nep-ger New Economics Papers
on German Papers
Issue of 2026–04–27
eight papers chosen by
Roberto Cruccolini, Ludwig-Maximilians Universität München


  1. Dokumentation zur Innovationserhebung 2025 - Ergebnisse zu Schwerpunktfragen By Rammer, Christian; Schubert, Torben
  2. EU-Erweiterung: Sonderfall Ukraine - Regelfall Westbalkan. Kyjiw durch Beitrittsassoziierung neuen Typs in der EU verankern By Lippert, Barbara; von Ondarza, Nicolai; Seebass, Frauke
  3. Ex-post-Untersuchung der Klimawirkungen von ausgewählten verkehrlichen Maßnahmen in Baden-Württemberg By Sieber, Niklas; Krail, Michael; Horlemann, Jonas; Aulich, Clara
  4. Zerreißprobe für Frankreichs Demokratie: Implikationen der Kommunalwahlen für das Rennen um den Élysée-Palast By Gummich, Katharina; Kempin, Ronja
  5. Autokratien unter US-Vormundschaft: Venezuela, Kuba und die Interessen der Regierung Trump By Zilla, Claudia
  6. Open Science in den Wirtschaftswissenschaften: Transparenz, Reproduzierbarkeit und Zugang By Klaus M. Schmidt; Levent Neyse; Marianne Saam; Doreen Siegfried; Lars Vilhuber; Joachim Winter
  7. Russlands begrenzte Fähigkeiten zum Schutz seiner "Schattenflotte": Deutschlands Handlungsspielräume in der Nordsee und darüber hinaus By Adrians, Helge
  8. Das NVIDIA-Dilemma der deutschen Automobilindustrie By Schulz, Wolfgang H.

  1. By: Rammer, Christian; Schubert, Torben
    Abstract: Das Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) erhebt seit 1993 jährlich die Innovationsaktivitäten der deutschen Wirtschaft. Die Erhebung findet im Auftrag des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) statt und wird in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer Institut für System- und Innovationsforschung sowie dem Institut für angewandte Sozialwissenschaft (infas) durchgeführt. Sie ist als eine Panelerhebung konzipiert und wird als Mannheimer Innovationspanel (MIP) bezeichnet. Die Innovationserhebung ist alle zwei Jahre der deutsche Beitrag zu den Community Innovation Surveys (CIS) der Europäischen Kommission und beruht konzeptionell auf dem Oslo-Manual von OECD und Eurostat.
    Date: 2026
    URL: https://d.repec.org/n?u=RePEc:zbw:zewdok:340113
  2. By: Lippert, Barbara; von Ondarza, Nicolai; Seebass, Frauke
    Abstract: Seit Russland 2022 seinen vollumfänglichen Aggressionskrieg gegen die Ukraine begonnen hat, verfolgt die EU ihre Erweiterungspolitik unter geopolitischen Vorzeichen. Wie es bei der Europäischen Kommission und bei Kandidatenstaaten inzwischen heißt, könnte die EU ab 2028 neue Mitglieder aufnehmen; die Ukraine fordert sogar, 2027 beizutreten. Doch hohe Hürden stehen der Erweiterung im Weg. In der EU stagniert der Reformprozess, der ihre Handlungsfähigkeit verbessern und sie für eine Mitgliederzahl von 30 oder mehr fit machen soll. Beitrittsreife der Bewerber und Absorptionskraft der Union sind aber Schlüsselkriterien, die die deutsche Europa-Politik traditionell hochhält. In der EU wird nun intensiv über schrittweise Integration, neue Schnellspuren und zusätzliche Sicherheitsklauseln debattiert, um den Zielkonflikt zwischen geopolitischer Dringlichkeit und integrationspolitischer Solidität zu minimieren. Gegenüber den Staaten des Westbalkans sollte die EU am erprobten Beitrittsprozess festhalten. Im Fall der Ukraine ist die Lage so akut, dass es die politische Verpflichtung, das Land aufzunehmen, zu bekräftigen gilt. Als Vorstufe zur Mitgliedschaft sollte die EU Kyjiw eine Beitrittsassoziierung neuen Typs anbieten, die auch eine Sicherheits- und Verteidigungspartnerschaft umfasst.
    Keywords: Europäische Union, Erweiterungspolitik, Ukraine, Westbalkan, Beitrittsassoziierung, schrittweise Integration, EU-Reform
    Date: 2026
    URL: https://d.repec.org/n?u=RePEc:zbw:swpakt:340044
  3. By: Sieber, Niklas; Krail, Michael; Horlemann, Jonas; Aulich, Clara
    Abstract: Städte können das Klima schützen, indem sie Bewohnerparken teurer machen, Schnellbuslinien einführen oder kostenloses Parken für Elektroautos ermöglichen. Im Auftrag des Verkehrsministeriums Baden-Württemberg hat das Fraunhofer ISI die Klimawirkungen verschiedener Maßnahmen für den Klimaschutz berechnet und ausgewertet. Untersucht wurden Fallbeispiele aus Stuttgart, Tübingen, Freiburg und Landau in Rheinland-Pfalz.
    Keywords: Verkehrspolitik, Stadtverkehr, Klimaschutz, Wirkungsanalyse, Baden-Württemberg
    Date: 2026
    URL: https://d.repec.org/n?u=RePEc:zbw:fisisi:340106
  4. By: Gummich, Katharina; Kempin, Ronja
    Abstract: Am 15. und 22. März 2026 haben in Frankreich Kommunalwahlen stattgefunden. Es war der letzte landesweite Urnengang, bevor im Frühjahr 2027 fast 50 Millionen Stimmberechtigte aufgerufen sind, über die Nachfolge von Präsident Emmanuel Macron und - sehr wahrscheinlich - die Zusammensetzung der Nationalversammlung zu entscheiden. Auf kommunaler Ebene hat sich nun ein weiteres Mal gezeigt, wie gespalten das Land politisch ist. Hatte das liberale Zentrum mit Macron an der Spitze versprochen, die Extreme einzuhegen, so ist dieses Unterfangen endgültig gescheitert. Die Republik bleibt zweigeteilt in ein urbanes Frankreich auf der einen Seite und ein ländliches, abgehängtes, wenig repräsentiertes auf der anderen. In den Städten zeigt sich, wie volatil politische Allianzen im zersplitterten Parteiensystem des Landes nunmehr sind. Die politischen Extreme, die erneut Zugewinne verzeichnen konnten, verbleiben auf linker wie rechter Seite des Spektrums in der Position des Taktgebers.
    Keywords: Frankreich, Kommunalwahlen 2026, Präsidentschaftswahlen 2027, Präsident Emmanuel Macron, Partei Renaissance, Les Républicains (LR), Sozialistische Partei (PS), Unbeugsames Frankreich (LFI), Rassemblement National (RN)
    Date: 2026
    URL: https://d.repec.org/n?u=RePEc:zbw:swpakt:340047
  5. By: Zilla, Claudia
    Abstract: Die imperiale Politik der USA gegenüber Lateinamerika und der Karibik verbindet Dominanzbestrebungen mit Exklusivitätsansprüchen. Mit drastischen Zwangsmaßnahmen forciert Washington in Venezuela eine ökonomische Transformation ohne politische Transition, während es Kuba mit einer Treibstoffblockade belegt und dem Inselstaat mit Übernahme droht. In diesen Ländern sollten Deutschland und die EU in erster Linie die Zivilgesellschaft unterstützen. Sie sollten aber auch die bestehenden Verstöße gegen das Völkerrecht deutlich benennen und sich klar gegen die Enttabuisierung von Gewalt und die Missachtung der Menschenrechte positionieren.
    Keywords: USA, Donald Trump, Venezuela, Nicolás Maduro, María Corina Machado, Delcy Rodríguez, Kuba, Raúl Castro, Miguel Díaz-Canel, ökonomische Transformation, Völkerrecht, National Security Strategy, NSS, National Defense Strategy, NDS, Monroe-Doktrin, Shield of the Americas
    Date: 2026
    URL: https://d.repec.org/n?u=RePEc:zbw:swpakt:340046
  6. By: Klaus M. Schmidt (LMU Munich); Levent Neyse (Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung, WZB Berlin); Marianne Saam (ZBW - Leibniz Informationszentrum Wirtschaft, Universität Hamburg); Doreen Siegfried (ZBW - Leibniz Informationszentrum Wirtschaft); Lars Vilhuber (Cornell University); Joachim Winter (LMU Munich)
    Abstract: Der Beitrag diskutiert Open Science in den Wirtschaftswissenschaften als Bündel von Praktiken zur Verbesserung von Transparenz, Reproduzierbarkeit und Zugänglichkeit wissenschaftlicher Forschung. Der Artikel zeigt, dass Präregistrierungen und Registered Reports, Open Data und Open Code sowie Open Access die Glaubwürdigkeit empirischer Forschung stärken können, zugleich aber disziplinspezifische Grenzen und Zielkonflikte berücksichtigen müssen. Für die Wirtschaftswissenschaften und die Forschungsförderung folgt daraus die Notwendigkeit verlässlicher Infrastrukturen, klarer Standards und nachhaltiger institutioneller Unterstützung, insbesondere für nicht-kommerzielle Open-Access-Modelle wie Diamond Open Access.
    Keywords: open science; präregistrierung; reproduzierbarkeit; open access;
    JEL: B41 C81 I23
    Date: 2026–04–07
    URL: https://d.repec.org/n?u=RePEc:rco:dpaper:570
  7. By: Adrians, Helge
    Abstract: Russland kann diejenigen Tanker, die es zur Umgehung westlicher Ölsanktionen einsetzt, außerhalb seiner angrenzenden Seegebiete nur begrenzt schützen. In den vergangenen sechs Monaten ist es Frankreich, den USA und zuletzt Belgien gelungen, einzelne dieser technisch mangelhaften und oft intransparent registrierten Schiffe im Atlantik, in der Nordsee und im Mittelmeer anzuhalten, ohne dass Moskau dies verhindern konnte. Darin offenbart sich ein bekanntes strukturelles Problem der russischen Marine: Ihr fehlen große Überwasserkampfschiffe, um globale Seehandelswege zu patrouillieren. Deutschland sollte dieses Defizit stärker in Betracht ziehen und seine bislang auf die Ostsee konzentrierte Politik auch auf andere Seegebiete ausdehnen - etwa durch die Unterstützung von Festsetzungen entsprechender Tanker in der Nordsee.
    Keywords: Schattenflotte, Unterwasserinfrastruktur, 12-Meilen-Zone, Ausschließliche Wirtschaftszone, AWZ, Seerechtsübereinkommen, SRÜ, Estland, Finnland, Venezuela, near sea zone, far sea zone, oceanic zone, Alexander Moissejew, Nikolai Patruschew, Maritime Doktrin, Maritimes Kollegium, balanced fleet
    Date: 2026
    URL: https://d.repec.org/n?u=RePEc:zbw:swpakt:340045
  8. By: Schulz, Wolfgang H.
    Abstract: Dieses Arbeitspapier analysiert die mikroökonomischen Konsequenzen der Open-Source-Freigabe des autonomen Fahrstacks von NVIDIA (Drive AV, Halos, CUDA-X AV) für die deutsche Automobilindustrie. Die Freigabe wird in drei theoretische Schichten eingebettet: (i) eine Plattformstrategie, die indirekte Netzwerkeffekte und die Kippdynamik zweiseitiger Märkte nutzt, (ii) eine Anwendung von Spolskys „commoditize your complements"-Strategie, bei der NVIDIA die Softwareschicht verschenkt, um die Rente auf der komplementären Hardwareschicht (GPU, DRIVE SoC) zu maximieren, und (iii) ein ökonomisches Regime fallender Grenzkosten durch AI-Factory-Effekte. Auf Basis einer erweiterten Kostenfunktion wird gezeigt, dass das gewinnmaximierende Cournot-Ergebnis bei fallenden Grenzkosten durch höheren Output und niedrigere Preise gekennzeichnet ist als das klassische natürliche Monopol, bei zugleich stärkerer Marktkonzentration. Das Papier schlägt eine Gerschenkron-inspirierte Latecomer-Lösung vor: eine zeitlich begrenzte Adoptionsphase als „Rent-Seeking-Brücke zur Unabhängigkeit", flankiert von europäischen Dateninfrastrukturen (GAIA-X, moveID), regulatorischen Leitplanken gegen Plattform-Lock-in und einer Investitionsstrategie in Richtung souveräner KI-Mobilitätsinfrastruktur.
    Abstract: This paper analyses the microeconomic consequences of NVIDIA's open-source release of its autonomous driving stack (Drive AV, Halos, CUDA-X AV) for the German automotive industry. The release is embedded in three theoretical layers: (i) a platform strategy leveraging indirect network effects and the tipping dynamics of two-sided markets, (ii) a textbook application of Spolsky's "commoditize your complements" strategy, whereby NVIDIA gives away the software layer to maximise the rent extracted on the complementary hardware layer (GPU, DRIVE SoC), and (iii) an economic regime of falling marginal costs driven by AI-factory effects. Based on an extended cost function, the profit-maximising Cournot outcome under falling marginal costs is characterised by higher output and lower prices than the classical natural monopoly, while market concentration is even more pronounced. The paper proposes a Gerschenkron-style latecomer resolution of the dilemma: a time-limited adoption phase as a "rent-seeking bridge to independence", flanked by European data infrastructures (GAIA-X, moveID), regulatory guardrails against platform lock-in, and an investment strategy toward sovereign AI mobility infrastructure
    Keywords: Autonomes Fahren, Open Source, Plattformökonomie, AI-Factory, Deutsche Automobilindustrie, Gerschenkron, NVIDIA, Institutionelle Rollenmodelle
    JEL: L13 L62 L86 O33 O38 D42 F14
    Date: 2026
    URL: https://d.repec.org/n?u=RePEc:zbw:esprep:340040

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