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on German Papers |
| By: | Röhl, Klaus-Heiner; Schmitz, Edgar; Lammers, Miriam |
| Abstract: | Die Unternehmen der Chemieindustrie, der pharmazeutischen Industrie und der kunststoffverarbeitenden Industrie sind durch staatliche Bürokratie hoch belastet. Es gibt zahlreiche fertigungs- und produktspezifische Regulierungen, etwa mit der europäischen REACH-Verordnung im Chemikalienrecht, der Wirkstoffherstellungsverordnung (AMWHV) und dem Arzneimittelrecht für die Pharmaindustrie oder auch im Emissionsrecht für industrielle Anlagen. Im Rahmen des IW-Zukunftspanels wurden im Herbst 2025 gut 1.080 Unternehmen zu ihrer Wahrnehmung der Bürokratiebelastung und ihrer Entwicklung, den Gründen für die Zunahmen von Bürokratie und Regulierung sowie den Schwierigkeiten, Bürokratie wirksam abzubauen, befragt. 90 der teilnehmenden Unternehmen entstammten den Zweigen der Chemieindustrie und Pharmaindustrie sowie der kunststoffverarbeitenden Industrie. 74 Prozent der Unternehmen aus diesen drei teilweise miteinander verbundenen Industriebereichen beklagten in der Befragung eine Zunahme der Bürokratiebelastung innerhalb der vergangenen drei Jahre, 15 Prozent der Unternehmen mussten zur Bewältigung des Anstiegs zusätzliches Personal einstellen. Fast drei Viertel der Unternehmen beklagen, dass Verwaltungsbeschäftigte Ermessensspielräume nicht angemessen ausschöpfen und fast ebenso viele Unternehmen kritisieren ein aus ihrer Sicht schleppendes Bearbeitungstempo der Behörden. Als Maßnahmen gegen die zunehmende Bürokratisierung empfehlen die befragten Unternehmen, sowohl vor der Einführung neuer Gesetze im legistischen Prozess als auch beim Bestand anzusetzen, indem die vorhandenen Gesetze systematisch auf Sinn und Wirksamkeit bei der Erreichung der angestrebten Ziele überprüft werden. Eine One-in-two-out-Lösung für Belastungen durch neue Bestimmungen könnte den Gesetzgeber veranlassen, für Belastungen aus neuen Gesetzen konsequent höhere Entlastungen im Bestand umzusetzen - oder eben auf das neue Gesetz zu verzichten. Mehr als 9 von 10 Chemie-, Kunststoff- und Pharmaunternehmen sehen in verschlankten EU-Vorgaben die beste Möglichkeit zum Bürokratieabbau, was auf die hohe Bedeutung der EU-Regulierung für die Branchen hinweist. Fast ebenso viele Firmen plädieren für mehr außergerichtliche Einigungen. Jenseits der Befragungsergebnisse stellen Praxischecks ein Instrument dar, mit dem die zuständigen Bundesministerien gemeinsam mit Behörden und den betroffenen Unternehmen die Wirkungen der Gesetzgebung überprüfen, Widersprüche aufdecken und Verbesserrungen einleiten können. |
| JEL: | D73 E61 L59 |
| Date: | 2026 |
| URL: | https://d.repec.org/n?u=RePEc:zbw:iwkrep:342429 |
| By: | Bardt, Hubertus; Beznoska, Martin; Demary, Markus; Grömling, Michael; Henger, Ralph; Obst, Thomas; Pimpertz, Jochen; Puls, Thomas; Schäfer, Holger; Schaefer, Thilo; Seele, Stefanie |
| Abstract: | Mit dem Krieg im Nahen Osten sieht sich die gesamte Weltwirtschaft mit zusätzlichen und schwer kalkulierbaren ökonomischen Belastungen konfrontiert. Die Blockade der für die globale Versorgung mit Energie und teils weiterverarbeiteten Gütern wichtigen Seeroute durch die Straße von Hormus und die Beschädigungen von Produktionsanlagen schaffen neben den Energieproblemen im Gefolge des andauernden Krieges in der Ukraine erneute Versorgungsrisiken kombiniert mit Energiepreiseffekten auf der Erzeuger- und Konsumebene. Zusätzlich werden industrielle Lieferketten und Produktionsmöglichkeiten weltweit bedroht. Der Krieg im Nahen Osten wird die Inflation weltweit erhöhen und das Wachstum dämpfen. Die Weltwirtschaft legt im Jahr 2026 nur noch um 2 Prozent zu. Die Verwerfungen in den globalen Lieferketten werden auch den globalen Warenhandel abschwächen. Dieser expandiert in diesem Jahr nur noch um 1, 7 Prozent. Die Prognose bleibt mit hoher Unsicherheit behaftet. Die tatsächlichen Auswirkungen hängen von der Dauer des politischen Konfliktes und den sich daraus ergebenden ökonomischen Folgen ab. Aussagen zu den politischen Entwicklungen kann eine Konjunkturprognose nicht liefern. Es können lediglich Annahmen hinsichtlich einer politischen Lösung getroffen und in der Prognose als Rahmenbedingung gesetzt werden. In Deutschland lassen die bereits bestehenden Belastungen durch den Nahost-Krieg und die für das gesamte Jahr erwarteten Liefer- und Produktionsstörungen das preis- und arbeitstäglich bereinigte BIP im Jahresverlauf 2026 kaum von der Stelle kommen. Das jahresdurchschnittliche Wachstum des realen BIP von gut 0, 4 Prozent ergibt sich größtenteils aus einem positiven Kalendereffekt. Durch die globale Abschwächung bleibt das deutsche Exportgeschäft weiter rückläufig. Die privatwirtschaftliche Investitionstätigkeit kommt nicht von der Stelle. Durch den erneuten Energieschock mit einer jahresdurchschnittlichen Inflationsrate von gut 3 Prozent stagniert auch der private Konsum. Die Inlandsnachfrage wächst vorwiegend aufgrund des expandierenden Staatskonsums und staatlicher Investitionen im Bereich Verteidigung. Der deutsche Staat wird aufgrund der Ausgabensteigerungen und der schwachen Konjunktur im Jahr 2026 ein Defizit von schätzungsweise 156 Milliarden Euro oder 3, 4 Prozent des BIP ausweisen. Die Anzahl der Erwerbstätigen wird 2026 um 190.000 Personen sinken, während die Arbeitslosigkeit leicht auf rund 3 Millionen ansteigen wird. |
| Keywords: | Konjunktur, Weltwirtschaft, Arbeitsmarkt, Staatshaushalt, Finanzmärkte |
| JEL: | E2 E3 E5 E6 |
| Date: | 2026 |
| URL: | https://d.repec.org/n?u=RePEc:zbw:iwkrep:342416 |
| By: | Grömling, Michael; Wirths, Benjamin Paul |
| Abstract: | Die IW-Konjunkturampel wurde im Jahr 2015 entwickelt, um die Vielzahl von teilweise heterogenen Konjunkturinformationen systematisch zu bündeln und in einem aussagekräftigen Gesamtbild darzustellen. Mit diesem Verfahren werden für Deutschland, die USA, China, das Vereinigte Königreich und den Euroraum monatlich bis zu zehn Einzelindikatoren aus den Bereichen Produktion, Beschäftigung und Nachfrage ausgewertet und grafisch einfach veranschaulicht. Ergänzend dazu visualisiert der sogenannte Konjunkturfilm (als gestapeltes Flächendiagramm) die Entwicklung der monatlichen Ampelsignale über den gesamten Beobachtungszeitraum seit 2008. Dieses Zeitbild veranschaulicht nicht nur den aktuellen Stand, sondern auch die Breite und Persistenz konjunktureller Bewegungen über mehrere Jahre. Im vorliegenden Beitrag wird untersucht, ob die IW-Konjunkturampel persistente Signalbilder über das Einsetzen und die Konstanz konjunktureller Expansionsphasen liefert und ob diese mit der faktischen Entwicklung (gemessen am Bruttoinlandsprodukt) konsistent sind. Dazu wird ein Diffusionsindex eingesetzt, der generell die Breite und Persistenz von Signalverschiebungen quantifizieren kann. Anhand des ausgewählten Referenzzeitraums von 2013 bis 2019 und für Deutschland wird gezeigt, dass sich konjunkturelle Expansionsphasen aus der IW-Konjunkturampel frühzeitig ableiten lassen. In Phasen anhaltenden gesamtwirtschaftlichen Wachstums verdichten und verstetigen sich die expansiven (grünen) Signale. Auch für den aktuellen Rand seit Ende des Jahres 2025 zeigen die IW-Konjunkturampel und der Diffusionsindex eine deutliche Aufhellung und Verstetigung. Mit dem Kriegsausbruch im Nahen Osten Ende Februar 2026 muss das ursprüngliche Ziel der Untersuchung (ob eine Verstetigung grüner Felder frühzeitig eine Indikation für eine ausgeprägte und andauernde Erholung und ökonomische Expansion in Deutschland liefert) wieder in den Hintergrund geschoben werden. |
| JEL: | E32 C82 |
| Date: | 2026 |
| URL: | https://d.repec.org/n?u=RePEc:zbw:iwkrep:342418 |
| By: | Hentze, Tobias |
| Abstract: | Das Sondervermögen Infrastruktur und Klimaneutralität (SVIK) kann nur dann ökonomisch gerechtfertigt werden, wenn es tatsächlich zusätzliche, wachstumsfördernde Investitionen auslöst. Die kreditfinanzierten Mittel dürfen nicht lediglich bereits geplante Investitionen ersetzen oder indirekt konsumtive Ausgaben finanzieren. Sonst entstehen für die Steuerzahler Zins- und Tilgungslasten ohne entsprechende volkswirtschaftliche Rendite. Die geplante Änderung des NRW-Infrastrukturgesetzes wirft insbesondere die Frage auf, ob Kommunen SVIKMittel zur Finanzierung kommunaler Eigenanteile oder ergänzend für Förderprogramme einsetzen dürfen. Eine solche Verwendung birgt die Gefahr, strukturelle Finanzprobleme der Kommunen zu verdecken, notwendige Konsolidierungs- und Priorisierungsprozesse zu unterlaufen und Fehlanreize im Fördersystem zu verstärken. Da das SVIK befristet ist, können damit weder dauerhafte Finanzierungslücken noch strukturelle Defizite nachhaltig gelöst werden. Gleichzeitig erfordert die angespannte Haushaltslage vieler Kommunen pragmatische und schnelle Unterstützung seitens des Landes. Daher wären Ausnahmen für finanzschwache Kommunen bei wachstumsfördernden Investitionsprojekten denkbar, die ansonsten nicht getätigt werden können. Voraussetzung hierfür sind transparente, einfache und zielgerichtete Kriterien. Auch wenn der Bund die Zins- und Tilgungslasten vollständig trägt, ist die zielgenaue Mittelverwendung Aufgabe von Land und Kommunen. Unabhängig vom SVIK besteht grundlegender Reformbedarf bei der kommunalen Finanzausstattung. Hohe strukturelle Defizite und Investitionsrückstände erfordern eine Neujustierung der Aufgaben und deren Finanzierung sowie eine Anpassung der Einnahmenverteilung zwischen Bund, Ländern und Kommunen. Ein dauerhaft höherer Anteil an den Steuereinnahmen würde den Kommunen Spielräume eröffnen, ihrer Verantwortung für die öffentliche Investitionstätigkeit in höherem Maße als derzeit gerecht zu werden. |
| JEL: | H54 H61 H62 |
| Date: | 2026 |
| URL: | https://d.repec.org/n?u=RePEc:zbw:iwkrep:342422 |
| By: | Tschiedel, Christian; Bechtel, Jadena; Reber, Joscha; Seyfried, Stefan; Beck, Martin; Moog, Daniel; Stadler, Eva Maria; Kock, Alexander; Weigold, Matthias |
| Abstract: | Das DELTA-Projekt repräsentiert ein facettenreiches Netzwerk, das sich durch die Zusammenarbeit diverser Disziplinen und Organisationen auszeichnet. Dies birgt einzigartige Chancen, aber auch Herausforderungen. Cluster 2 soll durch effektive Vernetzung den Austausch innerhalb des Netzwerks fördern, um Synergie- und Kreativitätspotenziale optimal zu nutzen. Der theoretische Rahmen stützt sich auf Forschungen in den Bereichen Multiprojektmanagement, emergente Strategien und Innovationsökosysteme. Ein zentraler Aspekt ist die Handhabung der Komplexität und die Abstimmung verschiedener Interessen und Zielsetzungen innerhalb des Netzwerks. Be-sonders wichtig ist dabei die Erforschung von Universitäts-Industrie-Kooperationen, die trotz ihrer hohen Potenziale häufig an Management- und Kommunikationshürden scheitern. Emergente Strategien und (Geschäftsmodell-)Innovationen sind in nachhaltigen Stadtentwicklungsprojekten aufgrund unbekannter und sich ständig entwickelnder Kontextfaktoren besonders relevant. Bei der Erforschung von Innovationsökosystemen zur systemischen (Energie-)Systemplanung im Kontext von Smart Cities ist die Integration von technischen, sozialen und umweltpolitischen Perspektiven zentral. Die operative Umsetzung des Projekts umfasst verschiedene Maßnahmenpakete, die sich mit der Vernetzung und Analyse interner und externer Stakeholder, der Planung und Umsetzung von Strategien sowie der Evaluierung von Innovationspotenzialen und Geschäftsmodellen befassen. Methodisch wird dabei auf eine Kombination aus qualitativen und quantitativen Befragungen, internen Workshops und Lessons Learned Workshops gesetzt. |
| Date: | 2026–07–02 |
| URL: | https://d.repec.org/n?u=RePEc:dar:wpaper:161428 |
| By: | Beznoska, Martin; Hentze, Tobias; Kauder, Björn |
| Abstract: | Zentral ist bei der Debatte um das Ehegattensplitting das Spannungsfeld zwischen Individualbesteuerung und gemeinschaftsbezogenen Modellen. Die reine Individualbesteuerung orientiert sich an der individuellen Leistungsfähigkeit, berücksichtigt jedoch Unterhaltsverpflichtungen innerhalb der Ehe unzureichend und gilt als rechtlich nicht umsetzbar. Das Ehegattenrealsplitting stellt eine moderate und gleichzeitig realistische Reform dar: Einkommensanteile können begrenzt übertragen werden, orientiert an Unterhaltsleistungen von aktuell 13.805 Euro im Jahr. Dadurch wird die Steuerbelastung im Vergleich zum Splitting vor allem für Alleinverdiener-Ehepaare erhöht. Eine weitere Variante kombiniert die Individualbesteuerung mit einem zusätzlichen Ehefreibetrag, der vor allem Doppelverdiener begünstigt. Familienbezogene Modelle beziehen Kinder stärker ein. Beim Familienrealsplitting wird Einkommen innerhalb der Familie unter Berücksichtigung von Unterhaltspflichten verteilt. Das Familientarifsplitting geht weiter, indem Einkommen auch auf Kinder verteilt wird (zum Beispiel mit Faktor 0, 5 pro Kind), wodurch Familien mit mehreren Kindern stärker entlastet werden. Dieses Modell kann auch unverheiratete Paare und Alleinerziehende einbeziehen. Ein kombiniertes Modell aus Ehegattenrealsplitting und Familientarifsplitting könnte einen Mittelweg darstellen, um die Arbeitsanreize zumindest leicht zu verbessern und gleichzeitig Haushalte mit Kindern zu entlasten. Dabei erfolgt zunächst ein begrenzter Einkommensausgleich zwischen Partnern, anschließend eine Aufteilung unter Einbeziehung der Kinder. Dies entlastet Paare mit Kindern und Alleinerziehende deutlich. Die Aufkommens- und Verteilungswirkungen unterscheiden sich stark: Ein Realsplitting führt laut Simulationsrechnungen für das Jahr 2026 zu Mehreinnahmen von 8 Milliarden Euro und belastet vor allem Paare mit großen Einkommensunterschieden. Im Vergleich dazu würde eine Individualbesteuerung mit Einzelveranlagung 27 Milliarden Euro Mehreinnahmen bringen. Dieser Vergleich umfasst den gesamten Splittingeffekt. Ein Familientarifsplitting erweitert das bisherige Splitting hingegen, verursacht hohe Mindereinnahmen (25 Milliarden Euro), aber entlastet Familien entlang der gesamten Einkommensverteilung und nicht nur in den oberen Dezilen. Das kombinierte Modell aus Realsplitting und Familientarifsplitting führt insgesamt zu Entlastungen von 8 Milliarden Euro, wobei Ehepaare mit Kindern für die Einschränkung des Ehegattensplittings kompensiert werden und unverheiratete Paare mit Kindern und Alleinerziehende profitieren. Sämtliche Effekte gehen von einer Steuerreform aus, die auch Bestandsehen umfasst. Beschränkt sich der Gesetzgeber auf neu geschlossene Ehen, bleiben die fiskalischen Effekte zunächst minimal. Hinsichtlich der Arbeitsanreize zeigen Studien, dass eine nur hypothetisch mögliche Individualbesteuerung die Erwerbsbeteiligung und Arbeitszeit deutlich erhöhen kann, während realistischere Modelle wie das Realsplitting nur geringe Effekte haben. Insgesamt hängt die Bewertung der Reformen stark von politischen Zielsetzungen wie Gleichstellung, Familienförderung und Verteilungsgerechtigkeit ab. Die Grenzbelastung des Zweitverdieners, also welcher Anteil eines zusätzlich verdienten Euros in Form von Einkommensteuer und Sozialabgaben an den Staat geht, unterscheidet sich im Status quo kaum vom Realsplitting. |
| JEL: | H20 H24 |
| Date: | 2026 |
| URL: | https://d.repec.org/n?u=RePEc:zbw:iwkrep:342423 |
| By: | Bendel, Alexander; Haipeter, Thomas |
| Abstract: | Die Automobilindustrie steht mitten in einer doppelten Transformation: Es geht um Dekarbonisierung und Digitalisierung. Transformationsprozesse verlaufen nicht per se sozial; gerechte Wege für die Beschäftigten in die und in den Transformationen brauchen kollektive Regulierungen. "Zukunftsvereinbarungen" und "Von Arbeit in Arbeit" sind aktuell die wichtigsten Regulierungsinstrumente, die Sicherheit, Statuserhalt und Beteiligung der Beschäftigten in Transformationsprozessen stärken können. Angetrieben durch Transformationskosten und Renditeziele bauen Unternehmen gegenwärtig jedoch Beschäftigung ab und fordern Konzessionen der Beschäftigten. Deshalb können vorhandene Regulierungsinstrumente ihr Potenzial für eine faire Transformation derzeit nicht entfalten. |
| Date: | 2026 |
| URL: | https://d.repec.org/n?u=RePEc:zbw:iaqrep:342584 |
| By: | Sandra Bilek-Steindl; Thomas Url (WIFO) |
| Abstract: | Die 17 "Sustainable Development Goals" (SDG) der Vereinten Nationen streben eine globale nachhaltige Entwicklung auf ökonomischer, ökologischer und sozialer Ebene an. Der vorliegende Research Brief liefert eine Aktualisierung des frühzeitigen Monitorings von SDG 8 für Österreich. Aufbauend auf dem jährlichen SDG-Monitoring von Eurostat und unter Berücksichtigung der aktuellen Entwicklung in Österreich auf Basis der WIFO-Konjunkturprognose und von Nowcasts wird eine Einschätzung der Zielerreichung für die Periode 2021 bis 2026 vorgenommen. Die Konjunkturerholung wirkt positiv auf einige Indikatoren. So fällt die aktuelle Bewertung des realen BIP pro Kopf, der Erwerbstätigenquote, der Langzeitarbeitslosigkeit sowie der tödlichen Arbeitsunfälle positiv aus, jene der Jugendarbeitslosigkeit sowie der Investitionsquote bleibt hingegen negativ. Bei den Zusatzindikatoren fällt die Bewertung der Armutsgefährdungsquote von Erwerbstätigen ebenfalls negativ aus, jene des Rohstoffverbrauchs hingegen positiv. |
| Date: | 2026–07–17 |
| URL: | https://d.repec.org/n?u=RePEc:wfo:rbrief:y:2026:i:6 |
| By: | Schmid, Günther; Leschke, Janine |
| Abstract: | Im internationalen Vergleich werden duale Berufsbildungssysteme oft als erfolgreicher angesehen als schulische Systeme, wenn es darum geht, einen nachhaltigen Übergang von der Schule ins Berufsleben zu gewährleisten. Diese Einschätzung trifft besonders auf die Schweiz zu, während das deutsche duale System seit der Covid-19-Pandemie zunehmend in die Kritik geraten ist. Der komparative Fokus liegt selten auf Dänemark mit seiner vielversprechenden Mischung aus beiden Prinzipien. Daher erscheint ein Vergleich der beiden Länder interessant. Die Studie beginnt mit der Entwicklung eines theoretischen Rahmens für die Gestaltung nachhaltiger Übergänge von der Schule in den Beruf: Normativ betont dieser Ansatz berufliche Souveränität gegenüber bloßer Arbeitsmarkttauglichkeit, während er analytisch faire Risikoteilung und ausgewogene Machtverteilung als Grundsätze guter Regierungsführung hervorhebt. Anschließend werden die Akteure, Regelungen, Übergangswege, aktuellen Entwicklungen und Probleme der beiden Länder betrachtet und durch deskriptive Statistiken ergänzt. Deutschland kann von Dänemark lernen: insbesondere im Hinblick auf die frühzeitige Berufsorientierung in der Schule; Einkommenssicherheit während des Übergangs, die zur Risikobereitschaft bei der Berufswahl ermutigt; kontinuierliche Aktualisierung und Modularisierung der Lehrpläne; enge Zusammenarbeit zwischen Schulen, Betrieben, Sozialpartnern und Kommunen. Aber auch die Schwächen des dänischen Systems, insbesondere die Erosion der Attraktivität beruflicher Bildung, bieten Anlass, vom Nachbarland zu lernen. Reformoptionen für Deutschland schließen die Studie ab. |
| Keywords: | berufliche Bildung, Ausbildungssystem, Übergänge, Governance, Theorie, Übergangsarbeitsmärkte, Risikoteilung, vergleichende Analyse |
| Date: | 2026 |
| URL: | https://d.repec.org/n?u=RePEc:zbw:wzbeme:342458 |
| By: | Brussig, Martin |
| Abstract: | Angesichts steigender Altersgrenzen in der Rentenversicherung wird die Erwerbsminderungsrente zunehmend von Personen in der späten Erwerbsphase beansprucht. Die vorliegende Analyse geht der Frage nach, ob die Erwerbsminderungsrente alle Personen auffängt, die aus gesundheitlichen Gründen nicht bis zur Regelaltersgrenze arbeiten können. Hierfür werden die Selbsteinschätzungen von Beschäftigten und Rentnerinnen und Rentnern über ihre Gesundheit für die Jahre 2010 und 2023 miteinander vergleichen. Die gesundheitliche Selbsteinschätzung gilt als valides Maß für den objektiven Gesundheitszustand, der für die Erwerbsminderungsrente maßgeblich ist. Die Ergebnisse zeigen, dass ein Teil der heute älteren Beschäftigten unter früheren Bedingungen gesundheitsbedingt in Frührente gewechselt wäre. Dies gilt noch stärker bei Personen, die geringfügig beschäftigt, arbeitslos oder ohne Rentenbezug nicht erwerbstätig sind. Die Erwerbsminderungsrente erfasst aktuell also nicht alle Personen mit gesundheitlichen Einschränkungen. Hiervon sind besonders Geringqualifizierte betroffen. Vor diesem Hintergrund sind weiterhin deutlich verstärkte Präventionsbemühungen in der Arbeitswelt erforderlich. Unumgänglich ist aber ein erleichterter Zugang in eine Form der gesundheitsbedingten Frühverrentung. |
| Date: | 2026 |
| URL: | https://d.repec.org/n?u=RePEc:zbw:iaqalt:342583 |
| By: | von Haldenwang, Christian |
| Abstract: | Verstärkt durch Kürzungen in der Entwicklungszusammenarbeit (EZ), leiden viele Niedrig- und Mitteleinkommensländer aktuell unter großer Finanznot. Höhere Eigeneinnahmen sind vor diesem Hintergrund für die meisten Länder ein erstrebenswertes Ziel. Auch im internationalen entwicklungspolitischen Diskurs nimmt die Stärkung von Eigeneinnahmen mehr Raum ein - und zwar über das gesamte politische Spektrum hinweg. Für die einen soll sie die Entscheidungsspielräume der jeweiligen Regierungen erweitern und die Entwicklungsorientierung öffentlichen Handelns stärken, für die anderen die Industrieländer des sog. globalen Nordens von Transferleistungen entlasten und die "Sucht" der Empfängerländer nach EZ-Zahlungen beenden. Aber welche Möglichkeiten stehen Niedrig- und Mitteleinkommensländern überhaupt offen, mehr Eigeneinnahmen zu erzielen? Der vorliegende Policy Brief zeigt, dass besonders die Besteuerung von Privateinkommen und Grundbesitz Chancen auf Mehreinnahmen eröffnen könnte. Ein bedeutendes Feld ist zudem die Rationalisierung von Steuervergünstigungen, die häufig substanzielle Mindereinnahmen verursachen, ohne dass ein entsprechender Nutzen erkennbar wäre. Gleichzeitig ist es aber auch wichtig, den systemischen - und eminent politischen - Charakter von Steuerreformen zu erkennen. Jenseits der technischen und administrativen Machbarkeit muss immer auch die politische Umsetzbarkeit von Reformen berücksichtigt werden. Darum sind kurzfristige Steuererhöhungen - etwa durch höhere Verbrauchssteuern oder Zölle - für sich genommen oft wenig nachhaltig. Vielmehr geht es darum, den sog. "Fiskalvertrag" zwischen Steuerzahler*innen und Staat auf eine breitere und stabilere Grundlage zu stellen, bei der auch bessere öffentliche Leistungen eine Rolle spielen. Es ist daher nicht ohne weiteres möglich, eine Einnahmenart - EZ - durch die andere - Steuern - zu ersetzen. Das wird von den Befürwortern von EZ-Kürzungen gerne unterschlagen. Bei der Umstellung muss EZ weiterhin und trotz insgesamt sinkender Mittel Beiträge leisten. Internationale Akteure, darunter auch die Bundesregierung und die EU, können Partnerregierungen in vielerlei Hinsicht unterstützen. Sie tun das schon heute, etwa durch die Förderung der Addis Tax Initiative (ATI). Deutschland und die EU sollten darüber hinaus entschlossen dazu beitragen, multilaterale Ansätze der Zusammenarbeit zu stärken. Dies gilt vor allem für die Rahmenkonvention der Vereinten Nationen (UN) für die internationale Zusammenarbeit in Steuerfragen, die derzeit ausgehandelt wird. |
| Keywords: | Steuern, Steuerreformen, Entwicklungszusammenarbeit, Entwicklungsfinanzierung, Steuervergünstigungen, Afrika, Lateinamerika & Karibik, Asien-Pazifik, OECD / Taxes, taxation, tax reform, development cooperation, development finance, tax expenditures, Africa, Latin America & Caribbean, Asia-Pacific, OECD |
| Date: | 2026 |
| URL: | https://d.repec.org/n?u=RePEc:zbw:idospb:342585 |
| By: | Schüler, Ruth M.; Seele, Stefanie |
| Abstract: | Die alternde Bevölkerung in Deutschland erhöht den Druck auf die sozialen Sicherungssysteme und verschärft (künftig) den Fachkräftemangel. Um die Lebensarbeitszeit zu verlängern, wurden in den letzten Jahren finanzielle Anreize geschaffen, insbesondere durch die Abschaffung der Hinzuverdienstgrenze für vorgezogene Renten und seit 2026 durch steuerliche Vorteile für Erwerbstätigkeit über die Regelaltersgrenze hinaus im Rahmen der "Aktivrente". Historisch war der Hinzuverdienst parallel zum vorzeitigen Rentenbezug stark begrenzt, und zwar auf 6.300 Euro jährlich bis zur Heraufsetzung der Hinzuverdienstgrenze im Jahr 2020. Dies führte dazu, dass viele Rentnerinnen und Rentner, die vorzeitig in Rente gegangen waren, bis zum Jahr 2020 eine geringfügige Beschäftigung wählten. Nach zweimaliger Heraufsetzung der Hinzuverdienstgrenze in den Jahren 2020 und 2021 wurde die Hinzuverdienstgrenze zum Jahresbeginn 2023 vollständig abgeschafft. Seitdem können vorzeitige Altersrentnerinnen und -rentner unbegrenzt hinzuverdienen, ohne dass der Hinzuverdienst mit der Rente verrechnet wird. Durch die Reformen der Hinzuverdienstgrenze ist das bisherige Prinzip, dass Rente Erwerbseinkommen ersetzt, aufgehoben, da nun ein paralleler Bezug von unbegrenztem Einkommen und voller Rente möglich ist. Seit dem vollständigen Wegfall der Hinzuverdienstgrenze 2023 nimmt die Zahl der vorzeitig Verrenteten mit einem sogenannten "großen Hinzuverdienst", der über die ehemals geltende Hinzuverdienstgrenze hinausgeht, zu. Gleichzeitig hat sich konjunkturell bedingt der Arbeitsmarkt seit 2023 eingetrübt, was auch die Beschäftigungschancen Älterer und im Besonderen die Chancen von Rentnerinnen und Rentnern, die bereits Einkommen in Form einer Rente beziehen, verschlechtern könnte. Eine Auswertung von Daten der Deutschen Rentenversicherung in der Vollerhebung für die Jahre 2018 bis 2024 zeigt, dass der Anteil der vorzeitigen Rentner mit großem Hinzuverdienst auch 2024 trotz Eintrübung des Arbeitsmarktes weiter steigt. Zwar schwächt sich die Dynamik im Vergleich zum Anstieg zwischen 2022 und 2023 ab. Trotzdem ist der Anstieg bei den vorzeitigen Rentnern weiterhin stärker als bei den Regelaltersrentnern. Wegen der Nachmeldungen von Beschäftigung ist davon auszugehen, dass die am aktuellen Rand für 2024 ausgewiesenen Werte noch untererfasst sind. Langjährig Versicherte und Altersrentnerinnen und -rentner, welche aufgrund einer Schwerbehinderung vorzeitig eine Altersrente beziehen, gehen seit dem Wegfall der Hinzuverdienstgrenze im Durchschnitt früher in Rente. Zudem erzielen sie mittlerweile vergleichbare Entgelte wie die Personen, die zum gesetzlichen Renteneintrittsalter in Rente gegangen sind. Das unterminiert das mit der Anhebung der Regelaltersgrenze verbundene Ziel, den Rentenbezug ins Alter zu verschieben. Zudem entscheidet sich seit 2020 ein höherer Anteil an Personen für einen vorzeitigen Renteneintritt mit Abschlägen. Unter der Prämisse, dass der Vorruhestand nicht ohne Zusatzlasten organisiert werden kann (Pimpertz, 2023), erhöht der Wegfall der Hinzuverdienstgrenze die Belastung der Gesetzlichen Rentenversicherung ausgabenseitig. |
| Abstract: | The ageing population in Germany is increasing pressure on the social insurance systems and will (in the future) exacerbate the shortage of skilled labour. To extend working lives, financial incentives have been created in recent years, in particular through the abolition of earnings limits for early retirees and, since 2026, through tax advantages for employment beyond the statutory retirement age under the so-called "active pension" (Aktivrente). Historically, additional earnings alongside early retirement were strictly limited, to €6, 300 per year until the earnings limit was raised in 2020. As a result, many retirees who took early retirement opted for marginal employment up to 2020. After the earnings limit was increased twice in 2020 and again in 2021, it was completely abolished at the beginning of 2023. Since then, early retirees have been able to earn unlimited additional income without it being offset against their pension. As a result of these reforms, the previous principle that pensions replace earned income has effectively been abolished, since it is now possible to receive both unlimited income and a full pension simultaneously. Since the complete removal of the earnings limit in 2023, the number of early retirees with so-called "high additional earnings, " i.e. earnings exceeding the former limit, has increased. At the same time, however, the labour market has deteriorated since 2023 due to cyclical factors, which may also reduce employment opportunities for older workers, particularly for retirees who already receive pension income. An analysis of German Pension Insurance full-sample data for the years 2018 to 2024 shows that the share of early retirees with high additional earnings continued to rise in 2024 despite the deterioration in the labour market. Although the pace of growth has slowed compared with the increase between 2022 and 2023, it remains stronger among early retirees than among retirees at the statutory retirement age. Due to delayed employment reporting, it can be assumed that the figures reported for 2024 are still somewhat underestimated. Persons with long contribution histories and retirees with severe disabilities have, on average, been retiring earlier since the abolition of the earnings limit. Moreover, they now earn income comparable to those who retired at the statutory retirement age. This undermines the objective associated with raising the statutory retirement age, namely increasing the effective working life. In addition, since 2020 a higher proportion of individuals has opted for early retirement with benefit reductions. Early retirement thus increases expenditure pressure on the statutory pension insurance system. |
| JEL: | H55 J14 J26 |
| Date: | 2026 |
| URL: | https://d.repec.org/n?u=RePEc:zbw:iwkrep:342425 |
| By: | Holtfort, Thomas; Wiegmann, Tim |
| Abstract: | Der vorliegende Beitrag untersucht, wie der Quantenbegriff abseits seiner rein physikalischen Bedeutung in Unternehmen subjektiv wahrgenommen, interpretiert und strategisch eingeordnet wird. Ausgangspunkt der Forschung ist die Beobachtung, dass der Begriff zunehmend Einzug in Managementnarrative und Zukunftsvisionen hält, ohne dass ein einheitliches Verständnis der zugrunde liegenden physikalischen Prinzipien vorliegt. Eingebettet in den Ansatz der Narrativen Ökonomik wird der Quantenbegriff dabei nicht primär als technisches, sondern als symbolisches und strategisches Konstrukt verstanden. Methodisch stützt sich der Beitrag auf fünf semistrukturierte Leitfadeninterviews mit Führungskräften aus Unternehmen unterschiedlicher Größen und Branchen, die in Anlehnung an die qualitative Inhaltsanalyse nach Mayring (2015) ausgewertet wurden. Die Ergebnisse zeigen, dass der Quantenbegriff bislang nicht einheitlich eingeordnet wird und sich zwischen unscharfem Begriffsverständnis, technologisch-physikalischer Assoziation und ersten Ansätzen strategischer Bewertung bewegt. Häufig erfolgt die Einordnung über Vergleichsnarrative zu bekannten Technologien wie der Künstlichen Intelligenz, während eine eigenständige ökonomische Einordnung ausbleibt. Der Begriff befindet sich damit in einer frühen, vorwiegend symbolischen Phase unternehmerischer Deutung. |
| Date: | 2026 |
| URL: | https://d.repec.org/n?u=RePEc:zbw:fomarb:342679 |
| By: | Bissinger, Johanna |
| Abstract: | Das Radar 47 von Johanna Bissinger rückt die Zusammenhänge zwischen finanziellen Belastungen und psychischer Gesundheit in den Fokus und zeigt auf, wie diese in der Praxis sichtbar werden. Gleichzeitig verdeutlicht sie, dass bestehende Beratungsangebote oft nicht ausreichend miteinander verzahnt sind. Das Radar unterstreicht die Notwendigkeit, psychosoziale Aspekte stärker in Beratung und Unterstützung zu integrieren. Dabei richtet sie sich nicht nur an soziale Arbeitsfelder, sondern auch an Mitarbeiter:innen Behörden und Akteur:innen im Finanzdienstleistungssektor. |
| Date: | 2026 |
| URL: | https://d.repec.org/n?u=RePEc:zbw:iffrad:342592 |
| By: | Oepen, Jennifer; Enste, Peter; Cirkel, Michael |
| Abstract: | Das Ruhrgebiet ist ein bislang unterschätzter Forschungsraum für Fragen der Langlebigkeit. Die Lebensverläufe von Hundertjährigen ermöglichen neue Erkenntnisse über gesundes Altern sowie biologische, soziale und räumliche Einflussfaktoren. Internationale Studien zeigen, dass Langlebigkeit nicht allein genetisch bedingt ist, sondern wesentlich durch Lebensstil, soziale Beziehungen und das Lebensumfeld geprägt wird. Eine regional ausgerichtete Hundertjährigenforschung kann wichtige Impulse für altersfreundliche Quartiere, Gesundheitsversorgung und kommunale Planung liefern. |
| Keywords: | Gerontologie, Langlebigkeit, Ruhrgebiet, Centenarians, Altern |
| Date: | 2026 |
| URL: | https://d.repec.org/n?u=RePEc:zbw:iatfor:342593 |
| By: | Röhl, Klaus-Heiner; Schmitz, Edgar |
| Abstract: | Die Unternehmen der Metall- und Elektroindustrie sind durch staatliche Bürokratie hoch belastet. Im Rahmen des IW-Zukunftspanels wurden im Herbst 2025 gut 1.080 Unternehmen zu ihrer Wahrnehmung der Bürokratiebelastung und ihrer Entwicklung, den Gründen für die Zunahme von Bürokratie und Regulierung sowie den Schwierigkeiten, Bürokratie wirksam abzubauen, befragt. 180 der teilnehmenden Unternehmen entstammten den Zweigen der Metall- und Elektroindustrie. 85 Prozent der Metall- und Elektrounternehmen beklagen eine Zunahme der Bürokratiebelastung innerhalb der vergangenen drei Jahre, drei von zehn Unternehmen mussten zur Bewältigung des Anstiegs zusätzliches Personal einstellen. Als Hauptgründe für die Zunahme werden die wachsende Anzahl der Gesetze und die zunehmende Komplexität der enthaltenen Regelungen angesehen. Kritisch wird auch die Rolle der Verwaltungen bewertet. Fast zwei Drittel der Unternehmen beklagen, dass Verwaltungsbeschäftigte Ermessensspielräume nicht angemessen ausschöpfen, und sechs von zehn Unternehmen bezeichnen das Bearbeitungstempo als zu langsam. Als Maßnahmen gegen die Gesetzesflut empfehlen die befragten Unternehmen eine wirksame Begrenzung der "Produktion" neuer Gesetze und eine Überprüfung des Bestands auf Sinn und Wirksamkeit bei der Erreichung der angestrebten Ziele. 55 Prozent der Unternehmen geben an, dass ein spürbarer bis großer Anteil der Gesetze durch Selbstverpflichtungen ersetzt werden könnte. Als hilfreich werden auch eine Überprüfung der in den letzten Jahren stark zunehmenden EU-Gesetzgebung und ein konsequenter Verzicht auf eine nationale Übererfüllung von EU-Regelungen in Deutschland genannt. Insgesamt könnte ein Mindset-Wechsel hin zu einer stärker vertrauensbasierten Regulierung ein gangbarer Weg sein, um auf detaillierte bürokratische Bestimmungen zumindest partiell verzichten zu können. |
| Abstract: | Like businesses in general, companies in the metal and electrical industry are subject to substantial government bureaucracy. As part of the 'IW-Zukunftspanel', a regular representative business survey, more than 1, 080 companies were surveyed in autumn 2025 on their perceptions of the bureaucratic burden and its evolution. Among the topics of the survey, the reasons for the perceived increase in bureaucracy and regulation and the difficulties in effectively reducing bureaucracy were included. 180 of the participating companies were from metal and electrical manufacturing branches, which include the automotive and mechanical industries. 85 per cent of metal and electrical companies report an increase in the bureaucratic burden over the past three years; three in ten companies have had to hire additional staff to cope with this rise. The growing number of laws and the increasing complexity of the regulations are seen as the main reasons for this rise. The role of public administrative entities is also assessed in a critical way. Almost two-thirds of the companies complain that administrative staff do not make adequate use of their discretionary powers, and six out of ten companies describe the speed of administrative procedures as too slow. As measures to tackle the legislative burden, the companies recommend effectively limiting the 'production' of new laws in the legislative process and reviewing existing legislation to assess its relevance and effectiveness in achieving the intended objectives. 55 per cent of companies state that a noticeable part of laws could be replaced by voluntary commitments. A review of EU legislation - which has increased significantly in recent years - and a stop of 'gold plating' because of Germany going beyond the requirements of EU regulations are also cited as helpful measures. Overall, a mindset shift towards a trust-based regulatory approach could be a viable way of at least partially reducing detailed bureaucratic provisions. |
| JEL: | D73 E61 L59 |
| Date: | 2026 |
| URL: | https://d.repec.org/n?u=RePEc:zbw:iwkrep:342426 |
| By: | Krieger, Bastian; Füner, Lena; Rolinck, Philipp |
| Abstract: | Die Stärkung privater Innovationsaktivität gilt als zentrale Voraussetzung für die langfristige Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands und Europas. Öffentliche Beschaffung ist dafür ein bislang unterschätztes Instrument: Mit rund 18 Prozent des deutschen Bruttoinlandsprodukts ist sie eines der volumenstärksten nachfrageseitigen Instrumente staatlicher Innovationspolitik. Junge Unternehmen können von erfolgreichen Bewerbungen in zweifacher Weise profitieren, durch gesicherte Anfangsnachfrage und durch ein Qualitätssignal gegenüber Kunden und Kapitalgebern. Eine neue wissenschaftliche Studie auf Basis von 4.260 jungen deutschen Unternehmen im Alter von maximal sieben Jahren zeigt, dass sich seit ihrer Gründung 16, 3 Prozent junger Unternehmen mindestens einmal auf eine öffentliche Ausschreibung beworben haben, wobei 10, 4 Prozent mindestens einen Zuschlag erhielten. Die Studie demonstriert zudem, dass der Innovationsbezug des Instruments eng mit der Ausgestaltung der einzelnen Ausschreibung zusammenhängt. Vergaben ohne zusätzliche Kriterien über den Preis hinaus zeigen keinerlei Zusammenhang mit den Innovationsmerkmalen junger Unternehmen, sondern sind ausschließlich mit Indikatoren der Ressourcenstärke assoziiert. Kriterienbasierte Vergaben mit zusätzlichen Qualitäts-, Umwelt- oder Innovationskriterien sind dagegen mit einer häufigeren Bewerbung und einem häufigeren Zuschlag innovationsorientierter junger Unternehmen verknüpft. Sie können in der bestehen den Vergabepraxis ein Zugangsweg sein, über den junge Unternehmen mit Innovationsprofil den Beschaffungsmarkt erreichen. |
| Date: | 2026 |
| URL: | https://d.repec.org/n?u=RePEc:zbw:zewpbs:342579 |
| By: | Geis-Thöne, Wido |
| Abstract: | Während in den letzten Jahren viel über das Elterngeld diskutiert wurde, fristet die Elternzeit in der öffentlichen Wahrnehmung ein Schattendasein. Dies geht teilweise darauf zurück, dass über ihre Inanspruchnahme sehr wenig bekannt ist. Daher wurden die Mikrodaten des Mikrozensus 2022 zu diesem Thema ausgewertet. Dazu ist anzumerken, dass man für eine Auswertung zur Elternzeit ohne Beschäftigung unterschiedliche Angaben im Mikrozensus nutzen kann, womit man zu sehr ähnlichen, aber nicht deckungsgleichen Ergebnissen kommt. Hingegen erscheint für die ebenfalls mögliche Elternzeit mit gleichzeitiger Teilzeittätigkeit nur ein Auswertungsweg sinnvoll. Wählt man diesen, kommt man zu dem Ergebnis, dass im Jahr 2022 im ersten Lebensjahr des Kindes im Schnitt 58, 0 Prozent der Mütter in Elternzeit ohne Beschäftigung und 5, 2 Prozent in Elternzeit mit Teilzeitbeschäftigung waren. 11, 6 Prozent waren regulär in abhängiger Beschäftigung tätig, 1, 8 Prozent selbstständig und 23, 4 Prozent (außerhalb der Elternzeit) nicht erwerbstätig. Im zweiten Lebensjahr waren 25, 5 Prozent der Mütter in Elternzeit ohne Beschäftigung und 7, 4 Prozent in Elternzeit mit Teilzeitbeschäftigung. Im dritten Lebensjahr waren es 9, 4 Prozent und 4, 0 Prozent. Bei den Vätern lagen die Anteile der Elternzeit ohne Beschäftigung bei 5, 3 Prozent und der Elternzeit mit Teilzeitbeschäftigung bei 3, 2 Prozent im ersten Lebensjahr des Kindes. Im zweiten Lebensjahr waren es 2, 0 Prozent und 2, 1 Prozent. Danach befanden sich nur noch sehr wenige Männer in Elternzeit. Allerdings ist zu beachten, dass die Dauer der Elternzeit bei den Männern zumeist weit unter einem Jahr liegt. Geht man von der durchschnittlichen Bezugsdauer des Elterngeldes aus, die bei den Männern mit der Elternzeit meist deckungsgleich sein dürfte, dürfte der Gesamtanteil der Männer, die nach der Geburt der Kinder jemals eine Elternzeit nutzen, in der Größenordnung der Väterbeteiligung am Elterngeld von 46, 3 Prozent im Jahr 2022 liegen. Bei den Frauen wäre ein derartiges Vorgehen nicht zielführend, da die Elternzeit die maximale Bezugsdauer des Elterngeldes in vielen Fällen wesentlich überschreiten dürfte. Auch ist darauf hinzuweisen, dass es Eltern gibt, die zwar Elterngeld beziehen, aber keine Elternzeit in Anspruch nehmen können, etwa da sie selbstständig sind. Differenziert man nach dem Bildungsstand der Eltern, zeigen sich deutliche Unterschiede. So nutzen Männer mit Hochschulabschluss mit 7, 7 Prozent ohne Beschäftigung und 4, 0 Prozent mit Teilzeitbeschäftigung im ersten Lebensjahr des Kindes sowie mit 2, 4 Prozent ohne Beschäftigung und 3, 7 Prozent mit Teilzeitbeschäftigung im zweiten Lebensjahr des Kindes die Elternzeit im Jahr 2022 weit häufiger als niedriger qualifizierte Väter. Hingegen befanden sich Akademikerinnen im zweiten und dritten Lebensjahr des Kindes deutlich seltener in Elternzeit als die beruflich qualifizierten Frauen. Insgesamt lässt sich feststellen, dass die Inanspruchnahme der Elternzeit von den Lebenslagen der Familien nicht unabhängig ist und weiterführende Forschung in diesem Bereich wichtig wäre, um den institutionellen Rahmen der Elternzeit möglichst zielgerichtet weiterzuentwickeln. |
| Abstract: | Whilst there has been much discussion about parental allowance (Elterngeld) in recent years, parental leave (Elternzeit) has been largely overlooked in the public eye. This is partly because very little is known about how it is taken up. Therefore, a microdata analysis of the 2022 Microcensus on this topic was carried out. It has to be noted that different items from the Microcensus can be used to analyse parental leave without employment, leading to very similar but not identical results. In contrast, for parental leave working parttime - which is also a possibility - only one method of analysis appears appropriate. If this method is chosen, the result is that in 2022, during the child's first year of life, an average of 58.0 per cent of mothers were on parental leave without employment and 5.2 per cent were on parental leave working part-time. 11.6 per cent were in regular dependent employment, 1.8 per cent were self-employed and 23.4 per cent were not in employment (outside of parental leave). In the child's second year, 25.5 per cent of mothers were on parental leave without employment and 7.4 per cent were on parental leave working part-time. In the third year, the figures were 9.4 per cent and 4.0 per cent. Among fathers, the proportion taking parental leave without employment stood at 5.3 per cent and the proportion taking parental leave working part-time at 3.2 per cent during the child's first year of life; in the second year, these figures were 2.0 per cent and 2.1 per cent respectively. After that, very few men remained on parental leave. It should be noted, however, that the duration of parental leave for men is usually well under a year. Based on the average duration of parental allowance payments, which is likely to coincide with parental leave for men in most cases, the total proportion of men who have ever taken parental leave following the birth of their children is likely to be in the region of the 46.3 per cent share of fathers receiving Elterngeld in 2022. For women, such an approach would not be effective, as parental leave is likely to significantly exceed the maximum period for which parental allowance is payable in many cases. It should also be noted that there are parents who, although they receive parental allowance, are unable to take parental leave, for example because they are self-employed. When broken down by parents' educational attainment, clear differences emerge. For instance, men with a university degree make use of parental leave far more often than less-qualified fathers. In the child's first year, 7.7 per cent of them were on parental leave without employment and 4.0 per cent on parental leave working part-time, and in the child's second year 2.4 per cent of them were on parental leave without employment and 3.7 per cent on parental leave working part-time. In contrast, female graduates were significantly less likely to be on parental leave during the child's second and third years than women with vocational qualifications. Overall, it is evident that the take-up of parental leave is not independent of families' circumstances. Further research in this area would be important in order to develop the institutional framework for parental leave as effectively as possible. |
| JEL: | J13 J22 K31 |
| Date: | 2026 |
| URL: | https://d.repec.org/n?u=RePEc:zbw:iwkrep:342427 |
| By: | Rauber, Neele |
| Abstract: | In den heutigen komplexen Konsumgesellschaften sind Marken aufgrund ihrer Vertrauens- und Orientierungsfunktion von zentraler Relevanz (Neye & Bongard, 2025, S. VI; Freundt et al., 2020, S. 49). Neben dem gesellschaftlichen Wandel spielen zusätzlich ökologische Veränderungen durch den Klimawandel, wirtschaftliche Herausforderungen und globale Krisen wie die Corona Pandemie eine tragende Rolle (Imdahl, 2022, S. 63). Vor allem in Krisenzeiten gewinnen Marken an Bedeutung, da sie die Bedürfnisse nach Stabilität, Vertrauen und Normalität erfüllen können. Marken, zu denen Menschen eine emotionale Verbindung haben, können diesen helfen, ihre individuelle Persönlichkeit auszudrücken und diese in ihrem sozialen Umfeld zu kommunizieren. Dieser Aspekt stellt einen unbezahlbaren Wettbewerbsvorteil und ein Differenzierungsmerkmal im Markt dar (Freundt et al., 2020, S. 11). Wenn sich Verbrauchende mit einer Marke und ihren Werten identifizieren, gewinnen die emotionalen Bestandteile der Marke an Bedeutung. Infolgedessen können Marken Zugehörigkeit und Zusammenhalt von Gleichgesinnten im sozialen Kontext fördern (Cohen, 2020). Aus diesem Grund müssen sich Marken ihrer sozialen und ökologischen Verantwortung bewusst sein. So können Marken nicht nur ihr Image stärken und ihren Profit steigern, sondern vor allem das Vertrauen und die Loyalität von Konsumierenden, Mitarbeitenden und anderen relevanten Stakeholdern gewinnen und einen gesellschaftlichen Mehrwert schaffen (Neye & Bongard, 2025, S. VII; Aaker, 2023, S. 1). |
| Keywords: | Brand Purpose, Brand Purpose |
| Date: | 2026 |
| URL: | https://d.repec.org/n?u=RePEc:zbw:ouwpmm:342439 |
| By: | Teney, Céline |
| Abstract: | Über Wähler:innen der AfD dominieren häufig vereinfachende Stereotype: Sie gelten entweder als sozial abgehängte Protestwähler:innen oder als geschlossen radikal rechtes Milieu. Beides greift zu kurz. Das vorliegende Policy Paper zeigt, dass die AfD-Wählerschaft zwar durch migrations- und kulturpolitische Restriktivität verbunden ist, zugleich aber unterschiedliche politische Profile umfasst. Diese unterscheiden sich darin, wie stark Zuwanderungsablehnung mit Autoritarismus, antisemitischen Ressentiments und pessimistischen Einschätzungen der deutschen Wirtschaftslage verknüpft ist. Die Ergebnisse sprechen dafür, im Umgang mit der AfD-Wählerschaft stärker zu differenzieren. |
| Date: | 2026 |
| URL: | https://d.repec.org/n?u=RePEc:zbw:cexpps:342594 |
| By: | Ewald, Johannes; Hünnemeyer, Vanessa R.; Kempermann, Hanno |
| Abstract: | Die Entwicklung der Regionen hat in den vergangenen zehn Jahren unter anspruchsvollen Rahmenbedingungen stattgefunden. Infolge von Dekarbonisierungsbestrebungen, fortschreitender Digitalisierung, geopolitischen Umbrüchen, zunehmend spürbaren Auswirkungen des demografischen Wandels und multipler Krisen aufgrund von Kriegen haben sich die Anforderungen an die regionale Anpassungsfähigkeit deutlich erhöht. Die Ergebnisse einer Retrospektive des IW-Regionalrankings des vergangenen Jahrzehnts (2016-2026) verdeutlichen, dass es für erfolgreiche Regionalentwicklung keinen einheitlichen Standard im Sinne eines "one size fits all"-Ansatzes gibt. Vielmehr lassen sich unterschiedliche Entwicklungspfade identifizieren, denen gemein ist, an regional bestehende Stärken anzuknüpfen und diese gezielt weiterzuentwickeln. Der erneute Sieger des IW-Regionalrankings 2026, dem Landkreis München, steht exemplarisch für süddeutsche Regionen, die in der Niveaubetrachtung dominieren. Jüngere Entwicklungen in der Dynamikbetrachtung zeigen zunehmend Standortvorteile auch in vielen anderen Teilen Deutschlands. Das Dynamikranking wird von Cottbus angeführt. |
| Keywords: | Regionalentwicklung, Regionalpolitik, Ranking, Transformation |
| JEL: | O18 |
| Date: | 2026 |
| URL: | https://d.repec.org/n?u=RePEc:zbw:iwkrep:342419 |
| By: | Müller, Dana (Institute for Employment Research (IAB), Nuremberg, Germany); Vom Berge, Philipp (Institute for Employment Research (IAB), Nuremberg, Germany) |
| Abstract: | "Have employment histories become less stable over time? And if so, to what extent? An analysis of employment durations and job changes across various career stages of employees subject to social security contributions provides answers to these questions. The study examines differences between East and West Germany as well as between women and men." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en)) |
| Date: | 2026–08–11 |
| URL: | https://d.repec.org/n?u=RePEc:iab:iabkbe:202614 |
| By: | von Winterfeld, Uta |
| Abstract: | Faschismus zu verstehen ist schwer. Im Seminar zu "Populismus und Demokratie" haben wir mit den Studien zur faschistischen Agitation von Leo Löwenthal gearbeitet. Sie helfen uns bei der Einordnung dessen, was gegenwärtig geschieht. Gesellschaftliche Gestaltung braucht das Verstehen, um aus der Analyse heraus Möglichkeiten der Gestaltung auszuloten. "Nachdenken über Faschismus" habe ich als Arbeitstext in das Seminar eingegeben und hoffe, dass er zu weiterem anregt. |
| Keywords: | Malaise, faschistische Agitation, Gesellschaftsanalyse, Sprache |
| Date: | 2026 |
| URL: | https://d.repec.org/n?u=RePEc:zbw:cuswps:342502 |
| By: | Janssen, Thilo; Dribbusch, Heiner |
| Abstract: | Das Tarifjahr 2025 war erneut von zahlreichen Arbeitsniederlegungen geprägt. Mit 261 vom WSI gezählten Arbeitskämpfen gab es zwar 2025 weniger von Streiks begleitete Tarifkonflikte als in den beiden Vorjahren, doch blieb die Konflikthäufigkeit im langfristigen Mittel weiter auf hohem Niveau. Dabei hat sich in den vergangenen zwei Jahrzehnten zugleich die Anzahl der bestreikten Betriebe stark erhöht. Gegenläufig dazu lag das vom WSI geschätzte Arbeitskampfvolumen 2025 mit 645.000 Ausfalltagen deutlich sowohl unter dem der Vorjahre als auch unter dem langfristigen Trend. Ebenso verhält es sich mit der geschätzten Anzahl von 552.000 Streikteilnehmer*innen im Jahr 2025. Beides deutet auf eine geänderte Arbeitskampfführung der Gewerkschaften hin: Einzelne, kurze Arbeitsniederlegungen überwiegen, unbefristete Flächenstreiks sind dagegen seltene Ausnahmen geworden. Erstmals hat das WSI für 2025 auch die Arbeitskampfziele der Gewerkschaften ausgewertet: In mehr als jedem vierten Arbeitskampf rangen die Beschäftigten um die (erstmalige) Tarifbindung der Unternehmen; dabei überwiegen Streiks um Haustarifverträge. Gewerkschaften müssen somit einen erheblichen Teil ihrer Ressourcen dafür aufwenden, der Tarifflucht der Unternehmen und damit einem weiteren Absinken der Tarifbindung entgegenzuwirken. |
| Keywords: | Hans-Böckler-Stiftung, HBS, WSI Report, Arbeitskampf, Streik, Gewerkschaften |
| Date: | 2026 |
| URL: | https://d.repec.org/n?u=RePEc:zbw:wsirep:342578 |
| By: | Sagner, Pekka; Voigtländer, Michael |
| Abstract: | Der IW-Wohnindex zeigt im zweiten Quartal 2026 eine erneute Verteuerung des Wohnens. Die Kaufpreise steigen zwar nur moderat, die Angebotsmieten legen dagegen weiterhin deutlich zu. Gleichzeitig entwickelt sich das sichtbare Angebot in beiden Segmenten gegensätzlich: Während immer mehr Kaufobjekte inseriert werden, bleibt das Mietangebot in vielen Städten knapp [...] Insgesamt zeigt sich ein Wohnungsmarkt mit zwei unterschiedlichen Engpässen: Auf dem Kaufmarkt treffen viele Angebote auf eine durch die Finanzierungskosten begrenzte Nachfrage. Auf dem Mietmarkt trifft dagegen eine anhaltend hohe Nachfrage auf ein weiterhin knappes und regional sehr unterschiedlich verfügbares Angebot. |
| JEL: | R31 R38 D31 |
| Date: | 2026 |
| URL: | https://d.repec.org/n?u=RePEc:zbw:iwkrep:342430 |
| By: | Seele, Stefanie; Stettes, Oliver |
| Abstract: | Gut vier von zehn sozialversicherungspflichtig Beschäftigten sind der Überzeugung, dass das eigene Unternehmen in den kommenden fünf bis zehn Jahren durch Umwelt- und Klimaschutzauflagen unter starken Veränderungsdruck gerät. Dies zeigen empirische Befunde aus der IW-Beschäftigtenbefragung 2024. Besonders betroffen sind Beschäftigte in dekarbonierungsexponierten Branchen, in denen die Emissionsintensität der Wertschöpfung hoch und gleichzeitig auch deutlich abgenommen hat. Das Gros der Befragten (70 Prozent) sieht das eigene Unternehmen gut in Sachen Umwelt- und Klimaschutz aufgestellt. Dies ist insbesondere dann, wenn die betrieblichen Maßnahmen in diesen Bereichen in den vorausgegangenen zwei Jahren ausgeweitet worden sind (86 Prozent). Knapp die Hälfte der Beschäftigten berichtet über ein ausgeweitetes Engagement beim Umwelt- und Klimaschutz. Ein erwarteter starker Veränderungsdruck im Unternehmen wird von den Beschäftigten ambivalent gesehen. Er geht teils mit einer optimistischen und teils mit einer pessimistischen Einschätzung einher. Wer hingegen sein Unternehmen gut aufgestellt sieht oder über ein gestiegenes Engagement berichtet, blickt optimistisch darauf, dass sich durch gesetzliche Auflagen eher Chancen für den eigenen Betrieb eröffnen. Knapp drei von zehn Beschäftigten teilen diese Auffassung. Das liegt auch daran, dass ein gestiegenes betriebliches Umweltund Klimaschutzengagement positiv mit Merkmalen korreliert, die gelingende betriebliche Transformationsprozesse auszeichnen. Letzteres bedeutet, dass den Betroffenen einer wesentlichen Umstrukturierung im eigenen Arbeitsumfeld die Notwendigkeit und die Ziele der Reorganisation durch die Geschäftsführung klar vermittelt wurden, sie sich mit eigenen Ideen einbringen konnten, sie sich unterstützt und in ihren bisherigen Leistungen wertgeschätzt gefühlt haben. Geschäftsführungen können demnach mithilfe gut gestalteter betrieblicher Transformationsprozesse die Akzeptanz von Umwelt- und Klimaschutz auf betrieblicher Ebene fördern. Aber auch dort, wo keine größeren Reorganisationsprozesse erlebt wurden, hat sich das Arbeitsumfeld aus Sicht derjenigen Beschäftigten verbessert, die über ein stärkeres betriebliches Engagement in Sachen Umwelt- und Klimaschutz berichten. Im Unterschied zu den positiven Erfahrungen aus den erlebten wesentlichen Umstrukturierungen gehen die Verbesserungen bei den Arbeitsbedingungen nicht zwingend mit einem optimistischen Blick auf die Herausforderungen einher, die die Beschäftigten künftig aufgrund von Umweltund Klimaschutzauflagen erwarten. Dies zeigt sich am deutlichsten, wenn größere Entscheidungsspielräume bei der Gestaltung der eigenen Arbeit gewährt werden. Diese gehen mit einer höheren Arbeitszufriedenheit, einem stärkeren Engagement und einem besseren Wohlbefinden einher. Größere Entscheidungsspielräume erhöhen aber nicht nur signifikant die Wahrscheinlichkeit, in Umwelt- und Klimaschutzauflagen eher eine Chance für das eigene Unternehmen zu sehen, sondern auch ein Risiko. Umgekehrt verbinden Beschäftigte, bei denen sich die Entscheidungsmöglichkeiten verringert haben, mit den ökologischen Anforderungen ebenso gleichermaßen häufiger Chancen und Risiken. Dieses ambivalente Bild könnte darauf zurückzuführen sein, dass eine Gruppe der Beschäftigten von der Bedeutung des eigenen aktiven Handelns für eine erfolgreiche Umsetzung des ökologischen Wandels im eigenen Unternehmen überzeugt ist. Die andere Beschäftigtengruppe mag die gestiegenen Gestaltungsmöglichkeiten hingegen als Vorbereitung für kommende herausfordernde Aufgaben sehen, bei denen sie skeptisch ist, ob es gelingt, diese erfolgreich zu bewältigen. |
| Abstract: | Just over four in ten employees subject to social security contributions believe that their own company will come under strong pressure to change due to environmental and climate protection regulations over the next five to ten years. This is shown by empirical evidence from the Employee Survey of the year 2024 by the German Economic Institute. Employees in decarbonization-exposed industries are particularly affected, where the emissions intensity of value added is high but has also declined recently. At the same time, a large majority of respondents (70 percent) consider their company to be well positioned in terms of environmental and climate protection, especially when related measures have been expanded over the past two years (86 percent). Almost half of employees report increased company engagement in environmental and climate protection. Expected strong pressure for change is viewed ambivalently by employees and is associated with both optimistic and pessimistic assessments. Those who see their company as well positioned or who report increased engagement are more optimistic that regulatory requirements will create opportunities for their firm. Almost three in ten employees share this view. One reason is that increased corporate engagement in environmental and climate protection is positively correlated with characteristics of successful transformation processes. These include clear communication by management of the necessity and objectives of reorganization, opportunities for employees to contribute ideas, and feelings of support and recognition. Well-designed transformation processes can therefore increase acceptance of environmental and climate protection at company level. Even in the absence of major reorganizations, employees who report stronger corporate engagement perceive improvements in their working environment. Unlike the positive experiences associated with major restructurings, these improvements do not necessarily coincide with optimism about future challenges arising from environmental and climate regulations. This is most evident with expanded decision-making autonomy in work design, which is associated with higher job satisfaction, stronger engagement, and better well-being. Greater autonomy significantly increases the likelihood that employees see environmental and climate regulations both as an opportunity and as a risk. Conversely, reduced decision-making autonomy is also linked to more frequent perceptions of both opportunities and risks. This ambivalence may reflect differing assessments of whether increased scope for action enables successful transformation or prepares employees for demanding tasks whose successful completion is uncertain. |
| JEL: | J28 D20 Q50 |
| Date: | 2026 |
| URL: | https://d.repec.org/n?u=RePEc:zbw:iwkrep:342415 |
| By: | Hunziker, Evamaria |
| Abstract: | Der Schengen-Besitzstand ist ein komplexes rechtliches Konstrukt, dessen präzise Definition eine Herausforderung darstellt. Fragen betreffend die Abgrenzung des Besitzstands stellen sich jedoch nicht bloß in Zusammenhang mit der Verstärkten Zusammenarbeit im Bereich Schengen, sondern auch generell im Hinblick auf dieses Instrument der differenzierten Integration. Vor diesem Hintergrund befasst sich der vorliegende Beitrag mit dem Besitzstand einer Verstärkten Zusammenarbeit im Allgemeinen und nimmt eine grundsätzliche Bestimmung ebendieses Besitzstands vor. Hierauf aufbauend werden zudem die Besonderheiten analysiert, welche im Zusammenhang mit dem Schengen-Besitzstand bestehen. Die Untersuchung ergibt, dass der Besitzstand einer Verstärkten Zusammenarbeit sämtliche Rechtsakte i.S.v. Art. 288 AEUV umfasst, die in einem bestimmten - wenngleich variablen - Themenbereich situiert sind. Diese Rechtsakte weisen zudem besondere Eigenschaften auf. |
| Keywords: | Verstärkte Zusammenarbeit, differenzierte Integration, Schengen-Besitzstand |
| Date: | 2026 |
| URL: | https://d.repec.org/n?u=RePEc:zbw:ekhdps:342568 |
| By: | Fitzenberger, Bernd (Institute for Employment Research (IAB), Nuremberg, Germany); Leber, Ute (Institute for Employment Research (IAB), Nuremberg, Germany); Schwengler, Barbara (Institute for Employment Research (IAB), Nuremberg, Germany) |
| Abstract: | "In 2025, both the number of newly concluded apprenticeship contracts and the supply of company-based apprenticeship places have declined. After the proportion of apprentices retained reached a record high of 79 percent in 2024, it fell last year. These changes also reflect the ongoing economic weakness in Germany. Recent analyses from the IAB Establishment Panel illustrate how various indicators of company-based training have developed and how they are performing across individual segments of the apprenticeship market." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en)) |
| Keywords: | IAB-Betriebspanel |
| Date: | 2026–08–06 |
| URL: | https://d.repec.org/n?u=RePEc:iab:iabkbe:202613 |
| By: | Matthes, Jürgen; Kunath, Gero; Sultan, Samina |
| Abstract: | Die globalen Ungleichgewichte haben in den letzten Jahren zugenommen. Das gilt vor allem für den zuletzt deutlich gestiegenen Leistungsüberschuss Chinas und das höhere Leistungsbilanzdefizit der USA. In der EU und im Euroraum ist eher eine Seitwärtsbewegung auf moderat hohem Niveau festzustellen, zuletzt mit sinkender Tendenz. Der lange hohe Leistungsüberschuss Deutschlands hat seit 2020 und am aktuellen Rand auch deutlich abgenommen. Auch bei der Beurteilung der strukturellen und wirtschaftspolitischen Ursachen zeigen sich ähnliche Unterschiede zwischen den betrachteten Ländern, an denen alle jeweiligen Regierungen gemeinsam ansetzen müssen, um die gestiegenen globalen Ungleichgewichte zu mindern: EU und Euroraum bewegen sich in den letzten Jahren in die richtige Richtung mit Blick auf die Hauptursache des Leistungsbilanzüberschusses, die in einer zuvor mangelnden Investitionstätigkeit liegt. Das gilt etwa für den Corona-Aufbaufonds, der vor allem gemeinschaftlich finanzierte Investitionen in die digitale und grüne Transformation fördert. Private Investitionen werden stärker angereizt durch aktuell laufende Bürokratiereformen der EU sowie eine ernsthafte Initiative wichtiger Mitgliedstaaten für eine Spar- und Investitionsunion. Hier kommt es auf eine konsequente Umsetzung dieser Vorhaben an. Auch der DraghiBericht zeigt vielfältige Wege zur Steigerung von privaten und öffentlichen Investitionen vor, denen EU und Mitgliedstaaten freilich noch stärker folgen sollten. Deutschland hat zwar weiterhin einen relativ hohen Leistungsbilanzüberschuss. Doch sowohl dessen merklich sinkende Tendenz als auch die deutliche Steigerung der staatlichen Investitionen weisen klar in die richtige Richtung, wobei auf eine effektive Umsetzung zu achten ist. Zudem sollte die Bundesregierung die begonnenen Reformen für eine Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit und für mehr private Investitionsanreize noch verstärken. In den USA ist der Handlungsbedarf dagegen anhaltend hoch. Es geht vor allem um die Reduzierung des Staatsdefizits, etwa durch eine Stärkung der Staatseinnahmen, da hier die wesentliche Ursache des hohen Leistungsbilanzdefizits liegt. Importzölle sind dagegen keine geeignete Maßnahme zur nachhaltigen Minderung des Leistungsbilanzdefizits. Aufgrund der deutlich höheren Nettoauslandsverschuldung kommen sogar erste Sorgen vor einer potenziellen Finanzkrise auf, da die Finanzierungsstruktur der Auslandsschuld fragiler geworden ist und die erratische Politik der US-Administration für Verunsicherung sorgt. In China ist der Handlungsbedarf am größten, vor allem weil der Leistungsbilanzüberschuss zuletzt deutlich gestiegen ist und weil die Politik den weiter gestiegenen großen Reformanforderungen bislang, wenn überhaupt, nur in zaghaften Ansätzen nachkommt. Zudem ist das Ausmaß des nötigen Rebalancing in China immens, vielfältig und systemisch. [...] |
| Abstract: | Global imbalances have increased over the past few years. This applies in particular to the latest increase in China's current account surplus, and to the higher current account deficit of the United States. In contrast, current accounts in the EU and the euro area have largely moved sideways with a recent downward tendency. The respective governments must address the structural economic causes jointly in order to reduce global imbalances: EU and euro area: The EU and the euro area have been moving in the right direction in recent years and the current account surplus is on a downward trend. They have stepped up their previously insufficient investment activity, for example, with the Recovery and Resilience Facility, which promotes jointly financed investments in digital and green transformation projects. Private investment is being incentivized through the EU's ongoing bureaucracy reforms and a more serious initiative by key member states for a Savings and Investment Union. The Draghi report also identifies a wide range of measures to increase private and public investment, which the EU and its member states should implement more consistently. The key is the consistent implementation of these plans. Germany: Germany still has a relatively high current account surplus. However, its marked decline since 2020 and the significant increase in public investment point clearly in the right direction. Nonetheless, attention must be paid to effective implementation. In addition, the federal government should further strengthen the reforms already initiated to improve competitiveness and create more incentives for private investment. United States: In the United States, the need for action remains persistently high. In particular, the fiscal deficit, which is at the root of the high current account deficit, must be reduced. This should be done by strengthening government revenues instead of using import tariffs. Owing to the much higher net external debt, initial concerns are emerging about a potential financial crisis, as the financing structure of US foreign debt has become more fragile and the erratic policy of the US administration is creating uncertainty. China: In China, the need for action is greatest and has become even more pressing. The current account surplus has recently risen significantly. The Chinese leadership has so far addressed the need for substantial reforms only tentatively. The scale of the necessary rebalancing in China is immense, multifaceted and systemic. [...] |
| Date: | 2026 |
| URL: | https://d.repec.org/n?u=RePEc:zbw:iwkrep:342424 |
| By: | Müller, Torsten; Schulten, Thorsten |
| Date: | 2026 |
| URL: | https://d.repec.org/n?u=RePEc:zbw:wsieqt:342496 |
| By: | Frerichs, Ilka Marie |
| Date: | 2026 |
| URL: | https://d.repec.org/n?u=RePEc:zbw:hsuopa:342517 |
| By: | Kranzusch, Peter; Pahnke, André |
| Abstract: | Angesichts der internationalen Krisen und Handelsstreitigkeiten der letzten Jahre drängt die Wirtschaftspolitik in Deutschland und der Europäischen Union auf eine stärkere regionale Differenzierung der Absatz- und Beschaffungswege von Unternehmen. Dies richtet sich insbesondere auf die Handelsbeziehungen mit China, einem der bedeutendsten Handelspartner Deutschlands. Allerdings ist bisher keine substanzielle Veränderung im Außenhandelsvolumen mit China festzustellen. Vielmehr hat die deutsche Wirtschaft ihre Außenhandelsbeziehungen mit China und Taiwan intensiviert. Diese Entwicklung ist maßgeblich von Industrieund Großunternehmen getrieben. |
| Abstract: | In light of the international crises and trade disputes of recent years, economic policymakers in Germany and the European Union are advocating for greater regional diversification in companies' sales and procurement channels. This applies in particular to trade relations with China, one of Germany's most important trading partners. However, no substantial change in the volume of foreign trade with China has been observed to date. Rather, the German economy is intensifying its foreign trade relations with China and Taiwan. This development is largely driven by industrial and large enterprises. |
| Keywords: | Außenhandel, Direktinvestitionen, KMU, China, Taiwan, Foreign Trade, Foreign direct investments, SMEs |
| JEL: | D22 F14 |
| Date: | 2026 |
| URL: | https://d.repec.org/n?u=RePEc:zbw:ifmduf:342539 |
| By: | Sagner, Pekka; Voigtländer, Michael |
| Abstract: | Die Studie beleuchtet das Zusammenspiel von Migration und Wohnungsmarkt in Deutschland und verbindet eine Bestandsaufnahme zentraler Markttrends mit einer empirischen Auswertung repräsentativer Haushaltsdaten (SOEP). Ausgangspunkt ist ein Markt, der sich seit den 2010er-Jahren von langen Phasen der Stagnation zu anhaltender Knappheit entwickelt hat, getragen von einem positiven Außenwanderungssaldo, teilweise starker Binnenwanderungskonzentration, Einkommenszuwächsen und lange niedrigen Zinsen, zuletzt jedoch gebremst durch den Zinsanstieg und den Einbruch der Bautätigkeit. Im europäischen Vergleich bleibt Deutschland eine "Mieternation" mit niedriger Wohneigentumsquote; zugleich wächst die Zahl der Haushalte weiter, besonders in wirtschaftlich starken Städten. Deskriptiv wird gezeigt: Die Wohnfläche pro Kopf ist langfristig gestiegen, Unterschiede zwischen Eigentümern und Mietern sowie nach Migrationshintergrund bleiben jedoch bestehen. Subjektiv empfinden vor allem Mieterhaushalte mit direktem Migrationshintergrund häufiger ihre Wohnung als zu klein. Bei den Wohnkosten (definiert als Bruttokaltkosten; bei Eigentümern kalte Nebenkosten plus Zins-/Tilgung) verlaufen die durchschnittlichen Mietkosten von Migranten und Nicht-Migranten nahezu deckungsgleich; bei Eigentümern liegen die laufenden Kosten von Haushalten mit direktem Migrationshintergrund höher, unter anderem, weil häufiger Finanzierungen bedient werden. Beim Anteil der Wohnkosten am Nettoeinkommen (Wohnkostenbelastung) zeigt sich in beiden Gruppen ein stabiler Abstand zulasten von Migrantenhaushalten. Ökonometrisch werden multivariate Modelle mit umfangreichen Kontrollen (Haushalts- und Wohnungsmerkmale, Region, Jahr) sowie eine "Umzieher"-Perspektive (kurze Wohndauer) geschätzt. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass sich Unterschiede weniger in den nominalen Wohnkosten als vielmehr in der relativen Belastung manifestieren: Haushalte mit direktem Migrationshintergrund tragen, unter sonst gleichen Bedingungen, häufig eine um rund 1 bis 2 Prozentpunkte höhere Wohnkostenbelastung als vergleichbare Nicht-Migrantenhaushalte; dieses Muster findet sich bei Mietern und Eigentümern und wird durch die Umzieher-Analyse grundsätzlich gestützt. Die Befunde sind als robuste Zusammenhänge zu verstehen; kausale Mechanismen (z. B. Präferenzen, Netzwerke, Diskriminierung) sind in Haushaltsdaten nur begrenzt direkt beobachtbar. Politisch legt die Studie nahe: Engpässe lassen sich primär durch mehr Angebot lindern; schnellere Plan- und Genehmigungsprozesse, produktiveres Bauen, serielle Replikation und bessere Baulandmobilisierung. Flankierend sollte die Subjektförderung (Wohngeld) zielgenau entlasten. Sozial geförderter Wohnraum kann Zugangsbarrieren für benachteiligte Gruppen adressieren, wenn Vergabekriterien konsequent am Zugangsproblem orientiert sind und Bindungen wirksam genutzt werden. Strengere Mietpreisregulierungen bergen dagegen das Risiko, das Angebot weiter zu verknappen. Insgesamt spricht viel dafür, Migration als wirtschaftliche Chance zu sichern, durch ausreichend, bezahlbaren Wohnraum und faire Zugangschancen auf angespannten Märkten. |
| Abstract: | This report examines the interplay between migration and Germany's housing market, combining a stocktaking of key market trends with an empirical assessment of representative household data (SOEP). Since the 2010s, a previously sluggish market has shifted toward persistent scarcity, driven by positive net migration, concentrated internal migration, rising incomes, and a prolonged low-interest environment, recently tempered by higher interest rates and a sharp decline in construction. In European comparison, Germany remains a "nation of renters" with a low homeownership rate, while the number of households continues to grow, especially in economically dynamic cities. Descriptively, living space per capita has increased over time, yet gaps between owners and renters, and by migration background-persist. Subjective assessments indicate that renter households with a direct migration background more often perceive their dwelling as too small. Regarding housing costs (defined as cold housing costs; for owners: cold charges plus interest and principal payments), average rents for migrant and non-migrant households are nearly identical; by contrast, owner-occupiers with a migration background face higher ongoing costs, partly because mortgages are more common. In the housing cost burden (share of net household income), a stable disadvantage for migrant households appears among both renters and owners. Econometrically, multivariate models with extensive controls (household and dwelling characteristics, region, year) are estimated alongside a "movers" perspective (short residence duration). Results suggest that differences materialize less in nominal costs than in relative burden: households with a direct migration background, ceteris paribus, often face a housing cost burden around 1 to 2 percentage points higher than comparable non-migrant households. This pattern holds for renters and owners and is broadly corroborated in the recent movers subsample. These findings indicate robust associations; underlying mechanisms (e.g., preferences, networks, discrimination) are only partially observable in household data. Policy implications point primarily to expanding supply: faster planning and permitting, productivity gains in construction, greater standardization/replication, and improved land mobilization. Targeted demand-side support (housing allowance) should complement this. Social housing can mitigate access barriers for disadvantaged groups if allocation rules focus on access problems and binding periods are used effectively. Stricter rent controls risk constraining supply. Ensuring migration as an economic asset ultimately requires sufficient, affordable housing and fair access in tight markets. |
| JEL: | R21 J61 I32 |
| Date: | 2026 |
| URL: | https://d.repec.org/n?u=RePEc:zbw:iwkrep:342420 |
| By: | Gerards Iglesias, Simon; Reeves, Nicolas |
| Abstract: | Vor dem Hintergrund der globalen geoökonomischen Fragmentierung und der geopolitischen Unordnung, insbesondere durch die Politik unter US-Präsident Donald Trump, gewinnt ein Freihandelsabkommen (FTA) zwischen der Europäischen Union (EU) und dem Golf-Kooperationsrat (GCC) an strategischer Bedeutung. Die sechs GCC-Mitgliedsstaaten - Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE), Katar, der Oman, Bahrain und Kuwait - setzen zunehmend auf regionale und internationale Konnektivität sowie den Ausbau erneuerbarer Energien, um alternative Geschäftsmodelle zum Export fossiler Brennstoffe aufzubauen. Nach Ausbruch des Ukraine-Krieges gewann das Potenzial der Golfstaaten als verlässlicher, energiereicher Stabilitätsanker in geografischer Nähe zunächst an Bedeutung und führte zu einem verstärkten Engagement Berlins und Brüssels am Golf. Der jüngste amerikanisch-israelische Krieg gegen den Iran stellt jedoch einen Stresstest für diese wichtigen ökonomischen Grundpfeiler der Partnerschaft zwischen Europa und den Golfstaaten dar: der Warenverkehr durch die Straße von Hormus, das Haupttor der fossilen Exporte aus der Arabischen Halbinsel, ist blockiert, während iranische Angriffe gegen zivile Ziele das Image des GCC als sicherer Hafen für internationale Geschäfte und Logistik in Frage stellt. Nichtdestotrotz argumentiert der vorliegende Report für eine Vertiefung der wirtschaftlichen Partnerschaft zwischen der EU und dem GCC. Gerade in der gegenwärtigen volatilen geopolitischen Lage würde ein umfassendes Freihandelsabkommen mit regulatorischer Harmonisierung, gezielter Investitionsförderung sowie einer Kooperation bei nachhaltigen Energien und Wertschöpfungsketten für die EU große Vorteile verschaffen. Am Beispiel des bestehenden Freihandelsabkommens der Golfstaaten mit den EFTA-Ländern (Norwegen, Schweiz, Island, Liechtenstein) zeigt dieser Beitrag, dass die EU nicht nur gegenüber Wirtschaftsmächten wie China Handelsanteile am Golf verloren hat. Die EFTA-Exporte in den GCC wuchsen nach Abschluss des Freihandelsabkommens um rund 45 Prozent stärker als die der EU. Auch auf der Importseite zeigt sich eine deutlich stärkere Verflechtung der EFTA mit den Golfstaaten. Die Ergebnisse verdeutlichen, dass das Abkommen nicht nur den EFTA-Staaten ermöglicht, eine stärkere Exportdynamik zu entfalten, sondern auch die Ausweitung der Importe vorantreibt, insbesondere in rohstoffnahen und vorleistungsintensiven Bereichen. Gleichzeitig verdeutlichen die Auswirkungen des EFTA-Abkommens, dass für die EU ein rein zollfokussiertes Abkommen begrenzte ökonomische Vorteile auf der Exportseite verspricht. Nur ein zukunftsorientierter Rahmen, der über klassische Handelsfragen hinausgeht, kann das volle strategische Potenzial der Partnerschaft in einem geopolitisch aufgeladenen Umfeld erschließen. |
| Abstract: | Against the backdrop of global geoeconomic fragmentation and geopolitical disorder, particularly driven by the policies of U.S. President Donald Trump, a free trade agreement (FTA) between the European Union and the Gulf Cooperation Council is gaining strategic importance. The six GCC member states - Saudi Arabia, the United Arab Emirates, Qatar, Oman, Bahrain, and Kuwait - are increasingly prioritizing regional and international connectivity, as well as the expansion of renewable energy in order to develop alternative business models beyond the export of fossil fuels. Following the outbreak of the Russian invasion of Ukraine, the Gulf states' potential as reliable, energy-rich anchors of stability in Europe's immediate neighborhood gained greater significance, prompting stronger engagement by Berlin and Brussels in the Gulf region. However, the recent U.S.-Israeli war against Iran represents a stress test for these key economic pillars underpinning the partnership between Europe and the Gulf states: trade flows through the Strait of Hormuz, the main maritime gateway to the Arabian Peninsula, have been disrupted, while Iranian attacks on civilian targets have called into question the GCC's image as a safe haven for international business and financial flows. Nevertheless, this report argues in favor of deepening the economic partnership between the EU and the GCC. Especially in the current volatile geopolitical environment, a comprehensive free trade agreement featuring regulatory harmonization, targeted investment promotion, and close cooperation on sustainable energy and industrial development would offer substantial benefits for the EU. Using the Gulf states' existing free trade agreement with the European Free Trade Association countries - Norway, Switzerland, Iceland, and Liechtenstein - as a case study, this paper shows that the EU has lost market shares to competitors benefiting from trade agreements. EFTA exports to the GCC grew by around 45 percent more than EU exports following the conclusion of the agreement. On the import side as well, EFTA countries exhibit significantly stronger integration with the Gulf region. These findings suggest that the agreement has not only enabled EFTA states to generate stronger export growth, but has also stimulated import expansion, particularly in resource-related and intermediate goodsintensive sectors. At the same time, the effects of the EFTA FTA demonstrate that a purely tariff-focused agreement would offer only limited economic benefits for Brussels. Only a forward-looking framework that extends beyond traditional trade issues can unlock the full strategic potential of the partnership in an increasingly geopolitically charged environment. |
| JEL: | F13 F14 N45 |
| Date: | 2026 |
| URL: | https://d.repec.org/n?u=RePEc:zbw:iwkrep:342417 |