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on German Papers |
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Issue of 2026–08–24
twenty-six papers chosen by Roberto Cruccolini, Ludwig-Maximilians Universität München |
| By: | Voigtländer, Michael; Deschermeier, Philipp |
| Abstract: | Die Berliner Pläne zur Vergesellschaftung privater Wohnungsunternehmen nach Artikel 15 des Grundgesetzes (GG) sind weit mehr als ein lokalpolitisches Experiment. Sie sind ein Eingriff mit nationaler Sprengkraft, dessen Kosten den gesamten Wirtschaftsstandort Deutschland treffen würden - entlang von fünf klar identifizierbaren Wirkungskanälen. International wird nicht zwischen Berlin und Deutschland differenziert. Als Bundeshauptstadt steht Berlin im Fokus der globalen Investorenwahrnehmung. Ein Vergesellschaftungsgesetz nach Artikel 15 GG schafft mit einer Kompensation unterhalb des Marktpreises einen bundesweiten Präzedenzfall und sendet ein unmissverständliches Signal an die Weltmärkte: Eigentumsrechte sind in Deutschland politisch disponibel. Diplomatische Verwerfungen, internationale Schiedsverfahren und eine dauerhafte "Enteignungsprämie" auf deutsche Investitionen wären die unvermeidlichen Folgen. Die Vergesellschaftung trifft nicht nur die Immobilienwirtschaft, sondern die gesamte Infrastruktur. Artikel 15 GG erfasst explizit Grund und Boden, Naturschätze und Produktionsmittel - und damit das Rückgrat des deutschen Wirtschaftsstandorts: Energiewirtschaft, Telekommunikation, Schlüsselindustrien und digitale Infrastruktur. Ausländische Investoren haben allein in der deutschen Energieversorgung rund 59 Milliarden Euro und in der Telekommunikation weitere 32 Milliarden Euro gebunden. Ein Berliner Präzedenzfall würde genau das Kapital abschrecken, das Deutschland für die Finanzierung der Energiewende und die Modernisierung seiner Infrastruktur dringend benötigt. Banken müssen mit erheblichen Finanzierungseinschränkungen reagieren. Die historische Erfahrung - insbesondere das Frankreich-Beispiel unter Präsident Mitterrand, wo die Risikoaufschläge auf Staatsanleihen nach den Verstaatlichungen 1981/82 auf bis zu 2, 5 Prozentpunkte anstiegen - belegt, dass Eingriffe in Eigentumsrechte unmittelbar auf die Kapitalmärkte durchschlagen. Die Folge sind höhere Finanzierungszinsen aufgrund steigender Risikoprämien, geringere Marktwerte und geringere Beleihungsausläufe, sodass zahlreiche Investitionen nicht mehr realisierbar wären. Bund und Länder würden in die Berliner Haushaltsprobleme hineingezogen. Die Entschädigungskosten von 29 bis 39 Milliarden Euro würden den Berliner Schuldenstand schlagartig in die Höhe treiben. Gleichzeitig würden Gewerbesteuereinnahmen massiv einbrechen. Da Finanzmärkte eine implizite Bundesgarantie für Länderanleihen einpreisen, würde eine drohende Berliner Zahlungsunfähigkeit die Refinanzierungskosten für alle Bundesländer - und in der Folge auch für den Bund - spürbar ansteigen lassen. Zerstörtes Vertrauen lässt sich nur schwer zurückgewinnen. Vertrauensschocks in Kapitalmärkten lösen persistente Verhaltensänderungen aus, die weit über das auslösende Ereignis hinaus anhalten. Eine Berliner Vergesellschaftung könnte den Wirtschaftsstandort Deutschland damit für ein Jahrzehnt belasten. Von der Umsetzung der Vergesellschaftung muss daher dringend abgeraten werden - zumal zur Erreichung der eigentlichen Ziele deutlich wirkungsvollere Instrumente zur Verfügung stehen. Das Kernproblem des Berliner Wohnungsmarktes liegt nicht in der Höhe der Bestandsmieten, sondern im fehlenden Angebot. Eine konsequente Baulandmobilisierung, der gezielte Kauf von Belegungsrechten, die Konzeptvergabe für sozialen Wohnungsbau sowie eine treffsichere Subjektförderung durch Wohngeld sind wirksamere und wirtschaftlich ungleich weniger schädliche Wege, um bezahlbares Wohnen in Berlin zu fördern - ohne das Vertrauen der Märkte in den Wirtschaftsstandort Deutschland zu verspielen. |
| Keywords: | Immobilien, Immobilienfinanzierung, Wohnungsmarkt |
| JEL: | R21 R31 R38 |
| Date: | 2026 |
| URL: | https://d.repec.org/n?u=RePEc:zbw:iwkpps:342538 |
| By: | Schröter, Welf |
| Abstract: | Die Gestaltung neuer, komplexer algorithmischer Systeme droht zu scheitern, wenn sie allein mit dem Denken und den Werkzeugen der vergangenen Digitalisierungsphasen betrieben wird. Das Verständnis früherer Arbeitswelten und bisherige Leitmotive reichen nicht mehr aus. Neben den Rückblick aus der Vergangenheit auf die Gegenwart muss ein zweiter, entscheidender Blick treten: der vorausschauende Blick aus der Zukunft auf das Heute. Nicht die Frage "Was kann ein digitales Werkzeug?" ist zentral, sondern "Wie verändert sich ein algorithmisches System nach seiner Implementierung selbst - und was wird es künftig leisten können?" Die Gestaltung der sogenannten "künstlichen Intelligenz" wird nicht allein mit dem Handwerkszeug der bisherigen Digitalisierungsvorgänge gelingen. Algorithmische Steuerungs- und Entscheidungssysteme erfordern neue soziale Innovationen, die die bisherige Mitbestimmungspraxis nicht ersetzen, sondern sie von unten her erweitern, vertiefen und erneuern. Die Veröffentlichung stellt zur Debatte, wie Beschäftigtenvertretungen, Gewerkschaften und Betriebe diese neuen Wege beschreiten können - durch erweiterte Prozessbetrachtungen, dialogische Verfahren wie den "Moderierten Spezifikationsdialog" und neue Instrumente wie Mitbestimmungsplan und Checkliste. So entsteht eine zukunftsorientierte, lernfähige Mitbestimmungspraxis, die menschliche Erfahrung, technisches Wissen und soziale Verantwortung miteinander verbindet. |
| Keywords: | Mitbestimmung, Protis Bit, Forum soziale Technikgestaltung, Digitalisierung, künstliche Intelligenz |
| Date: | 2026 |
| URL: | https://d.repec.org/n?u=RePEc:zbw:imumbp:342556 |
| By: | Pieper, Jonas |
| Abstract: | Im laufenden Gesetzgebungsverfahren zum GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz werden neben Maßnahmen auf der Ausgabenseite auch zusätzliche Einnahmen diskutiert. Hierzu zählt insbesondere die vorgesehene außerordentliche Anhebung der Beitragsbemessungsgrenze (BBG). Die vorliegende WIP-Analyse untersucht erstmals die Belastungswirkungen einer Erhöhung der BBG auf Ebene von 254 Landkreisen und kreisfreien Städten. Es zeigt sich deutlich, dass die Belastungen für Arbeitgeber und Arbeitnehmer ungleichmäßig über Deutschland verteilt wären. Die Analyse bestätigt einen engen Zusammenhang zwischen der regionalen Belastung und dem Anteil höher qualifizierter Beschäftigter. Regionen mit einer hohen Fachkräfte-, Spezialisten- und Expertendichte tragen die größten zusätzlichen Lasten. Eine Anhebung der BBG trifft damit insbesondere jene Wirtschaftsstandorte, die in besonderem Maße zu Wertschöpfung, Innovation und Steueraufkommen beitragen. Besonders betroffen sind technologie-, industrie- und wissensintensive Wirtschaftsstandorte. Zu den Regionen mit den höchsten Belastungen zählen unter anderem Stuttgart, Heidelberg, Erlangen, München, Frankfurt am Main und Bonn. Die Ergebnisse verdeutlichen, dass eine Anhebung der BBG nicht nur eine Frage zusätzlicher Einnahmen ist. Sie verändert zugleich die Belastungsverteilung zwischen Regionen, Beschäftigtengruppen und Unternehmen. Maßnahmen zur Stabilisierung der Finanzen von GKV und SPV sollten daher nicht allein anhand ihrer kurzfristigen Finanzierungswirkungen bewertet werden. Ebenso relevant sind ihre regionalen Verteilungswirkungen sowie mögliche negative Folgen für Beschäftigung, Investitionen und Wettbewerbsfähigkeit. Dies gilt insbesondere in einer Phase, in der Deutschland nach Wegen sucht, die anhaltende Wachstumsschwäche zu überwinden. |
| Date: | 2026 |
| URL: | https://d.repec.org/n?u=RePEc:zbw:wipana:342508 |
| By: | Adam, Patricia |
| Abstract: | Wer sich antifragil ausrichten und von der Dynamik der VUKA-Welt profitieren will, muss sich mehr um seine Chancen kümmern. Nur ein Integriertes Risiko- und Chancenmanagement (IRCM) sichert die Zukunftsfähigkeit einer Organisation und unterstützt fundierte Managemententscheidungen. Leider ist ein solches in kaum einer Organisation vorhanden. Ein von der DQS gefördertes Forschungsprojekt gibt hier Hilfestellung: 8 Erfolgsfaktoren, die "8K", helfen bei der Gestaltung eines IRCM. In diesem Artikel geht es zunächst darum, wie die Definition, Steuerung und Integration der Risiko- und Chancenmanagementprozesse gelingt. In Teil 2 wird dann die Gestaltung des Rahmens und der Umgang mit typischen Herausforderungen thematisiert. |
| Keywords: | Chancenmanagement, IRCM |
| Date: | 2026 |
| URL: | https://d.repec.org/n?u=RePEc:zbw:hshwim:342554 |
| By: | Risius, Paula; Hornickel, Sarah |
| Abstract: | Künstliche Intelligenz gehört in jedem zweiten Unternehmen bereits zum Arbeitsalltag. In der Ausbildung vermitteln sogar drei von vier Ausbilderinnen und Ausbildern KI als Thema oder Methode teilweise intensiv. In beiden Bereichen gibt es große Unterschiede nach Branchen. |
| Date: | 2026 |
| URL: | https://d.repec.org/n?u=RePEc:zbw:iwkkur:342591 |
| By: | Kolev-Schaefer, Galina |
| Abstract: | Die Präferenzen und die Kaufkraft privater Verbraucher weisen erhebliche Unterschiede im EU-Vergleich auf, die sich in der Struktur ihrer Ausgaben widerspiegeln. So gibt man in Rumänien nur 3, 0 Prozent des eigenen Budgets für Restaurants und Beherbergungsleistungen aus, während in Malta mehr als ein Fünftel auf diese Kategorie entfällt. Deutschland bleibt Spitzenreiter in der Kategorie Freizeit, Sport und Kultur, für die die privaten Haushalte in etwa jeden zehnten Euro aus ihrem Konsumbudget ausgeben - Tendenz steigend. |
| Date: | 2026 |
| URL: | https://d.repec.org/n?u=RePEc:zbw:iwkkur:342588 |
| By: | Lünich, Marco; Keller, Birte; Kruse, Florian; Marcinkowski, Frank |
| Abstract: | Der Kurzbericht präsentiert zentrale Ergebnisse einer Conjoint-Studie des Projekts Meinungsmonitor Künstliche Intelligenz 3.0, die im Mai 2026 durchgeführt wurde. Analysiert werden Präferenzen von rund 2.800 abhängig Beschäftigten in Deutschland für unterschiedliche Gestaltungsformen von Künstlicher Intelligenz (KI) am Arbeitsplatz. Die Ergebnisse zeigen, dass für die Bewertung von KI-Systemen nicht allein ihre technische Leistungsfähigkeit entscheidend ist. Am stärksten prägt die Autonomie bei der KI-Nutzung die Präferenzentscheidung: Beschäftigte bevorzugen Systeme, die sie nach eigenem Ermessen nutzen können, während eine verpflichtende Nutzung deutlich abgelehnt wird. Ebenfalls bedeutsam sind die Auswirkungen auf den Arbeitsumfang und der Weiterbildungsbedarf. Präferiert werden KI-Systeme, die Arbeit entlasten oder zumindest keine zusätzliche Arbeitsbelastung erzeugen und mit einer praxisnahen, zeitlich überschaubaren Qualifizierung verbunden sind. Die Qualität der KI-Ergebnisse, die Überwachung der KI-Nutzung und mögliche Auswirkungen auf soziale Kontakte beeinflussen die Auswahlentscheidung ebenfalls, sind im direkten Vergleich jedoch weniger ausschlaggebend. Insgesamt verdeutlichen die Befunde, dass die Einführung von KI am Arbeitsplatz nicht nur eine technische, sondern auch eine arbeits- und organisationspolitische Gestaltungsaufgabe ist. |
| Date: | 2026–07–29 |
| URL: | https://d.repec.org/n?u=RePEc:osf:socarx:y3fx5_v1 |
| By: | Niewerth, Claudia; Repp, Riema |
| Abstract: | Die Studie des helex-Instituts aus Bochum untersucht die Arbeitsinhalte und Beschäftigungsbedingungen von Stabsmitarbeiter*innen betrieblicher Interessenvertretungen im Jahr 2024. Die Ergebnisse zeigen, dass diese Rolle in der betrieblichen Mitbestimmung - nicht mehr nur in den großen Unternehmen - an Bedeutung gewinnt. Vor allem die Vielzahl der seit der Erhebung im Jahr 2016 neu entstehenden Stellen verweist auf einen steigenden Bedarf dieser Zielgruppe. In dieser Publikation werden Einblicke in die Aufgabenfelder und Anforderungen der Stabsmitarbeiter*innen gegeben, ihre Zusammenarbeit mit Akteur*innen wie Gremien, n und Gewerkschaften aber auch Arbeitgeber beleuchtet und ein Überblick über die Arbeitsbedingungen vermittelt. Die Studie analysiert die Entwicklung der letzten Jahre und diskutiert Potenziale für die Zukunft. Die Ergebnisse bieten wertvolle Einblicke in die gegenwärtige Arbeitswirklichkeit der Stabsmitarbeiter*innen in Deutschland und zeigen auf, wie sich ihre Position in der betrieblichen Mitbestimmung weiterentwickeln könnte. |
| Keywords: | betriebliche Mitbestimmung, Stabsmitarbeiter, Betriebsrat, Aufsichtsrat, Gewerkschaften, Arbeitgeber |
| Date: | 2026 |
| URL: | https://d.repec.org/n?u=RePEc:zbw:imumbp:342524 |
| By: | Adam, Patricia |
| Abstract: | Wer sich antifragil ausrichten und von der Dynamik der VUKA-Welt profitieren will, muss sich mehr um seine Chancen kümmern. In Teil 1 wurden die Grundlagen für den Aufbau eines Integrierten Risiko- und Chancenmanagements (IRCM) gelegt. Die Gestaltung der Prozesse allein reicht jedoch nicht aus. Eine antifragile Organisation gestaltet auch ihr Managementsystem so aus, dass sie erkannte Chancen schnell umsetzen kann. Dabei helfen die zwei bisher nicht thematisierten "8K"-Erfolgsfaktoren: Kultur gestalten und konfigurieren. Zudem gilt es, typische Herausforderungen zu meistern, denn ohne ausreichende Ressourcen ist auch Antifragilität zum Scheitern verurteilt. |
| Keywords: | Chancenmanagement, IRCM |
| Date: | 2026 |
| URL: | https://d.repec.org/n?u=RePEc:zbw:hshwim:342553 |
| By: | Sagner, Pekka; Voigtländer, Michael |
| JEL: | R31 R38 D31 |
| Date: | 2026 |
| URL: | https://d.repec.org/n?u=RePEc:zbw:iwkrep:342414 |
| By: | Tiedemann, Jurek; Arndt, Franziska; Pöttker, Katja |
| Abstract: | Der demografische Wandel verändert die Personalplanung in kleinen und mittleren Unternehmen (KMU). Die KOFA-Studie "Wertvolle Erfahrung sichern: Ältere Beschäftigte im Unternehmen halten" zeigt, in welchen Berufen besonders viele Beschäftigte vor dem Renteneintritt stehen. Für KMU geht es dabei nicht nur um Nachbesetzung, sondern auch um Wissen, Erfahrung und betriebliche Kontinuität. Die Studienergebnisse helfen, Risiken frühzeitig zu erkennen und Personalmaßnahmen gezielter auszurichten. |
| Date: | 2026 |
| URL: | https://d.repec.org/n?u=RePEc:zbw:iwkofa:342533 |
| By: | Beznoska, Martin; Hentze, Tobias |
| Abstract: | Die geplante Reform der Einkommensteuer entlastet zwar gezielt kleine und mittlere Einkommen, bleibt insgesamt aber deutlich hinter einer echten Tarifreform zurück. Vor allem der unvollständige Ausgleich der kalten Progression führt im Jahr 2028 zu realen Steuererhöhungen. |
| Date: | 2026 |
| URL: | https://d.repec.org/n?u=RePEc:zbw:iwkkur:342589 |
| By: | Matthes, Jürgen |
| Abstract: | Zwar lässt sich Chinas Beitrag zur De-Industrialisierung in Deutschland nur schwer beziffern. Die Indizienlage und eine grobe Überschlagsrechnung deuten jedoch stark daraufhin, dass das Gros der De-Industrialisierung seit 2019 auf die - in weiten Teilen unfaire - China-Konkurrenz zurückzuführen sein dürfte. Im Verarbeitenden Gewerbe in Deutschland sank die Erwerbstätigenzahl zwischen 2019 und 2025 um rund 520.000. Welchen Anteil hat China an dieser deutlichen De-Industrialisierung? Im Folgenden wird dazu eine grobe empirische Abschätzung vorgenommen. |
| Date: | 2026 |
| URL: | https://d.repec.org/n?u=RePEc:zbw:iwkkur:342587 |
| By: | Michael Böheim (WIFO); Susanne Bärenthaler-Sieber (WIFO); Daniela Kletzan-Slamanig (WIFO) |
| Abstract: | Staatliche Förderprogramme für Energieeffizienz und Klimaschutz sollen Investitionen auslösen, die ohne Subvention nicht erfolgt wären. Ein zentrales Problem sind Mitnahmeeffekte, bei denen subventionierte Maßnahmen auch ohne Förderung umgesetzt worden wären. Da das unbeobachtete Referenzszenario nicht direkt messbar ist, können Mitnahmeeffekte nur indirekt geschätzt werden. Der Beitrag analysiert deren wirtschaftspolitische Bedeutung und fasst aktuelle empirische Befunde aus Deutschland, der Schweiz, Österreich und weiteren europäischen Ländern zusammen. Die Ergebnisse zeigen, dass Mitnahmeeffekte bei Umwelt- und Energieeffizienzförderungen regelmäßig auftreten und je nach Förderdesign, Zielgruppe und Methode deutlich variieren. Für breit angelegte Programme liegen sie häufig bei 40% bis 50%, während gezieltere Förderungen deutlich niedrigere Werte aufweisen. Zugleich wird deutlich, dass Mitnahmeeffekte nicht isoliert zu bewerten sind, da auch Vorzieh-, Ausweitungs- und Spill-over-Effekte die Nettowirkung beeinflussen. Mitnahmeeffekte sind kein Fall für Ex-post-Kontrolle und -Sanktion, sondern für Ex-ante-Zuschnitt und -Prüfarchitektur einer staatlichen Beihilfe. Auf dieser Basis werden fünf Gestaltungsansätze zur Reduktion von Mitnahmeeffekten diskutiert, darunter eine präzisere Zielgruppenausrichtung, strukturierte Additionalitätsprüfungen, angepasste Vertragsgestaltung ex ante sowie begleitendes Monitoring und Evaluierung ex post. Insgesamt plädiert der Beitrag für eine differenzierte Bewertung von Förderprogrammen, die neben Additionalität auch Transformationswirkung und Zielgenauigkeit berücksichtigt. |
| Keywords: | Mitnahmeeffekte, Additionalität, Umwelt- und Energieförderung, Förderpolitik und Programmdesign, kontrafaktische Wirkungsevaluierung, Zielgruppenausrichtung |
| Date: | 2026–08–13 |
| URL: | https://d.repec.org/n?u=RePEc:wfo:wpaper:y:2026:i:731 |
| By: | Begerow, Tatjana; Fleischer, Martin; Seraj, Elnaz; Wild, Frank |
| Abstract: | Die Studie, die gemeinsam mit der Versicherungskammer Bayern (VKB) durchgeführt wurde, basiert auf einer repräsentativen Befragung von 3.000 Personen in Deutschland und untersucht Einstellungen zum Altwerden sowie das Vorsorgeverhalten in den Bereichen Gesundheit, Finanzen und rechtlich-organisatorische Vorsorge. Die WIP-Analyse ordnet die Befragungsergebnisse auch in den wissenschaftlichen Forschungsstand ein. Die zentralen Ergebnisse: - Langlebigkeit wird ambivalent bewertet: 38 % der Befragten bewerten die Vorstellung, 100 Jahre alt zu werden, positiv, 32 % eher negativ. Viele verbinden damit mehr Zeit mit Familie und Freunden, gleichzeitig bestehen Sorgen vor Pflegebedürftigkeit, finanzieller Unsicherheit und sozialer Isolation. Als Vorsorgemaßnahmen werden vor allem gesundheitliche Aspekte gesehen: 80 % sehen regelmäßige körperliche Aktivität und 80 % regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen als geeignete Maßnahmen an. Auch rechtlich-organisatorische Vorsorge wird von einer deutlichen Mehrheit als wichtig bewertet. Dagegen wird die finanzielle Vorsorge mit Zustimmungswerten von 49 % bis 65 % etwas zurückhaltender als relevant bewertet. - Zwischen Vorsorgebewusstsein und tatsächlichem Handeln bestehen erhebliche Lücken: Obwohl viele Maßnahmen als sinnvoll angesehen werden, werden sie oft nicht umgesetzt. Besonders groß sind die Lücken bei der Risikoabsicherung bzw. beim Abschluss von Zusatzversicherungen, bei der Vermeidung von übermäßigem Medien- und Gerätekonsum ("Digital Detox"), bei Stressbewältigung und ausreichend Schlaf, bei der Vorbereitung eines altersgerechten Wohnens und bei Vollmachten und Nachlassregelungen. - Die WHO-Empfehlungen zur körperlichen Aktivität werden sehr unterschiedlich umgesetzt: 10% der Befragten geben an keinerlei körperlichen Aktivitäten pro Woche nachzugehen, weitere 20 % erreichen weniger als 1 Stunde pro Woche. Demgegenüber sind rund 20 % der Menschen mehr als vier Stunden in der Woche sportlich aktiv. Die WHO empfiehlt mindestens 2, 5 Stunden moderate körperliche Aktivität pro Woche. - Durchschnittlich werden rund 184 Euro pro Monat für die finanzielle Vorsorge aufgewendet. Etwa ein Fünftel (19 %) betreibt keinerlei finanzielle Vorsorge. Vorsorgeverhalten ist nur begrenzt durch soziodemografische Merkmale erklärbar: Alter, Geschlecht oder Einkommen erklären das Vorsorgeverhalten nur zu einem kleinen Teil. Wichtiger sind die persönliche Relevanzeinschätzung von Vorsorge sowie eine grundsätzlich zukunftsorientierte Haltung ("Mindset") Digitale Gesundheitstechnologien werden noch wenig genutzt: Die größte Verbreitung findet sich bei Gesundheits-Apps und Wearables, die von 28 % der Befragten regelmäßig genutzt werden. Die individuelle Erfassung von Gesundheitsparametern durch Wearables führt bei 16 % der Befragten zu häufigeren Arztbesuchen, bei 21 % dagegen zu weniger Arztbesuchen. Als übergreifende Botschaften lassen sich aus den Ergebnissen folgende Aussagen ableiten: Die Schlüssel für mehr Vorsorge sind positive Zukunftsaussichten, finanzielle Handlungsspielräume und verlässliche Rahmenbedingungen, zu denen auch konsistente politische Signale zur Rolle individueller Eigenvorsorge gehören. Gesundheits- und Finanzkompetenz sind zentrale Voraussetzungen für wirksame Eigenvorsorge. Diese Kompetenzen sollten deshalb über alle Lebensphasen hinweg stärker gefördert werden. Die demografische Entwicklung erhöht nicht nur die Anforderungen an die sozialen Sicherungssysteme, sondern führt auch zu wachsenden Herausforderungen in allen Bereichen der individuellen Vorsorge (Gesundheit, Finanzen, Organisation). Hier können Versicherungsunternehmen eine wichtige unterstützende Rolle übernehmen. Die Gesellschaft ist auf ein langes Leben noch nicht ausreichend vorbereitet. |
| Date: | 2026 |
| URL: | https://d.repec.org/n?u=RePEc:zbw:wipana:342510 |
| By: | Herzer, Philip; Flake, Regina; Risius, Paula; Arndt, Franziska; Küçükyavuz, Yasin |
| Abstract: | Die KOFA-Studie "Quereinstiege als Erfolgsmodell? Erfahrungen von Unternehmen" zeigt auf Grundlage einer repräsentativen Unternehmensbefragung, wie verbreitet sie bereits sind und welche Erfahrungen Betriebe damit machen. Für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) ist das besonders relevant, weil es für sie häufig besonders herausfordernd ist, ihre offenen Stellen zu besetzen. Der Artikel ordnet die wichtigsten Ergebnisse ein und zeigt, was sie für die Praxis bedeuten. |
| Date: | 2026 |
| URL: | https://d.repec.org/n?u=RePEc:zbw:iwkofa:342475 |
| By: | Hella Engerer; Claudia Kemfert |
| Abstract: | Die Blockade der Straße von Hormus ab Ende Februar hat den Ölmarkt in einer Konstellation weltweit schwacher Nachfrage und steigendem Ölangebot getroffen. Aufgrund des Angebotsschocks stieg der Ölpreis kurzzeitig auf über 110 US-Dollar pro Barrel. Die Konstellation von schwacher Nachfrage und Angebotsausweitung würde eigentlich zu einem sinkenden Ölpreis führen – zum Jahresende 2025 kostete ein Barrel Rohöl tatsächlich unter 60 US-Dollar, ein für manche Förderländer nicht mehr tragfähiger Preis. Bisher haben vor allem Nicht-OPEC-Länder ihr Angebot ausgeweitet. Auch innerhalb der OPEC ist die Geschlossenheit brüchig geworden: Die Vereinigten Arabischen Emirate sind im Mai 2026 ausgetreten und planen mehr Öl zu fördern. Wenn Öltanker die Straße von Hormus wieder wie früher passieren können, dürfte erneut die Konstellation von steigendem Angebot bei schwacher Nachfrage zum Tragen kommen. Noch zeichnet sich indes keine vollständige und dauerhafte Öffnung der Straße von Hormus ab, zumal zunächst Minen geräumt und Sicherheitsgarantien geklärt werden müssen. Darüber hinaus bleiben Seewege anfällig, was künftig zu höheren Versicherungsprämien und volatileren Ölpreisen führen dürfte. |
| Date: | 2026 |
| URL: | https://d.repec.org/n?u=RePEc:diw:diwakt:122de |
| By: | Schmitz, Hendrik |
| Abstract: | Die Pflegeversicherung steht vor enormen Finanzierungsherausforderungen. Der Beitragssatz könnte bis 2050 von heute 3, 6 % (4, 2 % für Kinderlose) auf über 7 % steigen. Gleichzeitig fehlen bis 2040 bis zu 370.000 stationäre Pflegeplätze und 330.000 Vollzeitkräfte. Ab 2040 erreichen die geburtenstarken Jahrgänge ein hohes Alter - dann wird die demografische Belastung der Pflegeversicherung dramatisch ansteigen. Zentrale Maßnahmen dagegen: Pflegebeitragssätze einfrieren und durch eine Kapitaldeckung ergänzen, umfangreiche Vorschriften für Pflegeheime lockern und Digitalisierung vorantreiben, Pflegekräfte entlasten und verstärkt Assistenzsysteme einsetzen. |
| Date: | 2026 |
| URL: | https://d.repec.org/n?u=RePEc:zbw:rwiimp:343001 |
| By: | Schüler, Ruth M.; Seele, Stefanie |
| Abstract: | Von allen Babyboomern, die bereits ihre jeweilige gesetzliche Regelaltersgrenze erreicht haben, ist mehr als jeder zweite Altersrentner vorzeitig in Rente gegangen. Diese Frührenten untergraben das ursprüngliche Ziel der Politik, durch die Anhebung der Regelaltersgrenze die Lebensarbeitszeit zu erhöhen. Folgerichtig schlägt die Alterssicherungskommission vor, Frührenten einzuschränken. |
| Date: | 2026 |
| URL: | https://d.repec.org/n?u=RePEc:zbw:iwkkur:342590 |
| By: | Meining, Stefan; Bielefeldt, Judith; Dietrich, Viktoria; Wellbrock, Nicole |
| Abstract: | Der bundesweite Foto-Vergleichstest 2025 diente der Qualitätssicherung der visuellen Kronenansprache im Rahmen der Waldzustandserhebung (WZE) und wurde erstmals als regulärer Test vollständig über eine webbasierte Anwendung durchgeführt. Insgesamt beteiligten sich 63 Teams aus zehn Bundesländern bzw. Versuchsanstalten. In die Auswertung gingen 6.870 Einzelbewertungen von Kronenbildern der Baumarten Fichte, Kiefer, Buche und Eiche ein. Die Ergebnisse zeigen insgesamt eine sehr hohe Übereinstimmung der Bewertungen des Kronenzustandes zwischen den Bundesländern. Die Abweichungen der länderspezifischen Mittelwerte vom Gesamtmittel bewegen sich nahezu vollständig innerhalb eines engen Bereichs von ±5 %. Entsprechend gering fällt auch der mittlere absolute Fehler aus, der je nach Baumart lediglich zwischen 1, 9 und 2, 6 Prozentpunkten liegt. Auch die Analyse der Ausreißer bestätigt die hohe Übereinstimmung der Bewertungen. Dabei weisen Bundesländer mit tendenziell niedrigeren mittleren NBV-Werten häufiger Unterschätzungen auf, während bei Ländern mit höheren Mittelwerten vermehrt Überschätzungen auftreten. Insgesamt ist die Anzahl von Ausreißern jedoch gering. Die paarweisen Spearman-Korrelationskoeffizienten zwischen den Bundesländern liegen für alle Baumarten in einem sehr hohen Bereich (≥ 0, 92) und verdeutlichen die große Übereinstimmung in der Bewertung des Kronenzustandes zwischen den einzelnen Bundesländern. Der Vergleich identischer Bilder aus den Jahren 2021 und 2025 zeigt zudem eine sehr hohe zeitliche Stabilität der Kronenansprache. Die Mittelwerte unterscheiden sich zwischen beiden Erhebungen kaum, und das Bestimmtheitsmaß der Bewertungen liegt mit R² = 0, 97 - 0, 98 auf einem sehr hohen Niveau. Insgesamt bestätigen die Ergebnisse des Foto-Vergleichstest 2025 eine hohe Vergleichbarkeit und Kontinuität der Kronenbonitur in Deutschland. |
| Abstract: | The nationwide photo comparison test 2025 served to ensure the quality of visual crown assessment as part of the forest Crown Condition Survey (WZE) and was conducted for the first time as a regular test entirely via a web-based application. A total of 63 teams from ten federal states and research institutions participated. The evaluation included 6, 870 individual assessments of crown images of the tree species spruce, pine, beech, and oak. The results show a very high degree of agreement among the assessments across the federal states. The deviations of the state-specific mean values from the overall mean are almost exclusively within a narrow range of ±5%. Accordingly, the mean absolute error is also small, varying between 1.9 and 2.6 percentage points depending on the tree species. The analysis of outliers also confirms the high degree of agreement. Federal states with generally lower mean NBV values more frequently exhibit underestimations, while federal states with higher mean values more frequently show overestimations. Overall, however, the number of outliers is small. The pairwise Spearman correlation coefficients between the federal states are very high (≥ 0.92) for all tree species, which further demonstrates the high consistency of the assessments. A comparison of identical images from 2021 and 2025 also shows a very high degree of stability in crown assessments over time. The mean values hardly differ between the two surveys, and the coefficient of determination of the assessments is very high at R² = 0.97 - 0.98. Overall, the results of the photo comparison test 2025 confirm a high degree of comparability and consistency in crown assessment in Germany. |
| Keywords: | Waldzustandserhebung, Qualitätssicherung, Foto-Vergleichstests, Crown Condition Survey, Quality Assurance, Photo comparison Course |
| Date: | 2026 |
| URL: | https://d.repec.org/n?u=RePEc:zbw:jhtiwp:342542 |
| By: | Koch, Christopher |
| Keywords: | Prüfungsmarkt |
| JEL: | M40 |
| Date: | 2026 |
| URL: | https://d.repec.org/n?u=RePEc:zbw:esrepo:342975 |
| By: | Beznoska, Martin; Hentze, Tobias |
| Abstract: | Eine Reform der Einkommensteuer steht seit Jahren auf der politischen Agenda. Zwar wurde die kalte Progression in den vergangenen zehn Jahren weitgehend ausgeglichen, eine strukturelle Reform des Tarifs ist jedoch ausgeblieben. Das Aufkommen aus Lohnsteuer und veranlagter Einkommensteuer ist in den vergangenen Jahren um 50 Prozentpunkte stärker gestiegen als die Lohnsumme - ein Beleg für eine insgesamt gestiegene Steuerlast. Der Grenzsteuersatz steigt als Folge der ausgebliebenen Reformen früh auf ein hohes Niveau an, der Spitzensteuersatz greift im Verhältnis zum Durchschnittseinkommen deutlich eher als in früheren Jahren. Während es im Jahr 2005 noch das Doppelte des durchschnittlichen Bruttoverdiensts brauchte, um in den Spitzensteuersatz zu rutschen, beträgt das Verhältnis im Jahr 2026 nur noch 1, 4 zu eins. Die hohen Grenzsteuerbelastungen mindern den Anreiz, die Arbeitszeit auszuweiten. Von einem Euro zusätzlichem Arbeitnehmerentgelt gehen in Kombination mit den Sozialbeiträgen bis zu 60 Prozent an den Staat. Gleichzeitig beeinflusst die Einkommensteuer die Bereitschaft, unternehmerisches Risiko einzugehen. Denn die Einkommensteuer betrifft nicht nur Arbeitnehmer, sondern ist auch eine wichtige Unternehmensteuer. Personengesellschaften machen zwar nur rund 2, 4 Prozent der Steuerpflichtigen aus, vereinen aber rund 14 Prozent der gesamten Einkünfte auf sich. In der Debatte um eine Erhöhung des Spitzen- oder Reichensteuersatzes sollte bedacht werden, dass diese zu einem erheblichen Teil unternehmerische Tätigkeiten träfe. Beim Spitzensteuersatz entfallen rund 40 Prozent der Bemessungsgrundlage auf unternehmerische Aktivitäten, beim Reichensteuersatz sind es sogar rund 70 Prozent. Gleichzeitig erfüllt die Einkommensteuer eine zentrale Verteilungsfunktion. Die unteren Einkommensgruppen zahlen kaum Einkommensteuer, während die Belastung mit dem Einkommen deutlich ansteigt. Auf die einkommensstärksten 5 Prozent der Steuerpflichtigen entfallen rund 40 Prozent des gesamten Aufkommens einschließlich Solidaritätszuschlags, während ihr Anteil am zu versteuernden Einkommen bei knapp 22 Prozent liegt. Eine vollständige Abschaffung des Mittelstandsbauchs wäre eine umfassende und mit Blick auf die Arbeitsanreize zielführende Reform, mit Steuermindereinnahmen von rund 68 Milliarden Euro jedoch fiskalisch sehr teuer. Eine moderate Reform, die kleine und mittlere Einkommen entlastet und den Beginn des Spitzensteuersatzes nach hinten verschiebt, erscheint daher eher realistisch. Für diese Tarifoption werden Mindereinnahmen von rund 21 Milliarden Euro veranschlagt. Für Normalverdiener bedeutet dies zumindest eine Entlastung in Höhe eines mittleren dreistelligen Eurobetrags im Jahr, - dass der Betrag mit dem Einkommen steigt, liegt in der Natur des Tarifverlaufs. Damit würde es gelingen, die schleichenden Steuererhöhungen der vergangenen 20 Jahre auszugleichen und in etwa zur Tarifstruktur des Jahres 2006 zurückzukehren, also dem Stand nach der letzten Einkommensteuerreform. Obwohl bei den Reformoptionen alle Einkommensgruppen entlastet werden, tragen hohe Einkommen nach einer Reform stets einen größeren Anteil am Steueraufkommen als bisher. Der Grund ist, dass mittlere Einkommen in der linear-progressiven Tarifzone prozentual stärker entlastet werden als hohe Einkommen. Zu beachten ist bei der anstehenden Reform, dass allein der Ausgleich der kalten Progression des Jahres 2026 eine Entlastung von rund 8 Milliarden Euro erfordert. Erst darüber hinausgehende Maßnahmen wären eine strukturelle Entlastung. |
| Abstract: | Reforming personal income tax has been on the political agenda for years. Although bracket creep has largely been offset over the past ten years, the income tax schedule itself has not been structurally reformed.Revenue has risen by 50 percentage points more than the wage bill over recent years, indicating a higher overall tax burden. As a result of these missing reforms, marginal tax rates rise to a high level at a relatively low income. The top tax rate also applies much earlier relative to average income than it did in the past. High marginal tax burdens reduce the incentive to work longer hours. Combined with social security contributions, up to 60 percent of an additional euro of employer labour costs is absorbed by the state. At the same time, personal income tax affects the willingness to take entrepreneurial risk. It does not only apply to employees but is also an important business tax. Partnerships account for only about 2.4 percent of taxpayers, yet they generate around 14 percent of total income. Any debate about raising the top tax rate or the surtax on very high incomes should therefore take into account that this would significantly affect entrepreneurial activity. Around 40 percent of the tax base subject to the top rate stems from business income; for the surtax on very high incomes, the share is as high as 70 percent. At the same time, personal income tax plays a central redistributive role. Lower income groups pay little or no income tax, while the burden rises sharply with income. The top 5 percent of taxpayers account for around 40 percent of total revenue from personal income tax and the solidarity surcharge, while their share of taxable income is only just under 22 percent. A full elimination of the so-called "middle-class bulge" would be a far-reaching reform and, from the perspective of work incentives, a desirable one. However, with revenue losses of around 68 billion euros, it would be fiscally very costly. A more moderate reform therefore appears more realistic - one that relieves low and middle incomes and shifts the threshold for the top tax rate to a higher level. This option is estimated to reduce revenue by around 21 billion euros. For average earners, this would amount to annual tax relief in the mid-hundreds of euros. The fact that the amount rises with income is inherent in the structure of the tax schedule. Such a reform would largely reverse the gradual tax increases of the past 20 years and roughly restore the tariff structure of 2006, i. e. after the last major income tax reform. Although all income groups would benefit from the reform options, high-income taxpayers would still bear a larger share of the total tax burden than they do today. The reason is that middle incomes in the linear-progressive part of the schedule would be relieved more strongly in relative terms than high incomes. It should also be noted that merely offsetting bracket creep in 2026 already requires tax relief of around 8 billion euros. Only measures beyond that would amount to structural relief. |
| Keywords: | Steuer- und Finanzpolitik, Verteilung und öffentliche Finanzen, Distribution and public finances |
| JEL: | H20 H24 D31 |
| Date: | 2026 |
| URL: | https://d.repec.org/n?u=RePEc:zbw:iwkpps:342537 |
| By: | Clemens Kroneberg (University of Cologne); Maximilian Pickartz (University of Cologne); Alexandra Heyden (University of Cologne); Amelie Reiner (University of Cologne) |
| Date: | 2026–04 |
| URL: | https://d.repec.org/n?u=RePEc:ajk:ajkpbs:071 |
| By: | Winkler, Katrin; Müller-Kreiner, Claudia |
| Abstract: | Emotionale Kompetenz ist insbesondere in belastenden Arbeits-, Konflikt- und Führungssituationen von Bedeutung. Die vorliegende Studie untersucht, wie Personen ihre emotionalen Kompetenzen selbst einschätzen und inwieweit sich Unterschiede zwischen wahrnehmungs-, verstehensorientierten und regulativen Kompetenzbereichen zeigen. Hierzu wurde ein mehrdimensionaler Selbstauskunftsfragebogen entwickelt, der die fünf Dimensionen Selbstwahrnehmung, Selbstregulierung, Selbstmotivation, Empathie und soziale Fähigkeiten anhand von 15 Subskalen erfasst. Die quantitative Querschnittserhebung umfasst bis zu 248 gültige Datensätze. Die fünf Hauptdimensionen weisen interne Konsistenzen zwischen α = .794 und α = .826 auf; für den Gesamtfragebogen ergibt sich α = .920. Die Ergebnisse zeigen ein insgesamt positives, zugleich jedoch differenziertes emotionales Selbstbild. Selbstwahrnehmung und Empathie werden am höchsten eingeschätzt, während Selbstregulierung den niedrigsten Mittelwert erreicht. Besonders deutlich zeigt sich dies beim Umgang mit Stress und Frustration. Damit deutet sich eine zentrale Differenz zwischen dem Erkennen und Verstehen emotionaler Prozesse und ihrer erfolgreichen Regulation unter Belastung an. Auf Ebene einzelner Subskalen zeigen sich zudem heterogene Reliabilitäten und teilweise Deckeneffekte, sodass das entwickelte Instrument derzeit primär als entwicklungsorientiertes Reflexionsinstrument und nicht als abschließendes Diagnoseinstrument einzuordnen ist. Für Führung und Personalentwicklung legen die Befunde nahe, emotionale Kompetenz nicht auf einen allgemeinen EQ-Wert zu reduzieren. Vielmehr sollten Selbsteinschätzungen mit konkreten beruflichen Situationen, Fremdfeedback und praktischer Erprobung verbunden werden. Insbesondere die Entwicklung von Regulationsstrategien erscheint relevant, um emotionales Bewusstsein auch unter Belastung in konstruktives Handeln zu überführen. |
| Abstract: | Emotional competence is particularly important in demanding work, conflict, and leadership situations. This study examines how individuals assess their own emotional competencies and whether differences emerge between perception- and understanding-oriented competencies and those related to emotional regulation and action. A multidimensional self-report questionnaire was developed to assess five dimensions of emotional competence-self-awareness, self-regulation, self-motivation, empathy, and social skills-across 15 subscales. The quantitative cross-sectional study comprises up to 248 valid responses. The five main dimensions demonstrate internal consistencies ranging from α = .794 to α = .826, with an overall reliability of α = .920. The results indicate an overall positive but differentiated emotional self-concept. Self-awareness and empathy received the highest ratings, whereas self-regulation showed the lowest mean score, particularly regarding the management of stress and frustration. These findings highlight a central distinction between recognizing and understanding emotions and successfully regulating emotional responses under pressure. At the subscale level, heterogeneous reliability estimates and several ceiling effects indicate that further psychometric development of the instrument is required. Accordingly, the questionnaire should primarily be considered a development-oriented reflection tool rather than a conclusive diagnostic instrument. For leadership and human resource development, the findings suggest that emotional competence should not be reduced to a single overall EQ score. Instead, self-assessments should be complemented by reflection on specific workplace situations, external feedback, and practical application. In particular, strengthening emotion-regulation strategies may help translate emotional awareness into constructive action under pressure. |
| Keywords: | emotional competence, emotional intelligence, self-regulation, empathy, business coaching |
| JEL: | M12 M53 D91 J24 |
| Date: | 2026 |
| URL: | https://d.repec.org/n?u=RePEc:zbw:esprep:342598 |
| By: | Bachbauer, Nadine (Institute for Employment Research (IAB), Nuremberg, Germany) |
| Abstract: | "This data report describes the linked survey data of Starting Cohort 8 „Education for the World of Tomorrow” of the National Educational Panel Study (NEPS-SC8) with administrative data of the Institute for Employment Research (IAB)." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en)) |
| Keywords: | Bundesrepublik Deutschland ; Stichprobenziehung ; Datenaufbereitung ; Datengewinnung ; Datenqualität ; Datenzugang ; IAB-Beschäftigtenhistorik ; IAB-Leistungsempfängerhistorik ; IAB-Maßnahmeteilnehmergrunddatei ; Datenfusion ; Integrierte Erwerbsbiografien ; NEPS-SC8-ADIAB ; NEPS-SC8-ADIAB ; 10.5164/IAB.NEPS-SC8-ADIAB7524.de.en.v1 ; 10.5164/IAB.NEPS-SC8-ADIAB7524.de.en.v1 |
| Date: | 2026–07–29 |
| URL: | https://d.repec.org/n?u=RePEc:iab:iabfda:202605(de) |
| By: | Jens Thoemmes (UTOPI - Unité de recherche Transitions Organisations Politiques Inégalités - IEP Toulouse - Sciences Po Toulouse - Institut d'études politiques de Toulouse - UT2J - Université Toulouse - Jean Jaurès - Comue de Toulouse - Communauté d'universités et établissements de Toulouse - CNRS - Centre National de la Recherche Scientifique - EPE UT - Université de Toulouse - Comue de Toulouse - Communauté d'universités et établissements de Toulouse, Taylor’s University) |
| Abstract: | Der Beitrag entwickelt einen theoretischen Rahmen für die Analyse der Zeitautonomie marginalisierter Beschäftigter, indem er Jean-Daniel Reynauds Theorie der sozialen Regulierung im Dialog mit der Southern Theory, den Epistemologien des Südens und den kritischen Grenzforschungen weiterführt. Zeitautonomie wird als die zeitliche Dimension des Regulierungspluralismus verstanden: Wenn Beschäftigte autonome Regulierung über ihre Arbeitszeit ausüben, pluralisieren sie die zeitliche Ordnung. Auf der Grundlage von 140 Interviews mit entsandten Beschäftigten aus Portugal, chinesischen Fabrikbeschäftigten, malaysischen Büroangestellten und französischen Telearbeitenden (2011-2024) zeigt die Analyse, wie marginalisierte Gruppen autonome Regulierungssysteme hervorbringen, die neben, gegen oder außerhalb institutioneller Rahmen wirken. Drei Konzepte treten hervor: der Subsistenz-Kontinuitäts-Projektions-Komplex, der Überlebenszwänge, intergenerationelle Kontinuität und Zukunftsentwürfe verbindet; regulatorische Mikroumgebungen, in denen mehrere normative Ordnungen koexistieren, ohne dass eine von ihnen dominant wird; und adaptive Hybridisierung, durch die importierte Arbeitsmodelle nicht einfach umgesetzt, sondern umgeformt werden. Zusammen erweitern diese Konzepte die Arbeitssoziologie, indem sie kollektive und relationale Dimensionen der Zeitautonomie sichtbar machen, die nördliche Analyserahmen tendenziell verdecken. |
| Abstract: | This article develops a theoretical framework for analysing time autonomy among marginalised workers by extending Jean-Daniel Reynaud's social regulation theory in dialogue with Southern theory, epistemologies of the South and critical border studies. It argues that time autonomy is the temporal dimension of regulatory pluralism: when workers exercise autonomous regulation over working time, they pluralise the temporal order. Drawing on 140 interviews with Portuguese posted workers, Chinese factory workers, Malaysian office workers and French teleworkers (2011-2024), the analysis shows how marginalised groups create autonomous regulatory systems that operate alongside, against or outside institutional frameworks. Three concepts emerge: the subsistence- continuity-projection complex, which integrates survival imperatives, intergenerational continuity and future aspirations; regulatory microenvironments, where multiple normative orders coexist without any single order achieving dominance; and adaptive hybridisation, through which imported workplace models are transformed rather than simply implemented. Together, these concepts extend labour sociology by surfacing collective and relational dimensions of time autonomy that Northern frameworks tend to obscure. |
| Abstract: | Este artículo elabora un marco teórico para analizar la autonomía temporal de los trabajadores marginados, prolongando la teoría de la regulación social de Jean-Daniel Reynaud en diálogo con la teoría del Sur (Southern theory), las epistemologías del Sur y los estudios críticos de fronteras. Sostiene que la autonomía temporal es la dimensión temporal del pluralismo regulatorio: cuando los trabajadores ejercen una regulación autónoma sobre su tiempo de trabajo, pluralizan el orden temporal. A partir de 140 entrevistas con trabajadores desplazados portugueses, obreros de fábrica chinos, empleados de oficina malasios y teletrabajadores franceses (2011-2024), el análisis muestra cómo los grupos marginados crean sistemas de regulación autónomos que operan junto a los marcos institucionales, contra ellos o fuera de ellos. Surgen tres conceptos: el complejo subsistencia-continuidad-proyección, que integra los imperativos de supervivencia, la continuidad intergeneracional y las aspiraciones de futuro; los microentornos regulatorios, donde coexisten múltiples órdenes normativos sin que ninguno alcance la dominancia; y la hibridación adaptativa, mediante la cual los modelos de trabajo importados se transforman en lugar de aplicarse sin más. En conjunto, estos conceptos amplían la sociología del trabajo al hacer visibles las dimensiones colectivas y relacionales de la autonomía temporal que los marcos del Norte tienden a ocultar. |
| Abstract: | Cet article élabore un cadre théorique pour analyser l'autonomie temporelle des travailleurs marginalisés en prolongeant la théorie de la régulation sociale de Jean-Daniel Reynaud, en dialogue avec la théorie du Sud (Southern theory), les épistémologies du Sud et les études critiques des frontières. Il soutient que l'autonomie temporelle constitue la dimension temporelle du pluralisme des régulations : lorsque les travailleurs exercent une régulation autonome sur leur temps de travail, ils pluralisent l'ordre temporel. À partir de 140 entretiens menés auprès de travailleurs détachés portugais, d'ouvriers d'usine chinois, d'employés de bureau malaisiens et de télétravailleurs français (2011-2024), l'analyse montre comment des groupes marginalisés construisent des systèmes de régulation autonomes qui fonctionnent à côté des cadres institutionnels, contre eux ou en dehors d'eux. Trois concepts se dégagent : le complexe subsistance-continuité-projection, qui intègre les impératifs de survie, la continuité intergénérationnelle et les aspirations d'avenir ; les micro-environnements de régulation, où plusieurs ordres normatifs coexistent sans qu'aucun n'acquière la dominance ; et l'hybridation adaptative, par laquelle les modèles d'organisation du travail importés sont transformés plutôt que simplement appliqués. Ensemble, ces concepts prolongent la sociologie du travail en faisant apparaître les dimensions collectives et relationnelles de l'autonomie temporelle que les cadres d'analyse du Nord tendent à occulter. |
| Keywords: | Theorien des Südens, informelle Arbeit, Globaler Süden, Regulierungspluralismus, Zeitautonomie, informal labour, Southern theory, Global South, regulatory pluralism, time autonomy, autonomía temporal, pluralismo regulatorio, Sur global, teorías del Sur, trabajo informal, autonomie temporelle, pluralisme des régulations, Sud global, théories du Sud, travail informel |
| Date: | 2026 |
| URL: | https://d.repec.org/n?u=RePEc:hal:journl:hal-05707333 |