz deshalb in den Jahren 2010-2018 die erste bundesweit repräsentative Bodenzustandserhebung Landwirtschaft (BZE-LW) durchgeführt. In einem 8x8 km Raster wurden insgesamt 3104 Acker-, Grünland und Dauerkulturstandorte beprobt und bis in 1 m Tiefe auf Corg-Gehalt und Vorrat, sowie weitere Kenngrößen analysiert. Das Projekt Wiederholungsinventur der BZE-LW hat 2022 begonnen und seit Anfang 2023 ist die Wiederbeprobung der damals festgelegten Standorte in vollem Gang. Zusätzlich zur Bodenprobenahme werden jährliche Bewirtschaftungsdaten erfasst. Zentrales Ziel dieses Projekts ist es, Änderungen der Corg-Gehalte, und Vorräte im vergangenen Jahrzehnt zu quantifizieren und zu erklären. Im vorliegenden Zwischenbericht werden erste Ergebnisse der laufenden Wiederholungsinventur vorgestellt. Verglichen mit der initialen BZE-LW ergaben sich einige Abweichungen in der Durchführung der Wiederholungsinventur. Es werden die obersten 50 cm beprobt, da Bodenveränderungen im tiefen Unterbodenin der Regel sehr viel langsamer verlaufen und organische Böden werden nicht erneut beprobt, da parallel ein extra Moorbodenmonitoring etabliert wurde. Statt einer zentralen Profilgrube und acht zusätzlichen Kernbohrungen, werden nun vier kleine Schurfgruben für die Probenahme ausgehoben. Einige Kenngrößen werden nicht erneut aufgenommen (z.B. Bodentyp, Korngrößenverteilung, Steingehalte), andere kamen hinzu (z.B. Aggregatstabilität, Luftkapazität, Kationenaustauschkapazität). Bis Oktober 2025 wurden circa 1350 Standorte in acht Bundesländern wiederbeprobt und knapp 1000 auf Trockenrohdichte und Corg-Gehalte analysiert, um massekorrigierte Corg-Vorratsänderungen zu berechnen. Bei erster Auswertung fiel auf, dass die initialen Corg-Gehalte des Oberbodens aus der Profilgrube systematisch etwas zu hoch waren und somit zu einer Überschätzung von Corg-Verlusten führten. Aus diesem Grund wurde auf die Corg-Gehalte der zusätzlichen Bohrkerne der initialen BZE-LW zurückgegriffen. Diese liegen bislang jedoch nicht vollständig vor, weshalb zum jetzigen Zeitpunkt nur 587 Standorte in die Auswertung eingeflossen sind. In Ackerböden wurden für das vergangene Jahrzehnt sehr geringe Corg-Veränderungen festgestellt. Während in 0-10 und 10-30 cm eine im Mittel leicht positive Tendenz der Corg-Gehalte festgestellt wurde, war die Corg-Vorratsänderung in 0-30 cm (-1.6 %) und 0-50 cm (-2.7 %) durch leicht abnehmende Trockenrohdichten trotz Massekorrektur signifikant negativ. In 0-10 cm Tiefe war jedoch auch die Corg- Vorratsänderung leicht positiv (0.9 %), was sich möglicherweise durch eine bundesweit abnehmende Bodenbearbeitungsintensität und dadurch einsetzende Umverteilung von Corg im Bodenprofil erklären lässt. Die Auswertung der Bewirtschaftungsdaten aus dem Fragebogen wurde jedoch bislang auf einen Parameter konzentriert: der Häufigkeit von Zwischenfruchtanbau. Hierbei stimmen die BZE-LW Daten gut mit nationalen Daten überein, welche in etwa eine Verdopplung der jährlichen Zwischenfruchtanbaufläche im betrachteten Zeitraum anzeigen. Die damit verbundene sukzessive Steigerung des Corg-Eintrags in deutschen Ackerböden war jedoch offenbar nicht ausreichend, um potenzielle negative Einflüsse auf Corg zu kompensieren. Für Grünländer zeigte sich eine deutlichere Abnahme des Corg-Vorrats, die in 0-10 cm Tiefe am stärksten ausgeprägt war (-8.1 %). In 0-30 cm und 0-50 cm Tiefe betrugen die signifikanten relativen Abnahmen -5.9 % und -5.1 %. Auch für die bislang 14 Dauerkulturstandorte wurden im Mittel in allen Tiefenstufen negative Tendenzen beobachtet. Die Ergründung von Ursachen dieser Corg-Verluste steht zur Zeit dieses Zwischenberichts noch am Anfang. Laut den hier herausgearbeiteten Hypothesen sind es sowohl Landnutzungsgeschichte und Bodengenese, der rapide voranschreitende Klimawandel, als auch rezente Bewirtschaftungsänderungen, die auf II momentan zu beobachtende Corg-Dynamik wirken: Die historisch nassen und häufig Corg-reichen sandigen Böden Nordwest-Deutschlands tendieren unter heutiger Nutzung zu besonders starken Corg-Verlusten, was sich mit Resultaten der niedersächsischer Bodendauerbeobachtung und aus den benachbarten Niederlanden deckt. In den letzten 50 Jahren kam es im Mittel auf den BZE-LW Standorten zu einer Temperaturerhöhung von insgesamt 2.1êC, davon etwa die Hälfte in den letzten 1-2 Jahrzehnten. Modellierungen und experimentellen Arbeiten zu Folge reicht allein die Erwärmung aus, um die Größenordnung der mittleren Corg-Verluste zu erklären. Letztlich weisen nationale Statistiken eindeutig auf eine Reduktion der Tierhaltung und Stickstoff-Düngung hin, zwei Faktoren, die ebenfalls den Vorrat an Corg beeinflussen können. Eine Auftrennung der verschiedenen Einflussfaktoren auf Corg-Vorräte bedarf komplexer Methodik und wird neben der Komplettierung der Wiederbeprobung, sowie der Nachmessung der initialen Bohrkernproben zentraler Inhalt der nächsten Projektphase sein. Eine weitere Herausforderung wird die Vorbereitung und Umsetzung neuer Berichtspflichten, insbesondere der EU-Bodenüberwachungs-Richtlinie darstellen. Die bislang beobachteten Trends gelten nur für einen Teil der Bundesrepublik. Die hier dargestellten mittleren Änderungsraten sollten deshalb nicht extrapoliert werden. |
| Abstract: | The dynamics of organic soil carbon (SOC) play an important role in atmospheric CO2 concentrations and are therefore included in national greenhouse gas inventories. SOC is also essential for soil fertility. On behalf of the Federal Ministry of Food and Agriculture, the Thünen Institute of Climate-Smart Agriculture therefore conducted the first nationwide representative inventory of agricultural soils (BZE-LW) between 2010 and 2018. A total of 3, 104 arable, grassland and permanent crop sites were sampled in an 8x8 km grid and analysed for SOC contents and stocks, as well as other parameters, down to a depth of 1 m. The BZE- LW repeat inventory project began in 2022, and since the beginning of 2023, resampling of the sites identified at that time has been in full swing. In addition to soil sampling, annual management data is also being collected. The main objective of this project is to quantify and explain potential changes in SOC contents and stocks over the past decade. This interim report presents the initial results of the ongoing repeat inventory. Compared to the initial BZE-LW, there were some deviations in the implementation of the repeat inventory. Only the top 50 cm are sampled and organic soils are not resampled. Instead of a central profile pit and eight additional core drillings, four small pits are now excavated for sampling. Some parameters are not recorded again (e.g. soil type, grain size distribution, stone content), while others have been added (e.g. aggregate stability, air capacity, cation exchange capacity). By October 2025, approximately 1, 350 sites in eight federal states had been resampled and almost 1, 000 had been analysed for bulk density and SOC content in order to calculate mass-corrected SOC stock changes. During the initial evaluation, it was noticed that the initial SOC content of the topsoil from the profile pit was systematically slightly too high, leading to an overestimation of SOC losses. For this reason, the SOC contents from additional core samples of the initial BZE-LW were used instead. However, analysis of those has not been completed yet, which is why only 587 sites have been included in the evaluation at this stage. Slight changes in SOC content have been observed in arable soils over the past decade. While a slightly positive trend in SOC content was observed on average in 0-10 and 10-30 cm, the change in SOC stocks in 0-30 cm (-1.6%) and 0-50 cm (-2.7%) was significantly negative due to a slight decrease in bulk density despite mass correction. At a depth of 0-10 cm, however, the change in SOC stocks was also slightly positive (0.9%), which can possibly be explained by a nationwide decline in tillage intensity and the resulting redistribution of SOC in the soil profile. However, the evaluation of the management data from the questionnaire was so far focused on one parameter: the frequency of cover cropping. In this respect, the BZE-LW data correspond well with national data, which show approximately a doubling of the annual cover crop area in the period under review. However, this gradual increase in SOC input into German arable soils was apparently not sufficient to compensate for potential negative influences on SOC. For grassland, there was a more pronounced decrease in SOC stocks, which was most pronounced at a depth of 0-10 cm (-8.1%). At depths of 0-30 cm and 0-50 cm, the significant relative decreases were -5.9% and -5.1%. Negative trends were also observed on average at all depth levels for the 14 permanent crop sites to date. The investigation of the causes of these SOC losses is still ongoing. According to the hypotheses developed here, it is land use history and soil genesis, rapidly advancing climate change, and recent changes in cultivation practices that are affecting the SOC dynamics currently being observed: The historically wet and often SOC-rich sandy soils of north-western Germany tend to suffer particularly severe SOC losses under current land use, which is consistent with the results of long-term soil observations in Lower Saxony and the neighboring Netherlands. Over the last 50 years, there has been an average air temperature increase of 2.1êC at the BZE-LW sites, about half of which has occurred in the last 1-2 decades. According to modelling and experimental work, warming alone is sufficient to explain the II magnitude of average SOC losses. Finally, national statistics clearly indicate a reduction in livestock farming and nitrogen fertilisation, which is also likely to have a negative impact on SOC stocks. Separating the various factors influencing SOC stocks requires complex methodology and will be a central part of the next project phase, alongside the completion of resampling and the remeasurement of the initial core samples. Another challenge will be the preparation and implementation of new reporting requirements, in particular the EU Soil Monitoring Law. The trends observed to date only apply to part of the Federal Republic of Germany. The average rates of change presented here should therefore not be extrapolated. |
| Keywords: | Landwirtschaftliche Böden, Bodenmonitoring, organische Bodensubstanz, Bodenkohlenstoff, Treibhausgasberichterstattung, Agricultural soils, soil monitoring, soil organic matter, soil carbon, greenhouse gas reporting |
| Date: | 2025 |
| URL: | https://d.repec.org/n?u=RePEc:zbw:jhtiwp:333953 |
| By: | Holtemöller, Oliver; Schmidt, Torsten; Titze, Mirko |
| Date: | 2025 |
| URL: | https://d.repec.org/n?u=RePEc:zbw:iwhpno:333932 |
| By: | Meyer, Tim |
| Keywords: | Burokratieabbau |
| Date: | 2025 |
| URL: | https://d.repec.org/n?u=RePEc:zbw:smwpun:333921 |
| By: | Scherf, Wolfgang |
| Abstract: | Die 2009 eingeführte Abgeltungsteuer vereinfacht die Besteuerung der Einkünfte aus Kapitalvermögen. Sie scheint allerdings aufgrund des relativ niedrigen Steuersatzes Kapitaleinkommen gegenüber Arbeitseinkommen zu bevorzugen. Tatsächlich ist jedoch das Gegenteil der Fall. |
| Date: | 2025 |
| URL: | https://d.repec.org/n?u=RePEc:zbw:jlufwa:333937 |
| By: | Diegmann, André (Institute for Employment Research (IAB), Nuremberg, Germany); Dummert, Sandra (Institute for Employment Research (IAB), Nuremberg, Germany); Gottschalk, Sandra (ZEW); Lubczyk, Moritz (Rockwool Foundation Berlin) |
| Abstract: | "The data from the Treuhandanstalt (THA, "Trust agency") and the Federal Agency for Special Tasks Related to Unification (BvS) of the Federal Archives, linked to the Establishment History Panel of the IAB (THA-BHP), cover the period from 1989 to 2023. The data is linked using a comprehensive record linkage procedure. By linking the data, it is now possible to identify former GDR companies and their establishments that were privatised by the THA/BvS in the IAB's administrative establishment data and to track their development." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en)) |
| Keywords: | 10.5164/IAB.THA-BHP8923.de.en.v1 |
| Date: | 2025–12–18 |
| URL: | https://d.repec.org/n?u=RePEc:iab:iabfda:202517(de) |
| By: | Klump, Rainer (Ed.); Wendehorst, Stephan (Ed.) |
| Abstract: | This volume contains the papers presented at the conference "Reich, Recht und Schulden, " which took place on September 12, 2025, at the House of Finance of Goethe University Frankfurt am Main. The papers address various aspects of the financial history of the Holy Roman Empire between 1648 and 1806, focusing in particular on the differing approaches to deal with public debt across the Empire's territories. Many indebted princes used the leasing of troops to foreign powers to increase their income through financial subsidies. The Landgraves of Hesse-Kassel were even able to accumulate considerable wealth in this way and then grant loans to other princes. The increase of existing taxes or the introduction of new ones for the purpose of permanent debt reduction, as demonstrated by the case of the Duchy of Westphalia, was strictly limited, however, by the participatory rights of the estates. Interestingly, in the ecclesiastical territories of the Empire a tendency to limit public debt can be observed and likely be attributed to institutionally debt brakes enshrined in the episcopal election capitulations. Such election capitulations, like treaties among princly families, exemplify the highly differentiated regulations in German international law during the 17th and 18th centuries. |
| Keywords: | debt, Holy Roman Empire, external financial subsidies, public credit supply, tax policy, debt brakes, horizontal and vertical international law |
| JEL: | N23 N43 N93 K12 K33 |
| Date: | 2025 |
| URL: | https://d.repec.org/n?u=RePEc:zbw:ibfpps:334171 |
| By: | Raddatz, Guido |
| Keywords: | Demografie, Nachhaltigkeit, Sozialpolitik, Sozialversicherungen |
| Date: | 2025 |
| URL: | https://d.repec.org/n?u=RePEc:zbw:smwpun:333920 |