nep-ger New Economics Papers
on German Papers
Issue of 2026–06–29
34 papers chosen by
Roberto Cruccolini, Ludwig-Maximilians Universität München


  1. Die Ausgestaltung der Vorstandsvergütung in Deutschland: Eigenschaften und Inhalte der Vergütungssysteme börsennotierter Unternehmen nach ARUG II By Armeli, Navid; Fligge, Benjamin
  2. Weltwirtschaft im Sommer 2026: Konjunktur weiter im Zeichen des Irankriegs By Gern, Klaus-Jürgen; Kooths, Stefan; Krohn, Johanna; Liu, Wan-hsin; Reents, Jan
  3. Deutsche Wirtschaft im Sommer 2026: Wenig Schwung - erhöhte Risiken By Boysen-Hogrefe, Jens; Groll, Dominik; Hoffmann, Timo; Jannsen, Nils; Krohn, Johanna; Mentzer, Finn; Kooths, Stefan
  4. Berufsbiografische Lebenskonstellationen pädagogisch Beschäftigter in Kindertageseinrichtungen: Was lässt sich für die Personalarbeit lernen? By Völz, Silke; Becka, Denise; Schlamann, Franziska; Sommer, David; Evans-Borchers, Michaela
  5. DIW Managerinnenbarometer: Methodenbericht und Codebuch zu den Wellen 2015-2026 By Arianna Antezza; Alina Meiner; Katharina Wrohlich
  6. Resilienz als Antwort auf russische Drohgebärden im Weltraum: Handlungsoptionen für Deutschland und Europa By Süß, Juliana
  7. Eine kurze Fiskalgeschichte der deutschen Wohnungspolitik: Von Objekt- zu Subjektförderung und zurück? By Schulte, Sara; Krahé, Max
  8. Das Bildungsfinanzgeflecht: Eine Vermessung der Geldflüsse im Bildungs- und Betreuungssystem By Merki, Hanna; Schuster, Florian
  9. Ökologische Eiererzeugung in Deutschland: Strukturen, Entwicklung und SWOT-Analyse entlang der Wertschöpfungskette By Kuhnert, Heike; Baldinger, Lisa; Pluschke, Helen; Thobe, Petra; Veit, Christina; Werner, Daniela; Witten, Stephanie
  10. Das Potential der Europäischen Staatsanwaltschaft in der EU-Sanktionspolitik: Warum die Idee reaktiviert werden sollte, das Mandat der Behörde zu erweitern By Cavigneaux, Elie
  11. Wer Reformen will, muss Kitas bauen: Warum Reformen von Ehegattensplitting und Co. durch Betreuungsinvestitionen flankiert werden sollten By Merki, Hanna; Schuster, Florian; Gottschalk, Saskia
  12. Maßnahmen gegen die "russische Schattenflotte": Nur ein systematischer Ansatz kann für Effektivität und Sicherheit sorgen By Pawlak, Julian
  13. Monitoring Sozial-Ökologische Transformation: Topic-Modell-gestützte Analyse der sozial-ökologischen Forschung SÖF (Research Brief 1) By Bodenheimer, Miriam; Zielinski, Andrea; Kroll, Henning; Hohmann, Claudia; Ostertag, Katrin; Kunze, Sven
  14. Ältere Arbeitslose im Fokus der aktiven Arbeitsförderung? Neue Entwicklungen für Ältere in der Arbeitsmarktpolitik By Drescher, Susanne; Brussig, Martin
  15. Eigenkapital für die Energiewende: Ein "Deutschland-Standard" zur Stärkung der Kapitalbasis kommunaler Energieversorger By Schröten, Johannes; Steitz, Janek; Inan, Mediha; Digulla, Frederik; Wauer, Niels; Ostermayer, Max; Illenseer, Niklas
  16. Zusatzbeitragssatz der Krankenkassen bei 3, 1 Prozent By Pimpertz, Jochen
  17. Eurobonds für Europa? Europäische Schuldeninstrumente, ihre Nutzung und ihre Perspektive By Heinemann, Friedrich; Moormann, Fabian
  18. Der Sanierungskostendeckel: Wie die Gebäudeförderung sozial ausgewogen und kosteneffizient wird By Henze, Levi; Stahl, Theresia; Kölzer, Valentin; Steitz, Janek
  19. Diversität: Unveränderter Erfolgsfaktor in Unternehmen trotz Gegenwind von Rechtsaußen By Seyda, Susanne; Risius, Paula; Pfaff, Holger
  20. Plattformarbeit: Neue Hürden für Selbstständige? By Schäfer, Holger
  21. Klimaschutz und Protektionismus: Warum das Design von CO2-Grenzausgleichsmaßnahmen wichtig ist By Park, Eunseong; Rausch, Sebastian; Karplus, Valerie J.
  22. Die destabilisierende Rolle der Vereinigten Arabischen Emirate in afrikanischen Konflikten By Kurtz, Gerrit; Lacher, Wolfram; Roll, Stephan
  23. Deutscher Arbeitsmarkt im Leerlauf By Seele, Stefanie; Engel, Henrik
  24. Schützt die erbschaftsteuerliche Verschonung unternehmerischen Vermögens Arbeitsplätze? Evidenz aus vererbten und verkauften Familienunternehmen in Deutschland By Moderau, Stefan; Ruf, Martin
  25. Kampfansage an Bandenkriminalität in Haiti: Der Neuansatz der Vereinten Nationen zur Kontrolle des Staatszerfalls By Maihold, Günther
  26. Hawkish Winds: Wie Zinsen die Energiewende treffen By Li, Aurora
  27. Betriebswirtschaft und Unternehmensführung im Zeitalter der Künstlichen Intelligenz By Hoffmann, Ulrich; Reinking, Ernst
  28. Der Zusammenhang von Migrationshintergrund und Gesundheit in Deutschland: Eine Regressionsanalyse anhand der Daten des European Social Survey By Rudmann, Mira Letitia
  29. Neuvermessung armenischer Agency: EU-Armenien-Beziehungen im Kontext regionaler Rekonfiguration By Smolnik, Franziska
  30. Raum für alle statt Platz für wenige: Warum Kfz-Parken seinen Preis hat und wie Kommunen mit Parkraumbewirtschaftung Gerechtigkeit und lebenswerte Städte schaffen By Helft, Christoph; Hülz, Martina; Kirschner, Franziska; Matthes, Gesa; Molter, Uli; Pantoulier, Benjamin; Scheiner, Joachim; Widemann, Marc
  31. Muster regionaler Unternehmensaustritte: Bestimmende Faktoren und wirtschaftliche Folgen By Schlömer-Laufen, Nadine; Butkowski, Olivier K.; Schneck, Stefan
  32. Bundeshaushaltsmonitor 2026: Unsubventionierte Beschäftigung als Schlüssel nachhaltiger Finanzen By Schuster, Florian; Gottschalk, Saskia; Henze, Levi; Illenseer, Niklas; Inan, Mediha; Merki, Hanna; Sigl-Glöckner, Philippa; Stahl, Theresia; Steitz, Janek; von Wangenheim, Sven
  33. Ein Unterstützungszoll für die Ukraine: Wie Europa die Ukraine unterstützen und Russland ökonomisch schwächen kann By Hinz, Julian; Schularick, Moritz
  34. Ein Unterstützungszoll für die Ukraine: Wie Europa die Ukraine unterstützen und Russland ökonomisch schwächen kann By Hinz, Julian; Schularick, Moritz

  1. By: Armeli, Navid; Fligge, Benjamin
    Abstract: Nach ARUG II sind börsennotierte Unternehmen verpflichtet, jährlich einen Vergütungsbericht zu veröffentlichen, der Auskunft über die Vorstandsvergütung gibt. In diesem Report werden 885 Vergütungsberichte von 295 Unternehmen im Zeitraum von 2021 bis 2023 untersucht, um die Ausgestaltung der Vorstandsvergütung in Deutschland auf Basis der neuen Berichterstattungspflichten systematisch zu beschreiben. Der Report beschreibt die Zusammensetzung der Vergütungssysteme mit Blick auf Vertragsbestandteile, Leistungskriterien und Vergütungshöhe mit dem Ziel, Orientierungswissen für Arbeitnehmervertreter*innen im Aufsichtsrat zu schaffen. Dabei wird der Aufbau von Vergütungssystemen erst in der Theorie beschrieben, bevor empirische Trends dargelegt und eingeordnet werden. Die meisten Unternehmen unterteilen die variable Vergütung in Short Term Incentive (STI) und Long Term Incentive (LTI). In den beiden Kernbestandteilen der variablen Vergütung haben finanzielle Kennzahlen in beiden Vergütungsbestandteilen die höchste Gewichtung (75, 1 Prozent im STI und 58 Prozent im LTI). Nicht finanzielle Kennzahlen sind mit 15 Prozent im STI und 8, 8 Prozent im LTI deutlich geringer gewichtet. Im Durchschnitt beträgt die Vorstandsvergütung 2.067 TEUR und ist zwischen 2021 und 2023 leicht gesunken. Die Maximalvergütung ist hingegen von 4.782 TEUR im Jahr 2021 auf 5.630 TEUR im Jahr 2023 stark angestiegen. Dieser Anstieg bei der Maximalvergütung eröffnet Unternehmen Spielraum für zukünftige Vergütungsanstiege. Neben der Darstellung und Einordnung der Vergütungssysteme geht der Report auch auf strategische Einflussmöglichkeiten für Aufsichtsräte ein. Dabei werden vor allem zwei Hebel identifiziert: die Auswahl der Leistungskriterien sowie die Festlegung der Zielvergütung.
    Date: 2026
    URL: https://d.repec.org/n?u=RePEc:zbw:hbsmbr:341653
  2. By: Gern, Klaus-Jürgen; Kooths, Stefan; Krohn, Johanna; Liu, Wan-hsin; Reents, Jan
    Abstract: Unter dem Eindruck höherer Energiepreise und gestiegener geopolitischer Risiken hat sich die weltwirtschaftliche Expansion im Frühjahr 2026 abgeschwächt. Während die Produktion in den Ländern am Persischen Golf eingebrochen ist, blieb sie in den meisten anderen Ländern aber deutlich aufwärtsgerichtet. Vor allem in den Vereinigten Staaten dürfte die Wirtschaft in wenig verändertem Tempo expandieren. Positive Impulse kommen nach wie vor vom Boom der KI-Technologie, von dem kräftigen Impulse für Handel und Investitionen ausgehen. Derzeit wird an den Finanzmärkten offenbar weiterhin damit gerechnet, dass Produktion und Transport von Öl und Gas in der Golfregion bald wieder in normalem Umfang erfolgen können. In diesem Fall, der auch unserer Prognose zugrunde liegt, bleiben die Folgen für die Weltwirtschaft begrenzt, der Anstieg der Inflation temporär und die geldpolitische Reaktion moderat. Allerdings dauert der Konflikt nun bereits deutlich länger als im März erwartet, so dass wir unsere Prognose für den Anstieg der Weltproduktion - gemessen auf Basis von Kaufkraftparitäten - für dieses Jahr von 3, 1 Prozent auf 2, 8 Prozent reduziert haben. Für das kommende Jahr ist dann mit einer wieder deutlich stärkeren Expansion von 3, 3 Prozent zu rechnen (Märzprognose: 3, 2 Prozent). Sollte das Ölangebot aufgrund einer anhaltenden Sperrung der Straße von Hormus nachhaltig auf dem derzeitigen stark reduzierten Niveau bleiben, wäre freilich eine deutlich stärkere und persistentere Abschwächung der Weltkonjunktur die Folge.
    Date: 2026
    URL: https://d.repec.org/n?u=RePEc:zbw:ifwkkb:341654
  3. By: Boysen-Hogrefe, Jens; Groll, Dominik; Hoffmann, Timo; Jannsen, Nils; Krohn, Johanna; Mentzer, Finn; Kooths, Stefan
    Abstract: Auf die deutsche Wirtschaft wirken derzeit gegenläufige Kräfte. Während die Finanzpolitik für expansive Impulse sorgt, bremsen die Folgen des Irankriegs die wirtschaftliche Dynamik. Davon abgesehen zeigt die deutsche Wirtschaft zwar zaghafte Erholungssignale, strukturelle Hemmnisse stehen einer breit angelegten und kräftigen Belebung der wirtschaftlichen Aktivität jedoch entgegen. Dies zeigt sich auch in dem ungewöhnlichen Muster der sich abzeichnenden Erholung. Während bislang kaum Anzeichen für kräftige Zuwächse bei den Exporten und den Unternehmensinvestitionen erkennbar sind - wie sie für frühere Erholungsphasen charakteristisch waren -, dürften vor allem die öffentlichen Investitionen und der Konsum gespeist durch die expansive Finanzpolitik anziehen. Die deutlich gestiegenen Rohstoffpreise infolge des Irankriegs zehren an der Kaufkraft und schlagen sich in einem Anstieg der Inflationsrate auf 2, 8 Prozent in diesem Jahr nieder. Auch im kommenden Jahr wird die Inflation mit 2, 3 Prozent voraussichtlich erhöht bleiben. Mittlerweile deuten die Markterwartungen auf deutlich persistentere Rohstoffpreis-anstiege hin, so dass die wirtschaftliche Dynamik wohl anders als von uns im Frühjahr erwartet bis in das kommende Jahr hinein belastet wird. Vor diesem Hintergrund rechnen wir mit Zuwächsen des Bruttoinlandsprodukts von 0, 8 Prozent (2026) bzw. 1, 0 Prozent (2027). Gegenüber unserer Frühjahrsprognose gehen wir nun von einem geringeren Anstieg für das kommende Jahr aus (Frühjahr: 1, 4 Prozent), vor allem weil die Rohstoffpreisanstiege stärker belasten und von der Finanzpolitik etwas geringere Impulse ausgehen dürften. Die Lage am Arbeitsmarkt wird sich nur allmählich bessern. Neben der geringen wirtschaftlichen Dynamik dämpft zunehmend auch die demografisch bedingt schrumpfende Zahl der dem Arbeits-markt zur Verfügung stehenden Personen die Erwerbstätigkeit. Der expansive Kurs der Finanzpolitik lässt das Budgetdefizit von 2, 8 Prozent in Relation zum Bruttoinlandsprodukt im Jahr 2025 auf 4, 1 Prozent im Jahr 2027 steigen.
    Date: 2026
    URL: https://d.repec.org/n?u=RePEc:zbw:ifwkkb:341656
  4. By: Völz, Silke; Becka, Denise; Schlamann, Franziska; Sommer, David; Evans-Borchers, Michaela
    Abstract: Der anhaltende Personalmangel aufgrund von unbesetzten Stellen und Abwesenheiten belastet Kindertageseinrichtungen massiv und erfordert neue Ansätze in der Personalarbeit. Eine Engführung der Personalarbeit auf Lebensphasen greift zu kurz. In der Analyse zeigen sich differenzierte lebens- und erwerbsbiografische Konstellationen der pädagogisch Beschäftigten. Im Projekt"KitaConnect" wurden Anforderungen und Ressourcenbedarfe in berufsbiografischen Lebenskonstellationen identifiziert, um hieraus Gestaltungskonzepte für Beschäftigte, pädagogische Teams, Einrichtungen und Träger abzuleiten. Die Umsetzung erfordert ein mehrstufiges Vorgehen, das die zentrale Rolle von Leitungspersonal, die träger- und einrichtungsübergreifende Koordination sowie Kooperation für passgenaue Maßnahmen berücksichtigt.
    Keywords: Fachkräftesicherung, Daseinsvorsorge, Frühe Bildung, berufsbiografische Lebenskonstellationen, Lebensphasen, Personalarbeit
    Date: 2026
    URL: https://d.repec.org/n?u=RePEc:zbw:iatfor:341659
  5. By: Arianna Antezza; Alina Meiner; Katharina Wrohlich
    Abstract: Das DIW Berlin untersucht jährlich die Repräsentation von Frauen in Vorständen und Geschäftsführungen sowie in Aufsichts- und Verwaltungsräten der größten Unternehmen in Deutschland. Die Ergebnisse werden in Form des DIW Managerinnenbarometers veröffentlicht. Dieses erfasst mittlerweile insgesamt mehr als 500 Unternehmen in verschiedenen Kategorien, darunter die – gemessen an ihrem Umsatz – 200 größten Unternehmen außerhalb des Finanzsektors, die DAX-30-, MDAX-, SDAX- und TecDAX Unternehmen sowie 60 Beteiligungsunternehmen des Bundes. Erhoben werden zudem die Frauenanteile in den Spitzengremien der – gemessen an ihrer Bilanzsumme – 100 größten Banken in Deutschland sowie die – gemessen an ihren Beitragseinnahmen – rund 60 größten Versicherungen. Zudem wertet das DIW Berlin separat die Gruppe jener gut 100 Unternehmen aus, für die seit 2016 die verbindliche Geschlechterquote für den Aufsichtsrat gilt.
    Keywords: Weibliche Führungskräfte, Frauenanteil, Vorstand, Arbeit und Beschäftigung, Aufsichtsrat, Wirtschaftswissenschaften, Gender
    Date: 2026
    URL: https://d.repec.org/n?u=RePEc:diw:diwddc:dd117
  6. By: Süß, Juliana
    Abstract: Russische Angriffe und Drohgebärden finden zunehmend auch im Weltraum statt. Daraus ergeben sich Risiken für Infrastrukturen in Europa, die mehr und mehr von Satellitensystemen abhängig sind. Dies betrifft zivile Dienstleistungen wie etwa Navigation, aber auch die europäische Verteidigungsfähigkeit. Zunehmend stellt sich daher die Frage, wie solchen Manövern Russlands zu begegnen ist und ob zur Abschreckung Waffensysteme im All platziert werden sollten. Während Europas Streitkräfte von Weltraumsystemen abhängig sind, trifft das auf die russischen aber in sehr viel geringerem Maße zu. Aufgrund dieser Asymmetrie sollten Deutschland und seine Partner vor allem auf Resilienz ihrer Satellitensysteme setzen.
    Keywords: Weltraum, Resilienz, Abschreckung, Satellitensysteme, Russland, Nationale Sicherheitsstrategie, Weltraumsicherheitsstrategie, Anti-Satelliten-Waffen (ASAT)
    Date: 2026
    URL: https://d.repec.org/n?u=RePEc:zbw:swpakt:341366
  7. By: Schulte, Sara; Krahé, Max
    Abstract: Wohnen ist die neue soziale Frage in Deutschland. Mieten und Immobilienpreise sind in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Gleichzeitig ist bezahlbarer Wohnraum die Grundlage sozialer, wirtschaftlicher und politischer Stabilität. In diesem Papier beleuchten wir die Rolle der Fiskalpolitik. Mit welchen fiskalischen Instrumenten können diese Spannungen entschärft werden? Und wie wurden die Instrumente historisch eingesetzt? Um diese Fragen zu beantworten, haben wir die wohnungspolitischen Ausgaben von Bund und Ländern - von 1965 bis 1990 für Westdeutschland, ab 1991 für das gesamte Bundesgebiet - analysiert. Auf Grundlage des ersten konsolidierten Datensatzes zu Subjekt- und Objektförderung identifizieren wir fünf historische Phasen der Wohnungsfiskalpolitik. Das zentrale Ergebnis: Der Schwerpunkt der Wohnraumförderung hat sich von Objekt- zu Subjektförderung verschoben. Damit hat sich die Wohnungspolitik in eine teure Zwickmühle manövriert. Während die Subjektförderung kurzfristig soziale Härten abfedert, lässt sie strukturelle Probleme unberührt und treibt die Mietpreise teils noch höher. Die Objektförderung ist zwar im Aufwärtstrend, aber fällt im historischen Vergleich schwach aus. Die Wohnungsfiskalpolitik so weiterzuentwickeln, dass sie dauerhaft bezahlbaren Wohnraum liefert, aber dabei selbst bezahlbar bleibt, wird eine zentrale Herausforderung für die kommenden Jahre.
    Keywords: Wohnen, Fiskalpolitik, Staatshaushalt
    Date: 2026
    URL: https://d.repec.org/n?u=RePEc:zbw:dzimps:341178
  8. By: Merki, Hanna; Schuster, Florian
    Abstract: Deutschland investiert zu wenig in Bildung - diese Diagnose ist seit Jahren bekannt. Dennoch sinkt die Bildungsqualität und die Investitionsbedarfe steigen. Dieses Papier zeigt: Die Ursachen liegen weniger in mangelnder Einsicht, sondern in den zersplitterten Finanzstrukturen selbst. Wir analysieren die Finanzströme im Bildungs- und Betreuungssystem im Detail. Dadurch wird sichtbar: Ausgaben für Personal und Qualität werden überwiegend von Ländern und Kommunen getragen, während sich der Bund vor allem punktuell und meist befristet beteiligt - etwa über Umsatzsteueranteile oder Sondervermögen. Bei den Investitionen ist die Lastenverteilung noch klarer: Sie liegen zu großen Teilen auf kommunaler Ebene, also genau dort, wo die fiskalischen Spielräume aktuell am stärksten eingeschränkt sind. Unser zentraler Befund ist entsprechend: Die Unterfinanzierung ist hausgemacht und resultiert aus einem komplexen Bildungsfinanzgeflecht. Zudem fallen die größten Finanzbedarfe in die Verantwortung der Kommunen. Durch Rekorddefizite und Haushaltsnotlagen können diese sie nicht stemmen. Für unsere künftige Arbeit skizzieren wir daher erste Ideen für einen gesamtstaatlichen Finanzierungsmechanismus, der vor allem den Bund stärker in die Verantwortung nimmt.
    Keywords: Bildung, Bundeshaushalt, Länderfinanzen
    Date: 2026
    URL: https://d.repec.org/n?u=RePEc:zbw:dzimps:341172
  9. By: Kuhnert, Heike; Baldinger, Lisa; Pluschke, Helen; Thobe, Petra; Veit, Christina; Werner, Daniela; Witten, Stephanie
    Abstract: Ökologisch erzeugte Eier vom Huhn können als "Erfolgsprodukt" innerhalb der ökologischen Agrar- und Lebensmittelwirtschaft in Deutschland bezeichnet werden. Für Verbraucher sind Öko-Eier in fast allen Einkaufsstätten vom Discounter über den Naturkosthandel bis zur Direktvermarktung verfügbar. Der Anteil ökologisch erzeugter Eier an allen von den Privathaushalten eingekauften Eiern lag im Jahr 2024 bei knapp 14 Prozent, womit Eier das stärkste Einzelprodukt im Markt für tierische Öko-Lebensmittel waren. Die Nachfrage nach ökologisch erzeugten Eiern wird ganz überwiegend aus heimischer Erzeugung gedeckt. Ökologisch gehaltene Hennen haben an allen deutschen Legehennen einen Anteil von annähernd 14 Prozent. Das vorliegende Thünen Working Paper enthält eine SWOT-Analyse der Branche "Öko-Legehuhn" in Deutschland (SWOT: Strengths = Stärken, Weaknesses = Schwächen, Opportunities = Chancen sowie Threats = Risiken), die auf vielfältigen eigenen Vorarbeiten des Autorinnenteams basiert. Wesentliche Ergebnisse der Analyse sind: * Stärken und Chancen: Stärken der Branche "Öko-Legehuhn" bestehen vor allem in einem hohen Tierwohlpotenzial und der Begrenzung von regionalen Nährstoffüberschüssen bei der Erzeugung in Regionen mit hohen Viehbesätzen. Die ökologische Eiererzeugung ist gegenüber anderen Verfahren der Freilandhaltung wettbewerbsfähig und in einen wachsenden Markt für Eier und Hühnerfleisch eingebettet. Das positive Image des Ökolandbaus insgesamt und speziell von Öko-Eiern und Fleisch vom Öko-Huhn macht die Sortimente für den Lebensmitteleinzelhandel (LEH) zur eigenen "grünen" Profilierung interessant. Vor diesem Hintergrund stellen das zunehmende Interesse des LEH am Ausbau dieser Sortimente ebenso wie eine stärkere Ausrichtung der Essensangebote in der Außer-Haus-Verpflegung im Hinblick auf Nachhaltigkeitsaspekte Chancen für die Branche dar. * Schwächen und Risiken: Als Schwächen der Branche "Öko-Legehuhn" sind auf Ebene der landwirtschaftlichen Erzeugung hohe Managementanforderungen und hohe Produktionskosten zu benennen. Die bedarfsgerechte Fütterung von hochleistenden Legehennen, die auch im Ökolandbau überwiegend zum Einsatz kommen, ist eine Herausforderung, ebenso die Vermeidung von ähnlichen Tierwohlproblemen wie in der konventionellen Haltung. Die Umsetzung regionaler Vermarktungskonzepte für Althennen und Masthühner ist für kleine und mittlere Haltungen aufgrund einer hohen Konzentration der Schlachtstätten und einem insgesamt geringen Angebot an mobilen Schlachtstätten erschwert. Risiken werden vor allem in einer hohen Abhängigkeit der ökologischen Erzeugung von globalen Zuchtunternehmen mit Fokus auf leistungsbetonten Legelinien und einem Vertrauensrisiko bei den Konsumenten durch Skandale und kritische Berichterstattung zur Tierhaltung im ökologischen Landbau gesehen. Hinzu kommt die bestehende Diskrepanz zwischen gesellschaftlichen Erwartungen und vorhandener Zahlungsbereitschaft für höherpreisige Produkte. * Entwicklungspotenzial und Handlungsbedarf: Das zunehmende Engagement der Discounter im Sortimentsbereich "Öko-Lebensmittel" stellt gemeinsam mit der Tatsache, dass bereits drei Viertel der Einkäufe von ökologisch erzeugten Eiern im Lebensmitteleinzelhandel getätigt werden, eine Chance auf einen weiteren Ausbau der Produktion und Vermarktung von Öko-Eiern dar. Die zu beobachtende Ausweitung der deutschen Erzeugung bei entsprechenden Marktsignalen ist ein Anzeichen für Rentabilität. Handlungsbedarf besteht vor allem im Hinblick auf die Weiterentwicklung von Haltungs- und Managementsystemen im Hinblick auf ein hohes Tierwohl und von bedarfsgerechten Fütterungskonzepten mit Komponenten, die zu 100 Prozent aus ökologischer Erzeugung stammen. In Bezug auf das Thema regionale Wertschöpfungsketten besteht Handlungsbedarf hinsichtlich einer Verbesserung der Datenlage in diesem Bereich (Schlachtstätten, Handwerksbetriebe) und hinsichtlich des Ausmaßes der tatsächlich negativ von fehlenden Angeboten betroffenen Regionen, Betriebe und Tierbestände. Unabhängig davon sollte eine Überprüfung der gesetzlichen Rahmenbedingungen für kleinere und mobile Schlachtstätten mit dem Ziel möglicher Erleichterungen erfolgen. Generell besteht eine Zukunftsaufgabe der Branche "Öko-Legehuhn" darin, die Ressourceneffizienz der pflanzlichen und tierischen Erzeugung weiterzuentwickeln und sich offensiver als bislang den Themen Nachhaltigkeitsanalyse und Treibhausgas-Fußabdruck zu stellen.
    Abstract: Organically produced chicken eggs can be described as a 'success story' within the organic agriculture and food sector in Germany. For consumers, organic eggs are available in almost all retail outlets, from discounters and health food shops to direct sales of the farmers. In 2024, organically produced eggs accounted for about 14 per cent of all eggs purchased by private households, making eggs the strongest single product in the market for organic animal-based foods. The demand for organically produced eggs is met almost entirely by domestic production. Organically kept hens account for approximately 14 per cent of all laying hens in Germany. This Thünen Working Paper contains a SWOT analysis (S = Strengths, W = Weaknesses, O = Opportunities and T = Threats) of the 'organic laying hen' sector in Germany, based on a wide range of preparatory work carried out by the team of authors. Key results of the analysis are: * Strengths and opportunities: The strengths of the 'organic laying hen' sector lie primarily in its high animal welfare potential and the limitation of regional nutrient surpluses in organic egg production in regions with high livestock density. Organic egg production is competitive compared to other free-range methods, and it is embedded in a growing market for eggs and chicken meat. The positive image of the organic sector as a whole, and of organic eggs and meat from organic chickens in particular, makes the product ranges attractive for the food retailers' (LEH) 'green' profiling. Against this backdrop, the increasing interest of food retailers in expanding these product ranges represents an opportunity for the 'organic laying hen' sector, as do the changing sustainability requirements in relation to food offerings in the out-of-home sector. * Weaknesses and risks: The weaknesses of the organic laying hen sector at the level of agricultural production include high management demands and high production costs. Meeting the nutritional demands of high- performing laying hens - which are not only used in conventional but also in organic farming - with organically produced feedstuffs as well as avoiding animal welfare issues similar to those found in conventional farming is challenging. The implementation of regional marketing concepts for older hens and broilers is made difficult for small and medium-sized farms due to a high concentration of slaughterhouses and a generally limited supply of mobile slaughter facilities. Risks are seen primarily in the high dependence of organic production on global breeding companies focusing on high-performing laying hens, and negative effects on consumer trust arising from scandals and critical reporting regarding animal husbandry in organic farming. Added to this is the existing discrepancy between societal expectations and the actual willingness to pay for higher-priced products. * Development potential and need for action: The growing involvement of discounters in the 'organic food' product range, combined with the fact that three-quarters of purchases of organically produced eggs are already made in grocery retail, presents an opportunity for further expansion of the production and marketing of organic eggs. The observed expansion of German production in response to corresponding market signals is an indication of profitability. Action is needed with regard to the further development of husbandry and management systems to ensure high animal welfare standards including feeding concepts that meet the animals' nutrient requirements using ingredients that are 100 per cent organically produced. Furthermore, the data availability with regard to regional value chains (slaughterhouses, small-scale processing facilities) needs to be improved and the extent to which regions, farms and livestock populations are actually adversely affected by a lack of infrastructure needs to be assessed. Irrespective of this, a review of the legal framework for smaller and mobile slaughterhouses should be carried out with a view to possible simplifications. In general, a future task for the 'organic laying hen' sector is to further develop the resource efficiency of plant and animal production and to address the issues of sustainability analysis and carbon footprint more proactively than hitherto.
    Keywords: Öko-Markt, ökologische Eiererzeugung, SWOT-Analyse, Öko-Legehuhn, Bruderhahn, Organic market, organic egg production, SWOT analysis, organic laying hens, brother roosters
    Date: 2026
    URL: https://d.repec.org/n?u=RePEc:zbw:jhtiwp:341415
  10. By: Cavigneaux, Elie
    Abstract: Sanktionen sind ein zentrales Instrument in der Außen- und Sicherheitspolitik der Europäischen Union. Ihre Durchsetzung hängt mit davon ab, dass die EU nicht nur politisch, sondern auch strafrechtlich auf Verstöße gegen restriktive Maßnahmen reagieren kann, die sie verhängt hat. Einer entsprechenden Strafverfolgung sind bislang jedoch enge nationalstaatliche Grenzen gesetzt. Aus diesem Grund haben Frankreich und Deutschland bereits 2022 vorgeschlagen, das Mandat der Europäischen Staatsanwaltschaft (EUStA) auf die Verletzung von EU-Sanktionen auszuweiten. Dies scheiterte an ungenügender Unterstützung im Rat der EU. Daran änderte auch nichts, dass 2024 eine Richtlinie erlassen wurde, die Straftatbestände und Mindeststrafen bei Verstößen gegen restriktive Maßnahmen der Union definierte. Der Machtwechsel in Ungarn und die für 2026 vorgesehene Bewertung (und mögliche Überarbeitung) des EUStA-Mandats bieten eine Chance, um das Thema erneut aufzugreifen.
    Keywords: Europäische Staatsanwaltschaft (EUStA), EUStA-Mandat, Europäische Union (EU), Verstärkte Zusammenarbeit, EU-Sanktionen, Sanktionsverletzungen, Strafrecht, grenzüberschreitende Kriminalität, Europäisches Amt für Betrugsbekämpfung (OLAF)
    Date: 2026
    URL: https://d.repec.org/n?u=RePEc:zbw:swpakt:341380
  11. By: Merki, Hanna; Schuster, Florian; Gottschalk, Saskia
    Abstract: Die Bundesregierung plant Reformen, um Erwerbsanreize zu stärken und Menschen zu mehr Arbeit zu bewegen. In Rede stehen etwa Änderungen beim Ehegattensplitting, bei der beitragsfreien Mitversicherung und den Transferentzugsraten im Sozialleistungssystem. Wir zeigen in diesem Papier, dass ein einseitiger Fokus auf Erwerbsanreize nicht ausreicht. Einer der häufigsten Gründe für geringe Erwerbstätigkeit ist der Mangel an Betreuungsangeboten. Reformen können ihre volle Wirkung nur entfalten, wenn sie durch den Ausbau von Kitas und Ganztag flankiert werden. Beim Ehegattensplitting und der Mitversicherung ist ca. ein Drittel des zu gewinnenden Erwerbspotenzials nur erreichbar, wenn zeitgleich Betreuungskapazitäten geschaffen werden. Die Haushalte von Bund, Ländern, Kommunen und Sozialversicherungen könnten durch ein kombiniertes Programm aus Arbeitsmarktreformen und Betreuungsausbau pro Jahr spürbar um ca. 16 Milliarden Euro entlastet werden.
    Keywords: Bundeshaushalt, Arbeitsmarkt, Bildung, Ehegattensplitting, Gleichstellung
    Date: 2026
    URL: https://d.repec.org/n?u=RePEc:zbw:dzimps:341180
  12. By: Pawlak, Julian
    Abstract: Russlands sogenannte Schattenflotte dient in erster Linie der Sanktionsumgehung für den Ölexport und damit der Finanzierung seines Angriffskrieges gegen die Ukraine. Sie stellt jedoch vermehrt auch ein verteidigungsrelevantes Sicherheitsrisiko für Europa dar. Schiffe der Schattenflotte werden zunehmend mit Spionage- und Sabotageakten in Verbindung gebracht, sie bedrohen deutsche und europäische Sicherheit und die maritime Umwelt. Die Bundesregierung sollte gemeinsam mit ihren Partnern einen systematischen Ansatz verfolgen, um wirksam gegen die Schattenflotte vorzugehen. Ziel ist es, Sanktionsregime aufrechtzuerhalten, die maritime Sicherheit zu gewährleisten und verteidigungsrelevante Bedrohungen einzudämmen.
    Keywords: Schattenflotte, Russland, Schattenflotte, Ölexport, Sanktionsumgehung, Kriegsfinanzierung, Spionage, Sabotage, hybride Kriegsführung, Sanktionen, maritime Sicherheit, maritime kritische Infrastruktur, Umweltrisiken
    Date: 2026
    URL: https://d.repec.org/n?u=RePEc:zbw:swpakt:341370
  13. By: Bodenheimer, Miriam; Zielinski, Andrea; Kroll, Henning; Hohmann, Claudia; Ostertag, Katrin; Kunze, Sven
    Abstract: Die sozial-ökologische Forschung (SÖF) stellt Wissen für die Transformation zur Nachhaltigkeit be-reit und spielt mit Blick auf eine nachhaltige Entwicklung deshalb eine besondere Rolle. Sie ist in-haltlich sehr breit und divers aufgestellt. Der vorliegende Research Brief nutzt teil-automatisierte Analysen und untersucht auf ihrer Basis die inhaltlichen Strukturen und Entwicklungen dieser For-schung. Hierzu werden zentrale Themen-Cluster erarbeitet und ihre Entwicklung über die Zeit be-trachtet. Die Arbeiten zeigen auf, wo inhaltliche Lücken sind, und geben Anhaltspunkte, wie For-schungsförderung diese Lücken adressieren kann. Von besonderem Interesse ist die Behandlung sozialer und arbeits- und beschäftigtenorientierter Themen in der SÖF.
    Keywords: sozial-ökologische Forschung, Monitoring, teil-automatisiert, Cluster
    Date: 2026
    URL: https://d.repec.org/n?u=RePEc:zbw:fisisi:341625
  14. By: Drescher, Susanne; Brussig, Martin
    Abstract: In den letzten Jahren haben sich die Voraussetzungen verbessert, ältere Arbeitslose verstärkt in den Fokus der Arbeitsförderung zu rücken - zuletzt mit der Bürgergeldreform. Es setzt sich der Trend fort, dass sich die arbeitsmarktpolitische Förderung öfter bis in höhere Altersjahre erstreckt. Die Aktivierungsquoten älterer Arbeitsloser bleiben nach wie vor deutlich hinter denen jüngerer Personen zurück. Um Herausforderungen wie den Fachkräftemangel und einem hohen Exklusionsrisiko von Älteren zu bewältigen, sind Instrumente erforderlich, die auf die speziellen Möglichkeiten und Bedarfe von älteren Arbeitslosen abgestimmt sind.
    Date: 2026
    URL: https://d.repec.org/n?u=RePEc:zbw:iaqalt:341660
  15. By: Schröten, Johannes; Steitz, Janek; Inan, Mediha; Digulla, Frederik; Wauer, Niels; Ostermayer, Max; Illenseer, Niklas
    Abstract: Deutschlands knapp 900 Energieversorgungsunternehmen (EVU) müssen 647 Milliarden Euro in Strom- und Wärmenetze investieren. Dafür fehlen bis zu 68 Milliarden Euro an Eigenkapital. Nach Ausschöpfung bestehender Spielräume verbleiben rund 13 Milliarden Euro, vor allem bei kommunalen Stadtwerken. Ohne diese Mittel reicht die Bonität vieler EVU nicht aus, um genügend Fremdkapital für die Finanzierung der Netzinvestitionen aufzunehmen - eine Gefahr für Energiewende und Wirtschaftsstandort. Die Lösung liegt in hybridem Kapital: nachrangige und staatlich abgesicherte Kredite können die Bonität der EVU stärken, ohne die angespannten öffentlichen Haushalte zu belasten. Einzelne Vorreiter wie Hannover und Hessen zeigen, dass es funktioniert. Was fehlt, ist ein einheitlicher Rahmen. Diese Studie liefert die Blaupause für einen "Deutschland-Standard": Kommunen stellen über Konzernkredite wirtschaftliches Eigenkapital bereit. Länder erweitern die Investitionsmöglichkeiten von Kommunen und unterstützen mit eigenen Programmen. Der Bund setzt mit Kredit- und Absicherungsprogrammen unter dem Dach des Deutschlandfonds einheitliche Standards und mobilisiert privates Kapital über einen Private-Investor-Pool.
    Keywords: Deutschlandfonds, Eigenkapitallücke, Energieversorgungsunternehmen
    Date: 2026
    URL: https://d.repec.org/n?u=RePEc:zbw:dzimps:341203
  16. By: Pimpertz, Jochen
    Abstract: Noch ringt die Bundesregierung um eine Gesundheitsreform. Doch die Zeit drängt, wenn die Beitragslast in der Gesetzlichen Krankenversicherung nicht weiter steigen soll. Rechneten Experten im vergangenen Herbst noch mit einem durchschnittlichen Zusatzbeitragssatz von 2, 9 Prozent für 2026, ist dieser bereits nach dem ersten Quartal auf 3, 1 Prozent geklettert.
    Date: 2026
    URL: https://d.repec.org/n?u=RePEc:zbw:iwkkur:341372
  17. By: Heinemann, Friedrich; Moormann, Fabian
    Abstract: In den laufenden Verhandlungen zum kommenden Mehrjährigen Finanzrahmen (MFR) der EU erhalten Vorschläge zur Etablierung von "Eurobonds" große Aufmerksamkeit. Dabei wird übersehen, dass die EU bereits über eine große Bandbreite von Verschuldungsinstrumenten verfügt. Zum Jahresende 2024 beliefen sich die ausstehenden gemeinschaftlichen Schulden auf gut 800 Mrd. Euro. Bis Ende 2030 wird dieses Volumen allein aufgrund der bestehenden Vereinbarungen auf etwa 1, 15 Billionen Euro ansteigen. Die Verfechter neuer Schuldeninstrumente im kommenden MFR verweisen zur Begründung auf den hohen Finanzbedarf für gemeinsame europäische Aufgaben. Vor diesem Hintergrund ist es aufschlussreich, wie die bestehenden Schuldeninstrumente tatsächlich verwendet werden. Zu unterscheiden sind vier Verwendungen gemeinsamer europäischer Verschuldung: - Kredite an Mitgliedstaaten (MSK): Die Mittel werden an die Mitgliedstaaten für nationale Ausgaben weitergeleitet (Anteil an allen gemeinschaftlichen Schulden Ende 2030: 57 Prozent). - Zuschüsse an Mitgliedstaaten (MSZ): Hier finanziert die EU nicht rückzahlbare Zuschüsse an die Mitgliedstaaten über europäische Kreditaufnahme (Anteil 24 Prozent). - Finanzhilfen für Drittstaaten (DSF): Die Kreditmittel werden an Drittstaaten (derzeit primär die Ukraine) weitergeleitet (Anteil 14 Prozent). - EU Programme (EUP): Gemeinsame Schulden werden zur Finanzierung von EU Programmen eingesetzt (Anteil 5 Prozent).
    Date: 2026
    URL: https://d.repec.org/n?u=RePEc:zbw:zewpbs:341662
  18. By: Henze, Levi; Stahl, Theresia; Kölzer, Valentin; Steitz, Janek
    Abstract: Dieses Papier analysiert die Verteilungswirkung der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG). Wir diskutieren die Schwachstellen der bestehenden Fördersystematik und zeigen, dass eine reine Investitionsförderung auch mit Einkommensstaffel ungeeignet ist, Härtefälle adäquat zu adressieren. Darauf aufbauend schlagen wir eine Reform der Förderung vor. Im Sanierungskostendeckel orientiert sich die Förderhöhe an der individuellen Wirtschaftlichkeitslücke. Werden zukünftige Heizkostenersparnisse berücksichtigt, können Fördermittel gezielt auf jene Haushalte mit Spitzenbelastungen umverteilt und Mitnahmeeffekte minimiert werden. Der Reformvorschlag erfordert selbst bei deutlich erhöhter Sanierungsrate keine zusätzlichen Fördermittel gegenüber der BEG. Für private Haushalte ergeben sich geringfügige zusätzliche Nachweispflichten, dafür aber deutlich erhöhte Kostensicherheit. Im Mietwohnsegment ist eine entsprechende Umstellung der Förderung ebenfalls möglich, wenn sich die Modernisierungsumlage an der Energiekostenersparnis orientiert.
    Keywords: Wärmewende, Klimapolitik, Fiskalpolitik
    Date: 2026
    URL: https://d.repec.org/n?u=RePEc:zbw:dzimps:341171
  19. By: Seyda, Susanne; Risius, Paula; Pfaff, Holger
    Abstract: Vielfalt ist für deutsche Firmen relevant - für Fachkräftesicherung, aber auch für Innovation. Dies hat sich in den letzten drei Jahren, trotz einer Diskursverschiebung in der öffentlichen Debatte, nicht verändert: Die Bedeutung ist in über drei Vierteln der Unternehmen gleichgeblieben.
    Date: 2026
    URL: https://d.repec.org/n?u=RePEc:zbw:iwkkur:341376
  20. By: Schäfer, Holger
    Abstract: In diesem Jahr muss Deutschland die Richtlinie zur Plattformarbeit der Europäischen Union (EU) umset- zen. Dabei drohen neue Regulierungen, deren Begrün- dungen empirisch schlecht fundiert sind.
    Date: 2026
    URL: https://d.repec.org/n?u=RePEc:zbw:iwkkur:341377
  21. By: Park, Eunseong; Rausch, Sebastian; Karplus, Valerie J.
    Abstract: CO2-Grenzausgleichsmaßnahmen (Border Carbon Adjustments, BCAs) werden zu einem zentralen Instrument der klimaorientierten Handelspolitik, um Carbon Leakage zu begrenzen und zugleich die heimische Industrie zu schützen. Ihre Wirkung hängt jedoch grundlegend vom Design ab. Dieser policy brief vergleicht mengenbasierte BCAs wie den CO2-Grenzausgleichsmechanismus der EU (EU-CBAM), die die gesamten im Produkt enthaltenen Emissionen bepreisen, mit benchmarkbasierten Vorschlägen, die nur Emissionen oberhalb eines Intensitätsbenchmarks bepreisen. Auf Basis neuer Forschung zur globalen Stahlindustrie zeigen wir, dass ein benchmarkbasiertes BCA eine Emissionsabgabe mit einer impliziten Outputsubvention verbindet. Das schwächt das CO2-Preissignal, fördert die Umlenkung saubererer Produktion in regulierte Märkte und kann über unterbepreiste Vorprodukte wie Roheisen vertikale Emissionsverlagerung auslösen. In einem EU-ähnlichen Umfeld mit inländischer CO2-Bepreisung übermittelt das benchmarkbasierte Design nur 36 Prozent des mengenbasierten Grenzpreises, der dieselbe globale Emissionsminderung erzielen würde. In einem US-ähnlichen Umfeld ohne inländischen Preisanker wirkt es weniger als Klimainstrument denn als Industrietarif, der Knappheitsrenten zugunsten inländischer nachgelagerter Industrien verschiebt.
    Date: 2026
    URL: https://d.repec.org/n?u=RePEc:zbw:zewpbs:341661
  22. By: Kurtz, Gerrit; Lacher, Wolfram; Roll, Stephan
    Abstract: Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) zählen inzwischen zu den aggressivsten externen Akteuren in afrikanischen Konflikten, besonders in Äthiopien, Libyen, Sudan und Somalia. Beharrlich leugnet die Führung in der emiratischen Hauptstadt Abu Dhabi ihre Unterstützung für bewaffnete Akteure, führte sie aber sogar während des amerikanisch-israelischen Kriegs gegen Iran fort - trotz dessen gravierender Auswirkungen auf das eigene Land. Diese Unterstützung erschwert eine konstruktive Konfliktbearbeitung und verschärft humanitäre Krisen und regionale Instabilität. Sie untergräbt Europas Interesse an stabilen Handelswegen, Fluchtursachenbekämpfung und regionaler Integration. Daher sollte Deutschland das estabilisierende Vorgehen der VAE wesentlich stärker in den bilateralen Beziehungen gewichten, deutlicher kritisieren und gemeinsam mit seinen europäischen Partnern Sanktionen prüfen. Der Kontext des Irankriegs sowie Spannungen zwischen den VAE und Saudi-Arabien bieten Chancen, einen Politikwechsel in Abu Dhabi zu bewirken.
    Keywords: Vereinigte Arabische Emirate, VAE, Afrika, Konflikte, Äthiopien, Libyen, Sudan, Somalia, Destabilisierung, Interventionsimus, Rapid Support Forces, RSF, Sudanese Armed Forces, SAF, Libyan Arab Armed Forces, LAAF, Khalifa Haftar, Puntland Maritime Police Force, PMPF
    Date: 2026
    URL: https://d.repec.org/n?u=RePEc:zbw:swpakt:341367
  23. By: Seele, Stefanie; Engel, Henrik
    Abstract: Seit 2023 verliert die Fluktuation am Arbeitsmarkt an Tempo. Weil Betriebe weniger Stellen besetzen, kündigen weniger Beschäftigte ihre laufenden Verträge, um neue Jobs anzutreten. Die geringe Dynamik erschwert Arbeitslosen die Rückkehr in Arbeit und jungen Menschen den Einstieg in das Berufsleben.
    Date: 2026
    URL: https://d.repec.org/n?u=RePEc:zbw:iwkkur:341374
  24. By: Moderau, Stefan; Ruf, Martin
    Abstract: Auf Basis von Orbis- und Zephyr-Daten vergleicht diese Studie vererbte und verkaufte Familienunternehmen in Deutschland. Verkaufte Familienunternehmen weisen nach dem Eigentümerwechsel im Durchschnitt ein stärkeres Beschäftigungswachstum auf als vererbte Familienunternehmen. Damit wirft der Vergleich Zweifel an der beschäftigungspolitischen Rechtfertigung der weitgehenden Begünstigung unternehmerischen Vermögens im Rahmen der Erbschaftsteuer auf.
    Abstract: Using Orbis and Zephyr data, this study compares inherited and sold family firms in Germany. Sold family firms exhibit stronger average employment growth after the ownership change than inherited family firms. The comparison therefore casts doubt on the employment-policy rationale for the broad preferential treatment of business assets under the inheritance tax.
    Keywords: Erbschaftsteuer, unternehmerisches Vermögen, Familienunternehmen, Unternehmensnachfolge, Beschäftigung
    JEL: H24 H25 D31 G34 J23
    Date: 2026
    URL: https://d.repec.org/n?u=RePEc:zbw:esprep:341364
  25. By: Maihold, Günther
    Abstract: Haiti leidet seit Jahrzehnten unter zahlreichen humanitären, politischen, wirtschaftlichen und sicherheitspolitischen Krisen, die einander überlagern und verheerende Folgen für die lokale Bevölkerung haben. Bisherige Stabilisierungsversuche waren kaum erfolgreich. Die 5.500 Mann starke sogenannte "Einheit zur Bekämpfung von Banden" (Gang Suppression Force, GSF) hat am 1. April 2026 die Nachfolge der von Kenia geführten Multinationalen Sicherheitsunterstützungsmission (MSS) angetreten. Es ist die zwölfte Friedens- und Stabilisierungsmission, die Haiti seit 1990 erlebt. Die GSF wird als VN-mandatierte Mission geführt und operiert vor allem mit zunächst 800 Militärkräften aus dem Tschad. Damit unternehmen die Vereinten Nationen einen gewagten Versuch, die Bekämpfung der organisierten Kriminalität zum zentralen Ansatzpunkt ihrer Missionen nach Kapitel VII der VN-Charta zu machen - und das in einer extrem komplexen politischen, sozialen und wirtschaftlichen Lage in Haiti.
    Keywords: Gang Suppression Force (GSF), Gang Suppression force, GSF, Multinational Security Support Mission, MSS, kriminelle Netzwerke, Organisierte Kriminalität, United Nations Office on Drugs and Crime, UNODC, Jimmy Chérizier, Viv Ansanm, G-Pèp, G9-Family, Accord de Montana, CARICOM, Caribbean Community, Conseil présidentiel de transition, CPT, Alix Didier Fils-Aimé, Jovenel Moïse, Bureau intégré des Nations Unies en Haïti, BINUH, Mission des Nations Unies pour la stabilisation en Haïti, MINUSTAH, United Nations Support Office in Haiti, UNSOH, Organization of American States, OAS, Phantomstaat
    Date: 2026
    URL: https://d.repec.org/n?u=RePEc:zbw:swpakt:341368
  26. By: Li, Aurora
    Abstract: Welche Folgen haben Leitzinserhöhungen der EZB auf Energieinvestitionen in Deutschland? Um diese Frage zu beantworten, schauen wir auf verschiedene geldpolitische Szenarien und analysieren deren Auswirkungen auf die Finanzierungskosten für erneuerbare Energien und Stromnetze. Im Gegensatz zu vielen Vorgängerstudien berücksichtigen wir dabei auch die Förder- und Regulierungssysteme Deutschlands. Unsere Analyse zeigt, dass restriktive Geldpolitik den Ausbau erneuerbarer Energien verteuert. Unter dem Förderregime des Erneuerbare-Energien-Gesetzes können diese Kosten aber zulasten des Bundeshaushalts kompensiert werden - so steigen potenziell die Förderkosten um bis zu 2, 1 Milliarden Euro pro Kohorte über die gesamte Laufzeit. Auch beim Stromnetz können höhere Leitzinsen durch die Netzregulierung abgefedert werden. Allerdings tragen hier die Endkund:innen die Mehrkosten. Sprich: Die Strompreise steigen. Friktionen in den Fördersystemen und in der Regulation können zusätzlich dazu führen, dass Investitionen ausbleiben. Um sowohl fiskalische Sicherheit als auch stabile Verbraucherpreise zu gewährleisten, regen wir eine engere Koordination zwischen Geld- und Fiskalpolitik an.
    Keywords: Geldpolitik, Energieinvestitionen, Förderregime, Fiskalpolitik
    Date: 2026
    URL: https://d.repec.org/n?u=RePEc:zbw:dzimps:341177
  27. By: Hoffmann, Ulrich; Reinking, Ernst
    Abstract: Der vorliegende Beitrag eröffnet die Auseinandersetzung mit Künstlicher Intelligenz aus der Perspektive der Unternehmensführung. Er ordnet das Thema betriebswirtschaftlich ein, benennt typische Fehlhaltungen im Umgang mit der Technologie und nimmt der häufig als hochtechnisch wahrgenommenen Begriffswelt die Berührungsangst. Vor diesem Hintergrund wird der gegenwärtige Hype-Zyklus nüchtern eingeordnet - insbesondere unter Bezug auf eine 2025 vom Massachusetts Institute of Technology vorgelegte empirische Untersuchung, der zufolge rund 95 Prozent der untersuchten Unternehmens-KI-Projekte ohne messbaren Geschäftsergebnis-Beitrag bleiben. Es wird gezeigt, dass die Ursachen dieser Misserfolgsquote überwiegend organisatorischer und nicht technischer Natur sind und damit unmittelbar in den Gestaltungsraum der Unternehmensführung fallen. Auf dieser Grundlage führt der Beitrag durch die vier technischen Entwicklungsstufen, die heutige KI-Systeme geprägt haben: Sprachmodelle (LLMs), informationsergänzte Generierung (RAG), handlungsfähige Agenten und den Verbindungsstandard MCP. Abschließend wird gezeigt, wie diese Bausteine zu einer modernen KI-Produktarchitektur zusammenwirken und welche Architektur für welchen Anwendungsfall geeignet ist.
    Abstract: This article begins an exploration of artificial intelligence from the perspective of business management. It frames the topic within a business context, identifies common misconceptions regarding the technology, and helps readers overcome their apprehension toward terminology that is often perceived as highly technical. Against this backdrop, the current hype cycle is analyzed objectively - particularly in light of an empirical study published by the Massachusetts Institute of Technology in 2025, which found that approximately 95 percent of the corporate AI projects examined failed to yield any measurable contribution to business results. It is demonstrated that the causes of this failure rate are predominantly organizational rather than technical in nature and thus fall directly within the scope of corporate management. Building on this foundation, the article guides readers through the four technical development stages that have shaped modern AI systems: large language models (LLMs), retrieval-augmented generation (RAG), action-capable agents, and the MCP connectivity standard. It concludes by showing how these components combine into a modern AI product architecture and which architecture suits which use case.
    Keywords: Unternehmensführung, KI-Strategie, Generative Künstliche Intelligenz, Betriebswirtschaft, Innovationsmanagement, Digitale Transformation, IT-Management, Organisationsentwicklung
    JEL: M10 M15 O33 O32 D83 L86
    Date: 2026
    URL: https://d.repec.org/n?u=RePEc:zbw:esprep:341460
  28. By: Rudmann, Mira Letitia
    Abstract: Diese Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen dem Migrationshintergrund und dem allgemeinen Gesundheitszustand in Deutschland auf Basis der Daten des European Social Surveys (2023). Mittels einer linearen und einer logistischen Regressionsanalyse wird gezeigt, dass Personen mit Migrationshintergrund der ersten Generation signifikant häufiger einen besseren allgemeinen Gesundheitszustand berichten als Personen ohne Migrationshintergrund, wenngleich der Effekt nur von geringem Ausmaß ist. Des Weiteren verliert er an Signifikanz, wenn für den sozioökonomischen Status kontrolliert wird. Für die zweite Generation konnte kein eigenständiger Effekt beobachtet werden. Gleichzeitig zeigt sich, dass Angehörige der zweiten Generation signifikant häufiger über Schwierigkeiten bei der Inanspruchnahme des Gesundheitssystems berichten. Dies ist nicht alleine durch den sozioökonomischen Status oder das Gesundheitsverhalten zu erklären, was potenziell auf Diskriminierung hindeuten könnte. Insgesamt bestätigen die Ergebnisse die Existenz des Healthy-Migrant-Effects in Deutschland. Sie zeigen jedoch auch, dass die gesundheitlichen Vorteile der ersten Generation durch soziale Benachteiligung abgeschwächt werden und in der nachfolgenden Generation verschwinden. Gleichzeitig weisen sie auf eine Benachteiligung der zweiten Generation im Gesundheitssystem hin. Der Gesamtzusammenhang wird durch eine Vielzahl, teils ambivalenter Faktoren beeinflusst. Die Befunde unterstreichen die Notwendigkeit weiterer Forschung und gesundheitspolitischer Maßnahmen zur Vermeidung gesundheitlicher Ungleichheiten.
    Abstract: This work examines the relationship between migration background and general health status in Germany based on data from the European Social Survey (2023). Using linear and logistic regression analysis, it is shown that first-generation migrants report better general health significantly more often than people without a migration background. However, the effect is small. Furthermore, it loses significance when controlling for socioeconomic status. No independent effect could be observed for the second generation. At the same time, it is evident that members of the second generation report difficulties in accessing the health care system significantly more often. This correlation cannot be explained by socio-economic status or health behaviour alone. This could potentially indicate discrimination. Overall, the results support the existence of the Healthy-Migrant-Effect in Germany. However, they also show that the health benefits of the first generation are weakened by social disadvantage and disappear in the subsequent generation. Simultaneously, they point to discrimination against second-generation immigrants in the healthcare system. They also show that the correlation is influenced by a variety of partly ambivalent effects. The findings emphasise the need for further research and health policy measures to prevent health inequalities in the long term.
    Keywords: Gesundheit, Migrationshintergrund, Healthy-Migrant-Effect, Ungleichheit, Health, Migration background, Healthy-Migrant-Effect, Inequality
    Date: 2026
    URL: https://d.repec.org/n?u=RePEc:zbw:udesoz:341635
  29. By: Smolnik, Franziska
    Abstract: Im Kontext sich wandelnder Kräfteverhältnisse, Akteurskonstellationen und Ordnungsmuster im Südkaukasus versucht die armenische Regierung unter Nikol Paschinjan eine Neuverortung des Landes, um die Handlungsfähigkeit Armeniens zu stärken: im Innern durch eine Neuausrichtung armenischer Identitätsdiskurse, nach außen durch eine Neukalibrierung des Verhältnisses zu Russland. Gleichzeitig will Armenien seine bilateralen Beziehungen stärker diversifizieren, insbesondere durch eine weitere Annäherung an die Europäische Union (EU). Die EU sollte gegenüber Armenien eine nachhaltige Politik verfolgen, die die Beziehungen zu Eriwan einbettet in eine breitere regionale Perspektive. Brüssel sollte zudem sensibel sein für die gesellschaftlichen Ambivalenzen in Armenien, auch was die weitere Annäherung an die EU betrifft. Konsequent auf die lokalen Verhältnisse und auf die Bedürfnisse der Bevölkerung zugeschnittene Angebote können dazu beitragen, dass weder Performativität die Beziehungen überlagert, noch dass sich die EU in Erwartungsmanagement erschöpft.
    Keywords: Nikol Paschinjan, J.D. Vance, Russland, Aserbaidschan, Bergkarabach, Multiplexität, 44-Tage-Krieg, Reales Armenien, Historisches Armenien, Vierte Republik, Metsamor, Organisation des Vertrags über kollektive Sicherheit, OVKS, Trump Route for International Peace and Prosperity, TRIPP, Crossroads of Peace, Comprehensive and Enhanced Partnership Agreement, CEPA, Europäische Politische Gemeinschaft, European Peace Facility, EPF, EU Mission in Armenia, EUMA, EU Neighbours East
    Date: 2026
    URL: https://d.repec.org/n?u=RePEc:zbw:swpakt:341365
  30. By: Helft, Christoph; Hülz, Martina; Kirschner, Franziska; Matthes, Gesa; Molter, Uli; Pantoulier, Benjamin; Scheiner, Joachim; Widemann, Marc
    Abstract: Öfentliche Parkfächen für Kraftfahrzeuge beanspruchen einen erheblichen Anteil des knappen öfentlichen Raums, obwohl viele Menschen in Städten kein eigenes Auto besitzen. Das Vorhalten von Parkfächen für private Kfz gehört nicht zur allgemeinen Daseinsvorsorge, sondern ist eine politisch gestaltbare Nutzung öfentlicher Flächen. Die Kommunen verfügen bereits heute über wirksame Instrumente, Parken sozial gerecht, efzient und im Einklang mit Klima-, Mobilitäts- und Aufenthaltszielen zu steuern. So können Flächen gerechter verteilt, die Verkehrssicherheit erhöht und lebenswerte öfentliche Räume für alle geschafen werden.
    Abstract: Public parking spaces for motor vehicles occupies a substantial share of scarce public space, although many urban residents do not own a car. Providing parking for private vehicles does not fall under essential public services, but represents a politically regulated use of public space. Municipalities already have efective tools to manage parking in a socially equitable and efcient way, in line with climate, mobility and urban livability goals. This allows redistribute space more fairly, improve road safety and create more livable public spaces for everyone.
    Keywords: Parkraummanagement, öfentliche Räume, Bewohnerparken, Verkehrsgerechtigkeit, kommunale Steuerung, lebenswerte Städte, Mobilitätswende, Parking management, Public space, Residential parking, Transport justice, Municipal governance, Livable cities, Mobility transition
    Date: 2026
    URL: https://d.repec.org/n?u=RePEc:zbw:arlpos:341629
  31. By: Schlömer-Laufen, Nadine; Butkowski, Olivier K.; Schneck, Stefan
    Abstract: Unternehmen tragen zum Wohlergehen von Regionen bei. Was passiert aber, wenn Unternehmen geschlossen werden? Ziel dieser Studie ist es, Ausmaß, bestimmende Faktoren und Folgen von Unternehmensaustritten auf regionaler Ebene zu analysieren. Dabei zeigen wir, dass sich Unternehmensaustritte eher in städtischen Regionen mit regem Gründungsgeschehen häufen. Ebenso verdeutlichen unsere Analysen, dass sich Austritte nicht zwangsläufig negativ auf die regionale Entwicklung auswirken, insbesondere dann nicht, wenn die Region zugleich durch ein reges regionales Gründungsgeschehen geprägt ist.
    Keywords: business closures, spatial planning regions, start-up activity, Unternehmensausstritte, Raumordnungsregionen, Gründungsgeschehen
    JEL: G33 O10 L26 R11 M13
    Date: 2026
    URL: https://d.repec.org/n?u=RePEc:zbw:ifmduf:341624
  32. By: Schuster, Florian; Gottschalk, Saskia; Henze, Levi; Illenseer, Niklas; Inan, Mediha; Merki, Hanna; Sigl-Glöckner, Philippa; Stahl, Theresia; Steitz, Janek; von Wangenheim, Sven
    Keywords: Bundeshaushalt, Schuldenbremse, Fiskalpolitik
    Date: 2026
    URL: https://d.repec.org/n?u=RePEc:zbw:dzimps:341179
  33. By: Hinz, Julian; Schularick, Moritz
    Abstract: Ein "'Ukraine-Unterstützungszoll"' auf den verbleibenden EU-Russland-Handel von knapp €60 Mrd. pro Jahr könnte bei Zollsätzen von 30-50% jährlich €6-16 Mrd. (partielles Gleichgewicht) bzw. €3-11 Mrd. (allgemeines Gleichgewicht) erbringen - mehr als die €3 Mrd. aus den Zinserträgen eingefrorener russischer Vermögenswerte Allgemeine Gleichgewichtssimulationen zeigen asymmetrische Kosten: Russlands-Wertschöpfung sinkt erheblich; das Instrument ist als langfristiges Druckmittel tragfähig. Handelsumlenkung nach China bleibt begrenzt. Extreme Sätze (300%+) sind kontraproduktiv. In diesem Papier analysieren wir ein kombiniertes Paket aus Importzöllen und Exportabgaben auf den verbleibenden EU-Russland-Handel. Institutionell ist die Importseite unter dem EU-Handelsrecht unkomplizierter, während die Exportseite rechtlich anspruchsvoller ist und voraussichtlich eine eigene rechtliche Ausgestaltung erfordert. An der ökonomischen Logik des kombinierten Vorschlags ändert diese Asymmetrie nichts - wohl aber an der Umsetzung.
    Abstract: A "Ukraine Support Tariff" on the remaining €57.2 billion in EU-Russia trade could generate €6-16 billion per year at moderate rates of 30-50% (partial equilibrium) and €3-11 billion (general equilibrium) - exceeding the €3 billion from frozen Russian asset interest income. General equilibrium simulations confirm that Europe has asymmetric leverage over Russia: Russia's value added falls 3-4 times more than the EU's, making the tariff sustainable as long-term leverage. Trade diversion to China is modest. Extreme tariff rates (300%+) are counterproductive, as long-run revenue falls to near zero. Economically, we analyse a combined import tariff and export-side levy on remaining EU-Russia trade. Institutionally, the import leg is more straightforward under EU trade law, while the export leg is less straightforward and would likely require a distinct legal route. That asymmetry matters for implementation, but not for the economic logic of the combined proposal.
    Keywords: Ukraine-Unterstützungszoll, EU-Russland-Handel, Zolleinnahmen, Laffer-Kurve, Allgemeines Gleichgewicht, Ukraine Support Tariff, EU-Russia Trade, Tariff Revenue, Laffer Curve, General Equilibrium
    Date: 2026
    URL: https://d.repec.org/n?u=RePEc:zbw:ifwkpb:341424
  34. By: Hinz, Julian; Schularick, Moritz
    Abstract: Ein "'Ukraine-Unterstützungszoll"' auf den verbleibenden EU-Russland-Handel von knapp €60 Mrd. pro Jahr könnte bei Zollsätzen von 30-50% jährlich €6-16 Mrd. (partielles Gleichgewicht) bzw. €3-11 Mrd. (allgemeines Gleichgewicht) erbringen - mehr als die €3 Mrd. aus den Zinserträgen eingefrorener russischer Vermögenswerte Allgemeine Gleichgewichtssimulationen zeigen asymmetrische Kosten: Russlands-Wertschöpfung sinkt erheblich; das Instrument ist als langfristiges Druckmittel tragfähig. Handelsumlenkung nach China bleibt begrenzt. Extreme Sätze (300%+) sind kontraproduktiv. In diesem Papier analysieren wir ein kombiniertes Paket aus Importzöllen und Exportabgaben auf den verbleibenden EU-Russland-Handel. Institutionell ist die Importseite unter dem EU-Handelsrecht unkomplizierter, während die Exportseite rechtlich anspruchsvoller ist und voraussichtlich eine eigene rechtliche Ausgestaltung erfordert. An der ökonomischen Logik des kombinierten Vorschlags ändert diese Asymmetrie nichts - wohl aber an der Umsetzung.
    Abstract: A "Ukraine Support Tariff" on the remaining €57.2 billion in EU-Russia trade could generate €6-16 billion per year at moderate rates of 30-50% (partial equilibrium) and €3-11 billion (general equilibrium) - exceeding the €3 billion from frozen Russian asset interest income. General equilibrium simulations confirm that Europe has asymmetric leverage over Russia: Russia's value added falls 3-4 times more than the EU's, making the tariff sustainable as long-term leverage. Trade diversion to China is modest. Extreme tariff rates (300%+) are counterproductive, as long-run revenue falls to near zero. Economically, we analyse a combined import tariff and export-side levy on remaining EU-Russia trade. Institutionally, the import leg is more straightforward under EU trade law, while the export leg is less straightforward and would likely require a distinct legal route. That asymmetry matters for implementation, but not for the economic logic of the combined proposal.
    Keywords: Ukraine-Unterstützungszoll, EU-Russland-Handel, Zolleinnahmen, Laffer-Kurve, Allgemeines Gleichgewicht, Ukraine Support Tariff, EU-Russia Trade, Tariff Revenue, Laffer Curve, General Equilibrium
    Date: 2026
    URL: https://d.repec.org/n?u=RePEc:zbw:ifwkie:341424

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