| By: |
Fuchs, Michaela (Institute for Employment Research (IAB), Nuremberg, Germany);
Sieglen, Georg (Institute for Employment Research (IAB), Nuremberg, Germany);
Fritzsche, Birgit (Institute for Employment Research (IAB), Nuremberg, Germany) |
| Abstract: |
"Die Zuwanderung von Schutzsuchenden – also Menschen, die in Deutschland einen
Antrag auf Schutz aus völkerrechtlichen, humanitären oder politischen Gründen
gestellt haben – ist seit 2015 stark gestiegen. Ihre Integration in den
Arbeitsmarkt ist von zentralem Interesse, denn die Ausübung einer bezahlten
Tätigkeit ermöglicht ihnen wirtschaftliche Unabhängigkeit und soziale
Teilhabe. Die Studie gibt daher einen Überblick über die Situation von
Schutzsuchenden auf dem Arbeitsmarkt in Sachsen-Anhalt. Der Schwerpunkt liegt
dabei auf dem Erreichen einer Beschäftigung als zentralem Indikator für
wirtschaftliche Integration und soziale Teilhabe. Weiterhin wird die Situation
der Frauen gesondert betrachtet. Schutzsuchende stellen in Sachsen-Anhalt Ende
2024 mit 79.270 Personen rund 4 Prozent der Gesamtbevölkerung. Dabei sind
Männer und Personen im erwerbsfähigen Alter in der Mehrheit. Obwohl die
Beschäftigung von Schutzsuchenden in den letzten Jahren stark gestiegen ist,
machen sie mit 13.330 Personen nur 2 Prozent aller
sozialversicherungspflichtig Beschäftigten aus. Viele von ihnen haben keinen
Berufsabschluss, was mit einem hohen Anteil an Tätigkeiten auf Helferniveau
einhergeht. Sie sind zudem in einem sehr engen Berufs- und Branchenspektrum
tätig mit Schwerpunkten auf Verkehr und Logistik sowie Lebensmittel und
Gastgewerbe, die teils zu den Engpassberufen und systemrelevanten Berufen
zählen. In geringfügiger Beschäftigung und in Berufsausbildung sind wesentlich
weniger Schutzsuchende gemeldet. Analysen zum individuellen Übergang in den
Arbeitsmarkt betonen, dass es Zeit braucht, bis die Schutzsuchenden in
Beschäftigung gelangen. Drei Jahre nach dem erfassten Datum der Einreise haben
28 Prozent der hier betrachteten Kohorte das erste Mal eine
sozialversicherungspflichtige Beschäftigung aufgenommen, nach sechs Jahren
waren es 54 Prozent. Dabei existieren große geschlechtsspezifische
Unterschiede, denn nach sechs Jahren zeigte sich für 68 Prozent der Männer und
für 22 Prozent der Frauen ein erstmaliger Übergang in Beschäftigung.
Betrachtet man die Nachhaltigkeit der ersten Beschäftigung und damit eine
Beschäftigung, die über mindestens sechs Monate lang besteht, verringern sich
die Übergänge. Es bedarf damit weiterer Anstrengungen, um die Schutzsuchenden
auf dem Weg in den Arbeitsmarkt zu begleiten." (Autorenreferat, IAB-Doku) |