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on German Papers |
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Issue of 2026–05–18
five papers chosen by Roberto Cruccolini, Ludwig-Maximilians Universität München |
| By: | Silke Tober (Macroeconomic Policy Institute (IMK)) |
| Abstract: | Die deutsche Inflationsrate erhöhte sich im März 2026 wie erwartet deutlich, und zwar auf 2, 7 % nach 1, 9 % im Vormonat. Dabei sind 0, 8 Prozentpunkte - und damit der gesamte Anstieg gegenüber Februar 2026 - auf den rasanten Anstieg der Heizöl- und Kraftstoffpreise zurückzuführen. Die Energiepreise insgesamt legten um 7, 2 % zu, während der Anstieg der Nahrungsmittelpreise im weiten Sinne nur leicht auf 2, 0 % stieg. Die Teuerung bei Waren ohne Energie, Nahrungsmittel, Alkohol sowie Tabak und bei Dienstleistungen verharrte jeweils leicht abgeschwächt bei 1, 9 % bzw. 3, 2 %. Daher fiel die Kernrate ohne Energie, Nahrungsmittel, Alkohol und Tabak rundungsbedingt auf 2, 3 %. Die HVPI-Inflation stieg kräftig auf 2, 8 % und lag damit weiterhin über der des Euroraums (2, 6 %). Der Preisschub bei den Kraftstoffpreisen hat die Inflationsraten von Familien mit geringen und mittleren Einkommen deutlicher erhöht als bei einkommensstarken Familien und Alleinlebenden, und zwar um mehr als einen Prozentpunkt auf 2, 8 % bzw. 2, 7 %. Hier wirkt sich auch der Tankrabatt besonders stark aus. Die Dauer des Irankriegs lässt sich weiterhin nicht abschätzen und ein bis zum Sommer begrenzter Höhenflug der Rohöl- und Erdgaspreise bleibt ein realistisches Szenario. Die EZB sollte folglich abwarten, statt die Zinsen zu erhöhen, da die hohen Energiepreise die Wirtschaft und insbesondere die angeschlagene Industrie ohnehin belasten. |
| Keywords: | Verbraucherpreise, Geldpolitik, Europäische Zentralbank, haushaltsspezifische Inflationsraten, Energiepreise, Tankrabatt, Inflationsausgleichsprämie |
| Date: | 2026 |
| URL: | https://d.repec.org/n?u=RePEc:imk:pbrief:212-2026 |
| By: | Christian Breuer (Macroeconomic Policy Institute (IMK)); Sebastian Dullien (Macroeconomic Policy Institute (IMK)); Alexander Herzog-Stein (Macroeconomic Policy Institute (IMK)); Christoph Paetz (Macroeconomic Policy Institute (IMK)); Katja Rietzler (Macroeconomic Policy Institute (IMK)); Sabine Stephan (Macroeconomic Policy Institute (IMK)); Thomas Theobald (Macroeconomic Policy Institute (IMK)); Silke Tober (Macroeconomic Policy Institute (IMK)); Sebastian Watzka (Macroeconomic Policy Institute (IMK)) |
| Abstract: | Die Weltwirtschaft wird im Jahr 2026 durch den Iran-Krieg und den damit einhergehenden sprunghaften Anstieg der Energiepreise spürbar belastet. Eine anhaltende Blockade der für den globalen Rohöl- und Gashandel wichtigen Straße von Hormus und die Zerstörung von Förderkapazitäten benachbarter Staaten könnte zur Folge haben, dass die Inflation stark steigt, die wirtschaftliche Stagnation in Deutschland anhält und die Industrieproduktion weiter zurückgeht. Der Basisprognose liegt die Annahme zugrunde, dass der Rohöl- und der Erdgaspreis bis August 2026 bei durchschnittlich 85 US-Dollar je Fass bzw. 47 Euro je Megawattstunde liegen. Ein Risikoszenario beinhaltet eine längere Kriegsdauer und deutlich höhere Energiepreise. Der Energiepreisschock trifft die deutsche Wirtschaft in einem Moment, in dem eine durchgreifende binnenwirtschaftlich getragene Erholung absehbar war. Das deutsche BIP wird in der Basisprognose in diesem Jahr um 0, 9 %, im kommenden Jahr um 1, 6 % zunehmen. Im Risikoszenario verringern sich diese Wachstumsraten auf 0, 2 bzw. 1, 4 %. Das Wachstum in Deutschland wird von expansiven Impulsen durch staatliche Investitionen in Infrastruktur und Verteidigung sowie private Konsumausgaben getragen. Das Budgetdefizit steigt in Folge der expansiven Impulse in diesem Jahr auf 3, 8 % des BIP und auf 3, 9 % 2027. Die Verbraucherpreise dürften in diesem Jahr um 2, 4 % und im kommenden Jahr um 1, 7 % zulegen. Die abhängige Beschäftigung wird in diesem Jahr um 0, 2 % sinken und 2027 dann um 0, 1 % zunehmen. Die Arbeitslosenquote bleibt im Jahresdurchschnitt im Prognosezeitraum unverändert bei 6, 3 %. |
| Keywords: | Konjunktur, Prognose, Konjunkturprognose |
| Date: | 2026 |
| URL: | https://d.repec.org/n?u=RePEc:imk:report:200-2026 |
| By: | Silke Tober (Macroeconomic Policy Institute (IMK)) |
| Abstract: | Mit 1, 9 % lag die deutsche Inflationsrate im Februar 2026 leicht unter dem EZB-Ziel von 2 %, nachdem sie im Vormonat mit 2, 1 % etwas darüber gelegen hatte. Dabei dämpften die Energiepreise infolge zunehmender geopolitischer Spannung mit -1, 9 % erneut weniger stark als zum Jahresende 2025 zu erwarten war. Der Anstieg der Nahrungsmittelpreise verringerte sich deutlich auf 1, 9 %, während sich die Waren ohne Energie und Nahrungsmittel erneut etwas stärker verteuerten als zuvor. Der Preisauftrieb bei Dienstleistungen verharrte bei 3, 2 % und die Kernrate ohne Energie, Nahrungsmittel, Alkohol und Tabak bei 2, 4 %. Der Anstieg des harmonisierten Verbraucherpreisindex betrug 2, 0 % und lag damit erneut über der des Euroraums (1, 9 %). Die Inflationsraten der hier betrachteten Haushaltstypen in verschiedenen Einkommensklassen reichten im Februar 2026 von 1, 5 % bis 2, 0 %. Das sind 0, 3 bis 0, 4 Prozentpunkte mehr, als wenn die Kraftstoffpreise auf dem Niveau von Dezember 2025 geblieben wären. Der Energiepreisschock durch den Irankrieg unterscheidet sich grundlegend von den Folgen des Ukrainekriegs, und die Rohöl- und Gaspreise dürften sich noch 2026 weitgehend zurückbilden. Zwar wird die Inflation kurzfristig deutlich über 2?% steigen, im kommenden Jahr aufgrund von Basiseffekten jedoch deutlich darunter liegen. Eine Zinserhöhung der EZB wäre daher verfehlt, zumal die hohen Energiepreise die Wirtschaft belasten, insbesondere die angeschlagene Industrie. |
| Keywords: | Verbraucherpreise, Geldpolitik, Europäische Zentralbank, haushaltsspezifische Inflationsraten, Energiepreise |
| Date: | 2026 |
| URL: | https://d.repec.org/n?u=RePEc:imk:pbrief:210-2026 |
| By: | Kugler, Peter |
| Abstract: | Die vorliegende wirtschaftshistorische Untersuchung geht der Frage nach, wie sich Bilanzwachstum und insbesondere der Ausbau von Auslandaktivitäten auf die Gewinne ausgewählter Schweizer Banken in den vergangenen knapp vier Jahrzehnten ausgewirkt haben. Das Ergebnis für die Jahre 1987 bis 2024 zeigt ein gemischtes Bild: Während Kantonalbanken und Raiffeisenbanken – wie zu erwarten – einen stetigen Trend steigender Gewinne aufweisen, präsentieren sich die Ergebnisse der Grossbanken deutlich unruhiger: Ihre Gewinne schwanken stark, folgen aber langfristig keinem Wachstumspfad. Ökonometrische Auswertungen bestätigen diesen ersten Eindruck. Sie zeigen, dass grössere Bilanzen statistisch signifikant mit niedrigeren Gewinnen einhergehen. Dabei wirken sich Auslandsaktiva etwas weniger negativ aus als Inländische. Die Auslandaktiva machen bei Kantonal- und Raiffeisenbanken nur einen relativ kleinen Anteil an der Bilanz aus, ihr Einfluss auf die Gewinne ist interessanterweise nur bei den Raiffeisenbanken stark. Bei den Kantonalbanken hingegen unterscheiden sich die Gewinnwirkungen von Auslands- und Inlandsaktiva kaum, und der Einfluss der gesamten Bilanzsumme auf die Gewinne ist insgesamt schwach und statistisch wenig robust. Für Kantonalbanken wie auch für Grossbanken erscheint eine aggressive Wachstumsstrategie daher wenig überzeugend. Zudem zeigt sich, dass die konjunkturelle Entwicklung in den USA im Vergleich zur Schweiz sowie der Wechselkurs zwischen Franken und Dollar zentrale externe Faktoren für die Gewinnentwicklung darstellen. |
| JEL: | G21 |
| Date: | 2026–04–29 |
| URL: | https://d.repec.org/n?u=RePEc:bsl:wpaper:2026/03 |
| By: | Niklas Döhler; Annica Gehlen; Johannes Geyer; Peter Haan; Lukas Harder |
| Abstract: | In der rentenpolitischen Debatte gewinnt ein aktueller Vorschlag viel Zuspruch: das Renteneintrittsalter an die Zahl der geleisteten Beitragsjahre zu koppeln. Als Kriterium für den Renteneintritt werden in der Regel 45 Beitragsjahre genannt. Die Idee dahinter ist intuitiv einleuchtend: Wer früh berufstätig war und lange eingezahlt hat, soll auch früher in Rente gehen dürfen. Doch so plausibel diese Logik auf den ersten Blick erscheint, so komplex sind die Fragen, die sich für eine Umsetzung ergeben würden. Entscheidend ist, welche Zeiten überhaupt als anrechenbare Wartezeiten gelten. Denn Versicherungsbiografien verlaufen selten geradlinig. Für viele Versicherte wechseln sich Erwerbsphasen mit Zeiten der Arbeitslosigkeit, Krankheit, Kindererziehung oder Pflege ab. Um diese Vielfalt näher zu beleuchten, betrachtet diese Kurzstudie empirische Versicherungszeiten nach verschiedenen rentenrechtlichen Definitionen für die Geburtskohorte 1957. Die Analyse der Versicherungsdaten zeigt, dass unter der aktuellen Definition der Wartezeit von 45 Jahren nur 40 Prozent der Versicherten dieses Jahrgangs die 45-Jahres-Schwelle bis zum Renteneintritt erreicht hatten. Würde man diese Schwelle für alle Versicherten verbindlich einführen, würden vor allem zwei Gruppen erst später als bisher in Rente gehen können: einerseits Akademiker*innen, die später ins Erwerbsleben eintreten, andererseits Personen mit unterbrochenen Erwerbsbiografien. Zu letzteren zählen insbesondere Frauen mit Kindern und Personen mit Phasen längerer Arbeitslosigkeit. |
| Date: | 2026 |
| URL: | https://d.repec.org/n?u=RePEc:diw:diwakt:119de |