nep-ger New Economics Papers
on German Papers
Issue of 2026–06–15
four papers chosen by
Roberto Cruccolini, Ludwig-Maximilians Universität München


  1. Schutzsuchende auf dem Arbeitsmarkt in Sachsen-Anhalt By Fuchs, Michaela; Sieglen, Georg; Fritzsche, Birgit
  2. Ein öffentlicher Ladepunkt versorgt zehn Stromer By Moritz, Hendrik; Rode, Johannes
  3. Globale Schäden durch Wetterextreme steigen – bereits 21 % der deutschen Unternehmen von negativen Folgen des Klimawandels betroffen By Brüggemann, Anke; Rode, Johannes
  4. Steuerliche Gestaltungsspielräume und ihre ungleiche Verteilung im bestehenden österreichischen Steuersystem By Bräumann, Peter; Kofler, Georg; Tumpel, Michael

  1. By: Fuchs, Michaela (Institute for Employment Research (IAB), Nuremberg, Germany); Sieglen, Georg (Institute for Employment Research (IAB), Nuremberg, Germany); Fritzsche, Birgit (Institute for Employment Research (IAB), Nuremberg, Germany)
    Abstract: "Die Zuwanderung von Schutzsuchenden – also Menschen, die in Deutschland einen Antrag auf Schutz aus völkerrechtlichen, humanitären oder politischen Gründen gestellt haben – ist seit 2015 stark gestiegen. Ihre Integration in den Arbeitsmarkt ist von zentralem Interesse, denn die Ausübung einer bezahlten Tätigkeit ermöglicht ihnen wirtschaftliche Unabhängigkeit und soziale Teilhabe. Die Studie gibt daher einen Überblick über die Situation von Schutzsuchenden auf dem Arbeitsmarkt in Sachsen-Anhalt. Der Schwerpunkt liegt dabei auf dem Erreichen einer Beschäftigung als zentralem Indikator für wirtschaftliche Integration und soziale Teilhabe. Weiterhin wird die Situation der Frauen gesondert betrachtet. Schutzsuchende stellen in Sachsen-Anhalt Ende 2024 mit 79.270 Personen rund 4 Prozent der Gesamtbevölkerung. Dabei sind Männer und Personen im erwerbsfähigen Alter in der Mehrheit. Obwohl die Beschäftigung von Schutzsuchenden in den letzten Jahren stark gestiegen ist, machen sie mit 13.330 Personen nur 2 Prozent aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten aus. Viele von ihnen haben keinen Berufsabschluss, was mit einem hohen Anteil an Tätigkeiten auf Helferniveau einhergeht. Sie sind zudem in einem sehr engen Berufs- und Branchenspektrum tätig mit Schwerpunkten auf Verkehr und Logistik sowie Lebensmittel und Gastgewerbe, die teils zu den Engpassberufen und systemrelevanten Berufen zählen. In geringfügiger Beschäftigung und in Berufsausbildung sind wesentlich weniger Schutzsuchende gemeldet. Analysen zum individuellen Übergang in den Arbeitsmarkt betonen, dass es Zeit braucht, bis die Schutzsuchenden in Beschäftigung gelangen. Drei Jahre nach dem erfassten Datum der Einreise haben 28 Prozent der hier betrachteten Kohorte das erste Mal eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung aufgenommen, nach sechs Jahren waren es 54 Prozent. Dabei existieren große geschlechtsspezifische Unterschiede, denn nach sechs Jahren zeigte sich für 68 Prozent der Männer und für 22 Prozent der Frauen ein erstmaliger Übergang in Beschäftigung. Betrachtet man die Nachhaltigkeit der ersten Beschäftigung und damit eine Beschäftigung, die über mindestens sechs Monate lang besteht, verringern sich die Übergänge. Es bedarf damit weiterer Anstrengungen, um die Schutzsuchenden auf dem Weg in den Arbeitsmarkt zu begleiten." (Autorenreferat, IAB-Doku)
    Date: 2026–06–03
    URL: https://d.repec.org/n?u=RePEc:iab:iabrst:202604
  2. By: Moritz, Hendrik; Rode, Johannes
    Abstract: Die öffentliche Ladeinfrastruktur und der Elektroauto­bestand wachsen in Deutschland weiter an. Zu Beginn des Jahres 2026 sind etwa 200.000 öffentliche Ladepunkte an rund 109.000 Standorten verfügbar (+17 % gegenüber dem Vorjahr). Ein Viertel davon entfällt auf Schnellladepunkte. Parallel hat der Bestand reiner Elektroautos die Marke von 2 Mio. (+23 %) überschritten und macht damit mehr als 4 % des Pkw-Bestands aus. Seit dem Jahr 2022 liegt dieses Verhältnis nahezu konstant bei 0, 1 Ladepunkten je Elektroauto. Dabei gibt es deutliche regionale Unterschiede. In Ostdeutschland ist die Versorgungsdichte höher als im Westen, in Städten höher als im Umland. Ein Grund dafür könnten geringere private Lademöglich­keiten sein. Der Blick nach Norwegen zeigt: Viele private Wallboxen senken den Bedarf an öffentlicher Ladeinfrastruktur. Für Akzeptanz und Markthochlauf sind sowohl Ausbau öffentlicher Ladepunkte als auch einfache Regeln für Lademöglichkeiten in Mehrfamilien­häusern wichtig.
    Date: 2026–05–19
    URL: https://d.repec.org/n?u=RePEc:dar:wpaper:160112
  3. By: Brüggemann, Anke; Rode, Johannes
    Abstract: Die Folgen der globalen Erwärmung werden immer deutlicher. Weltweit verursachten Extremwetterereignisse zwischen den Jahren 2000 und 2024 Schäden von über 3, 8 Bio. USD. Die Schäden stiegen in diesen zwei Jahrzehnten zudem deutlich an. Sie haben sich mehr als verdoppelt. Auch Unternehmen in Deutschland sind von den Auswirkungen des Klimawandels betroffen. Laut KfW-Klimabarometer berichten bereits 21 % der Firmen von negativen Folgen, bei Großunternehmen sind es sogar 74 %, bei energieintensiven Unternehmen 31 %. Neben direkten Sachschäden belasten vor allem Ausfälle von Energie- und Transportinfrastruktur sowie Lieferkettenstörungen die Wirtschaft. Als stark import- und exportorientiertes Land ist Deutschland auch den Folgen des Klimawandels in anderen Teilen der Welt stark ausgesetzt. Ein ungebremster Klimawandel ist ein erhebliches Risiko für zukünftigen wirtschaftlichen Wohlstand. Um Risiken zu begrenzen, braucht es entschlossenen internationalen Klimaschutz und frühzeitige Anpassungsmaßnahmen an den Klimawandel.
    Date: 2026–04–08
    URL: https://d.repec.org/n?u=RePEc:dar:wpaper:159868
  4. By: Bräumann, Peter; Kofler, Georg; Tumpel, Michael
    Keywords: Wirtschaft, Gesellschaft
    Date: 2026–06–03
    URL: https://d.repec.org/n?u=RePEc:clr:mwugar:274

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